Bewerbung: Das unterscheidet ein gutes von einem schlechten Anschreiben

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GastbeitragBewerbung: Das unterscheidet ein gutes von einem schlechten Anschreiben

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Olaf Kempin ist Gründer und Mitinhaber des Personaldienstleisters univativ.

Das Anschreiben ist neben einem überzeugenden Lebenslauf das A und O einer gelungenen Bewerbung. Das perfekte Anschreiben gibt es zwar nicht, aber selbst bei den Grundlagen haben viele Schwierigkeiten.

Horror vacui: Bewerber kennen das. Wie fängt man bloß an? "Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als..."? Und wie lang muss so ein Anschreiben überhaupt sein? Müssen die Stationen aus dem Lebenslauf nochmal erwähnt werden? Und muss das Anschreiben anders aussehen, wenn es per Mail beziehungsweise per Post verschickt wird?
Egal, für welche Branche oder Position man sich bewirbt, ob man es lieber kreativ oder klassisch angeht: Ein paar Grundregeln gelten für alle Bewerbungen – und diesen sollte man folgen. Grundsätzlich sollte das Anschreiben kurz gehalten sein. Kein Personaler möchte eine Heldengeschichte auf zehn Seiten lesen - davon ab, dass dafür im arbeitsalltag auch niemand Zeit hat.

Außerdem braucht jede Stelle ihr eigenes Anschreiben. Während sich Tchibo für den Aushilfsjob als Kellner interessiert, tun die hier erworbenen Kenntnisse für einen Job bei der Telekom nämlich nichts zur Sache. Wer mit seinem Anschreiben Erfolg haben möchte, sollte es also extra für jede Stelle anpassen und ganz gezielt auf die Anforderungen aus der Stellenanzeige eingehen. Copy & Paste sind fehl am Platz.

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So sieht ein gutes Anschreiben aus

  • Aufbau: Briefkopf und Betreffzeile

    Die Struktur beginnt in der Kopfzeile mit den eigenen Kontaktdaten unter denen man erreicht werden möchte. Vor- und Nachname sowie E-Mailadresse und Telefonnummer gehören immer dazu.

    Darauf folgt die Anschrift des Unternehmens im Adressfeld. Bevor es mit dem Anschreiben losgeht, findet am rechten Rand das Datum Platz. Der Betreff ist stets gefettet – die Zeile wird ohne die Angabe „Betreff:“ gefüllt.

    Quelle: Olaf Kempin, Gründer und Mitinhaber des Personaldienstleisters univativ.

  • Einleitung

    Die klassische Einleitung gibt dem Empfänger preis, wie der Bewerber auf das Unternehmen oder auf die Stelle aufmerksam wurde. Dies kann neben einer Stellenanzeige ein vorangegangenes Praktikum oder eine persönliche Beziehung zu einem Mitarbeiter sein.

  • Fähigkeiten und Motivation

    Im Hauptteil geht es darum, den Personaler für sich zu gewinnen und die eigene Qualifikation nach vorne zu stellen. Wichtig ist es, auf Fähigkeiten einzugehen, die auf das Stellenprofil passen – nur so erkennt der Personaler, dass hinter dem Anschreiben ein passender Bewerber steckt.

    Eine Begründung, warum man genau in diesem Unternehmen und in der jeweiligen Position arbeiten möchte, unterstreicht das eigene Interesse und die Motivation.

     

  • Erfahrungen belegen

    Das A und O eines jeden Anschreiben ist es, nicht nur anzugeben, welche Fähigkeiten man hat, sondern diese mit Erfahrungen bzw. harten Fakten zu belegen. So genügt es nicht etwa anzugeben, ein Teamplayer zu sein oder Erfahrung mit agiler Softwareentwicklung zu haben. Vielmehr sollte der Bewerber darlegen, wann und wie er Erfahrungen im jeweiligen Bereich gesammelt hat. Das könnte ein Praktikum sein, in dem eine umfassende Aufgabe in einem großen Team gestemmt wurde oder ein Projekt, in dem die Softwareentwicklung nach der Scrum-Methode umgesetzt wurde.

  • Format: Länge und Vorlagen

    Das Anschreiben sollte inklusive Unterschrift und Aufzählung der Anlagen nicht länger als eine DIN A4-Seite sein und im PDF-Format vorliegen. Für Struktur und Layout kann eine Vorlage genutzt werden. Wir empfehlen gerne als Beispiel für gute Bewerbungsanschreiben die Muster von Staufenbiel.
    Grundsätzlich gilt Schriftgröße 12, ein Zeilenabstand von 1,5 und ein linker Rand von 2,5 cm als Standard. Alle Anlagen sollten im PDF-Format vorliegen und eine gute Benennung vorweisen, etwa Bewerbung_Position_Vorname_Nachname.pdf.

  • Kreativität

    Wer seiner Bewerbung eine besondere persönliche Note verleihen möchte, darf seiner Kreativität durchaus Raum lassen. Doch Vorsicht! Nicht in jeder Branche sind auffallende, ungewöhnliche Bewerbungen erwünscht. Hier sollte man sich daran orientieren, wie das Unternehmen „tickt“ und wie traditionell das Umfeld ist. Im kreativen Bereich hingegen sollten Bewerber unbedingt „aus dem Rahmen fallen“. Doch auch hier muss ein stimmiges Konzept erkennbar sein.

  • Anschreiben per E-Mail

    Auch in der Frage, ob die Bewerbung per Mail, Online-Portal oder per Post verschickt werden soll, richtet sich der Bewerber am besten nach den Vorgaben des Unternehmens. Gibt es keine Vorgaben, hat der Bewerber freie Wahl. Der Trend geht dahin, dass das Anschreiben im PDF-Format im Anhang liegt. Die Kunst besteht bei dieser Variante darin, in wenigen Sätzen die Bewerbung einzuleiten, ohne sich im Anschreiben zu wiederholen.

  • Digitale Unterschrift erstellen

    Die Unterschrift sollte im Anschreiben als PDF in jedem Fall auch per Hand geschrieben, aber digitalisiert werden. Eine digitale Unterschrift können Bewerber heute mithilfe diverser Tools (auch Freeware) erstellen.

  • Größe des E-Mail-Anhangs

    Insgesamt sollten die Bewerbungsunterlagen nicht allzu viel Speicherplatz erfordern. Ideal ist ein Anhang mit 2-3 MB. Größer als 5 MB sollte die E-Mail auf keinen Fall sein.

  • Bewerbung per Online-Portal

    Immer mehr Unternehmen führen im Rahmen eines effizienten Bewerbermanagements ein webbasiertes Portal ein. Je nach Portal werden hier genaue Vorgaben gemacht, wie die Bewerbungsunterlagen und persönlichen Informationen zu übermitteln sind. Auf eine digitale Unterschrift wird in dem Fall gerne verzichtet. Sollte ein Anschreiben hochgeladen werden, empfiehlt sich derselbe Vorgang wir für die E-Mail-Bewerbung.

Und noch etwas: Rechtschreibfehler sind grundsätzlich der größte Fauxpas und oft Zünglein an der Waage: Wer nicht Acht gibt, sendet das Signal "Die Bewerbung ist mir nicht so wichtig". Wer niemanden hat, der über das Anschreiben noch einmal drüber lesen kann, sollte also zumindest die automatische Rechtschreibprüfung bemühen.

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