Hartnäckigkeit zahlt sich aus
Bild: FotoliaVertrauen in die Angaben im Lebenslauf
Nicht wirklich viel Vertrauen haben deutsche Unternehmen in die Korrektheit der Bewerberangaben. 49 Prozent der deutschen Manager die in einer Umfrage befragt wurden, denken, dass Bewerber grundsätzlich übertreiben. In Österreich glauben dies sogar 60 Prozent der Personalprofis und in Italien 53 Prozent.
Die Studie "Workplace Survey" des Personaldienstleisters Robert Half hat Karrieretrends in den Ländern Deutschland, Dubai, Belgien, Brasilien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik untersucht. Die Befragung wurde im April und Mai 2011 von einem Meinungsforschungsinstitut bei 2 525 Personal- und Finanzmanagern durchgeführt.
Bild: gmsVertrauen
Insgesamt hat die von Robert Half in Auftrag gegebene Studie gezeigt, dass 52 Prozent aller Befragten meinen, dass die Angaben in einer Bewerbung genau den Tatsachen entsprechen und das reale Profil des Jobsuchenden widerspiegeln. Stark abweichend davon sieht es in Luxemburg aus. Bekommen die befragten Manager Bewerbungen auf den Tisch, gehen sie zu 72 Prozent davon aus, dass die Angaben darin korrekt sind und sie sich darauf verlassen können, dass der Jobsuchende über die angegebenen Qualifikationen auch wirklich verfügt. Nur 28 Prozent der betreffenden Arbeitgeber in Luxemburg haben Zweifel an der Aufrichtigkeit ihrer Bewerber.
Bild: dpaTschechische Republik
Ganz anders sieht es dagegen in Tschechien aus: Bewirbt sich jemand beispielsweise in der Hauptstadt Prag (Foto), gehen 70 Prozent der Personaler davon aus, dass die Angaben im Lebenslauf aufgehübscht - oder, wie es in der Studie offiziell heißt, wenig vertrauenswürdig - sind. Nur 30 Prozent der Verantwortlichen glauben den Jobsuchenden und nehmen ihnen voll ab, was sie bei den eigenen Fähigkeiten, Abschlüssen und Erfahrungen angegeben haben.
Bild: FotoliaRangliste der Schwindeleien
Die Befragten durften bei der folgenden Frage maximal drei Kreuzchen machen: "Bei welchem der folgenden Elemente übertreiben Bewerber am ehesten?". In Deutschland zweifeln die Manager am ehesten an den Angaben zu Sprachkenntnissen (43%), Softwarekenntnissen (41%) und der Verantwortung bei der Mitarbeiterführung (39%).
Bild: REUTERSDubai
Doch auch bei den Punkten, an denen Bewerber gern übertrieben gibt es starke regionale Unterschiede. In Dubai beispielsweise nehmen die Personalverantwortlichen den Bewerbern ihre genannten Sprachkenntnisse zum größten Teil ab, nur neun Prozent zweifeln daran. Zu 93 Prozent glauben sie den Bewerbern auch im Punkt Softwarekenntnisse.
Natürlich könnte dieser Glaube in die Aufrichtigkeit der Bewerber in diesen Punkten auch daher kommen, dass in Dubai zahlreiche Bewerber aus anderen Ländern stammen. Somit ist klar, dass Bewerber, sobald sei dort von einem Unternehmen eingestellt werden Sprach- und Softwarekenntnisse sehr schnell praktisch unter Beweis stellen müssen. In Deutschland dagegen werden Sprachkenntnisse meist standardmäßig angegeben - doch wirklich zeigen müssen Jobstarter sie nur selten.
Bild: dapdwÖsterreich: Gründe, den vorherigen Arbeitgeber zu verlassen
40 Prozent der Entscheider in Österreich glauben ihren Bewerbern, wenn es um die Angaben im Lebenslauf geht. Sieht man sich das Ergebnis der Studie einmal näher an, fällt auf, dass die Österreicher allerdings an einem Punkt doch besonders zweifeln. Während die Gesamtauswertung aller Länder ein Ergebnis von 33 Prozent Zweifel ausweist, bei den Gründen die zum Ausscheiden aus dem alten Job führten, sind die Österreicher da kritischer. Sie glauben nur zu 50 Prozent daran, dass die angegebenen Gründe, warum ein Arbeitnehmer sich nun bei einem neuen Arbeitgeber wechselt auch der Wahrheit entsprechen.
Da in jedem Karriererageber nachzulesen ist, dass Bewerber nicht über ehemalige Kollegen oder Chefs lästern sollten, könnt dies ein Grund sein, warum die charmanten Österreicher davon ausgehen, in diesem Punkt zum großen Teil angeschwindelt zu werden.
Vertrauen in die Angaben im Lebenslauf
Nicht wirklich viel Vertrauen haben deutsche Unternehmen in die Korrektheit der Bewerberangaben. 49 Prozent der deutschen Manager die in einer Umfrage befragt wurden, denken, dass Bewerber grundsätzlich übertreiben. In Österreich glauben dies sogar 60 Prozent der Personalprofis und in Italien 53 Prozent.
Die Studie "Workplace Survey" des Personaldienstleisters Robert Half hat Karrieretrends in den Ländern Deutschland, Dubai, Belgien, Brasilien, Frankreich, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, der Schweiz und der Tschechischen Republik untersucht. Die Befragung wurde im April und Mai 2011 von einem Meinungsforschungsinstitut bei 2 525 Personal- und Finanzmanagern durchgeführt.
Eine andere Strategie ist die Terminstrategie. Hier geht es um persönlichen Kontakt zum Wunscharbeitgeber. Es ist eine Art systematisches Kaffeetrinken. Suchen Sie nach dem perfekten Ansprechpartner im Unternehmen und rufen Sie ihn an. Sagen Sie, dass Sie sich für das Unternehmen interessieren und gerne mehr erfahren würden. Schaffen Sie es einen Termin zu vereinbaren, überlegen Sie sich, was Sie wissen wollen und bringen Sie sich erst mal ins Gespräch. Halten Sie den Kontakt.
Und das soll funktionieren?
Sie müssen in dem Gespräch natürlich auch ein bisschen was von sich erzählen, damit Ihr Gegenüber weiß, mit wem er es zu tun hat und wobei Sie ihm behilflich sein könnten. Persönlicher Kontakt wird oftmals unterschätzt.
Fünf Tipps für den Lebenslauf
Rechtschreibung
Korrekte Sprache ist Pflicht: Eine Studie von 2009 hatte ergeben, dass deutsche CFOs im Durchschnitt bei 1,8 Tippfehlern einen Lebenslauf aussortieren.
Mehrsprachigkeit
Bereiten Sie bei internationalen Stellen Ihre Dokumente immer auf Deutsch und Englisch vor. Lassen Sie sie von einem Muttersprachler gegenlesen.
Umfang
In der Kürze liegt die Würze: Präsentieren Sie Ihren Lebenslauf auf zwei, höchstens drei Seiten.
Lücken
Lücken im Lebenslauf fallen auf. Gehen Sie offensiv mit den Lücken um und punkten Sie durch nachvollziehbare Argumente.
Äußeres
Eine ansprechende Aufbereitung fällt positiv auf. Dennoch sollten sie auf die Inhalte mehr achten.
Passiert es bei solchen Strategien nicht auch, dass der potentielle Bewerber, der sich immer wieder meldet und Vorschläge macht, den Abteilungsleitern und Personalern auf den Geist geht?
In der Regel zahlt sich Hartnäckigkeit eher aus. Ein sehr kleiner Prozentsatz nervt vielleicht wirklich. Das sind aber Menschen, die sich selbst falsch einschätzen und sich zum Beispiel für das größte Vertriebsgenie halten, aber eigentlich gar keine Ahnung haben. Deren Anbiederung ist dann mitunter peinlich. Meistens ist es aber umgekehrt. Der Bewerber denkt: "Oh die melden sich nicht auf meinen Anruf. Die haben kein Interesse an mir." Das ist fast immer falsch. Es liegt vielmehr daran, dass im Unternehmen andere Sachen gerade wichtiger sind. Also rufen Sie ruhig nochmal an und nochmal. Stecken Sie erst zurück, wenn vom Unternehmen ein klares "Nein!" kommt.
Wer ist denn der richtige Ansprechpartner für solche Anrufe und Angebote?
Idealerweise wenden Sie sich nicht an die Personalabteilung. Die arbeitet nur Ihre Checkliste ab und sortiert Sie womöglich ziemlich früh aus. Die Fachabteilungen sind die richtigen Ansprechpartner. Achten Sie darauf, dass es mit den Hierarchieebenen ungefähr passt. Ein Uni-Absolvent sollte nicht direkt beim CEO vorsprechen. Es sollte sich beim Gesprächspartner um einen möglichen Vorgesetzten handeln.
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