Bewerbung: Kämpfen für den Traumjob

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Bewerbung: Kämpfen für den Traumjob

von Kristin Schmidt

Karriereexpertin Svenja Hofert zeigt in ihrem Buch "Die Guerilla-Bewerbung", wie man den Job seiner Träume bekommt, selbst wenn es ihn eigentlich noch gar nicht gibt. Was das mit Guerilla-Kämpfern zu tun hat und wie man systematisch Kaffee trinkt, verrät sie im Interview.

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Svenja Hofert Quelle: Presse

Für Karriereexpertin Svenja Hofert ist eine Initiativbewerbung noch zu wenig

Bild: Presse

Wiwo.de: Frau Hofert, beim Wort "Guerilla" denke ich an Kämpfer und verdeckte Operationen im Untergrund. Was hat das mit Bewerbungen zu tun?

Hofert: Ein Guerilla-Kämpfer mischt sich nicht unter Hunderte und stürmt mit Ihnen an die Front. So ist das nämlich ungefähr, wenn eine gute Stelle ausgeschrieben wird. Der Guerilla-Kämpfer geht strategisch, kreativ und nachhaltig vor. Was ich damit meine: Er überlegt sich in aller Ruhe einen Plan, wie er an seinen Traumjob herankommt, macht mit kreativen Ideen auf sich aufmerksam und klappt es nicht beim ersten "Angriff", gibt er nicht direkt auf, sondern probiert es wieder und wieder.

Svenja Hofert Die Guerilla-Bewerbung. Ungewöhnliche Strategien erfolgreicher Jobsucher Campus 2012

Svenja Hofert

Die Guerilla-Bewerbung. Ungewöhnliche Strategien erfolgreicher Jobsucher

Campus 2012

Sie haben in Ihrem Buch 16 verschiedene Bewerbungsstrategien herausgearbeitet. Was haben die alle gemeinsam?

Sie drehen das Rollenverhältnis eines gewöhnlichen Bewerbungsverfahrens um. Normalerweise schreibt ein Unternehmen eine Stelle aus und wird damit aktiv. Sie schicken Ihre Bewerbungsmappe an die Personalabteilung und reagieren bloß. Drehen Sie den Spieß um, gehen Sie gezielt auf Ihren Traumarbeitgeber zu und lassen Sie ihn reagieren.  

Bewerbungsstrategien für den Traumjob

  • Angebotsstrategie

    Analysieren Sie, was Ihrem Traumarbeitgeber fehlt. „Das kann alles Mögliche sein, vom Youtube-Werbevideo über neue Vertriebsmethoden bis hinzu Beziehungen in einen interessanten Auslandsmarkt“, schreibt Karriereexpertin Svenja Hofert in Ihrem Buch „Die Guerilla Bewerbung“, das im Campus Verlag erschienen ist. Die Kunst ist, das Defizit vor dem Arbeitgeber zu erkennen und ihn davon zu überzeugen, dass er es mit Ihrer Hilfe beheben kann.

  • Die Kettenbrief-Strategie

    Schlagen Sie Ihr Adressbuch auf und suchen Sie zehn Kontakte heraus, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem neuen Job behilflich sein könnten. Wichtig sind nicht nur Menschen, die direkt einen Arbeitsplatz für Sie haben könnten, sondern auch Personen, die viele interessante Kontakte haben. Schreiben Sie ein prägnantes Kurzprofil, schicken Sie es an Ihre Kontakte mit der Bitte es wiederum an zehn Kontakte weiterzuleiten.

  • Die Terminstrategie

    Persönlich miteinander in Kontakt kommen, das ist die Idee hinter dieser Strategie. Suchen Sie sich Ihren Wunscharbeitgeber und überlegen Sie, wer vor Ort der beste Ansprechpartner sein könnte. Rufen Sie einfach an, erklären Sie Ihr großes Interesse an dem Unternehmen und bitten Sie um einen kurzen Termin zum Kaffeetrinken. So ist der erste Kontakt hergestellt.

  • Die Anti-Aging-Strategie

    Suchen Sie sich eine Aufgabe, die Ihrem Alter entspricht. Das hört sich erstmal hart an, ist aber ganz plausibel. Bewerben Sie sich nicht auf Inserate, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraussetzen, denn hier liegen nicht Ihre Stärken. Für viele ältere Führungskräfte, die es am Ende der beruflichen Laufbahn nochmal wissen wollen, ist die Position des Interimsmanager eine geeignete Aufgabe. Die Arbeitsagentur oder private Vermittler helfen gerne weiter.  

  • Die Projektstrategie

    Oftmals ist Projektarbeit der Einstieg in die Festanstellung. Deshalb überlegen Sie sich genau, erstens welches Projekt Sie realisieren könnten und zweitens für welche Institutionen oder Firmen es interessant sein könnte. Treten Sie an die potentiellen Interessenten heran und überzeugen Sie sie von Ihrer Idee. Die Bereitschaft in ein Projekt einzuwilligen ist höher, als eine neue Stelle zu schaffen. So können beide Seiten herausfinden, ob es passt.

  • Die Baumeister-Strategie

    Schaffen Sie sich Ihren Traumjob einfach selbst. Entdecken Sie den Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt und schlagen Sie einem Träger vor, sich darum zu kümmern. Das funktioniert besonders gut im öffentlichen Bereich. Sind Sie von der Idee restlos überzeugt, können Sie es sogar wagen, einen eigenen Verein oder eine Stiftung zu gründen.

  • Die Power-Mail-Strategie

    Schreiben Sie eine E-Mail, die der Leser nicht ignorieren kann. Finden Sie heraus, an welchen Stellen Ihr Lieblingsunternehmen Nachholbedarf hat und präsentieren Sie sich als Lösung. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie in der Branche schon Erfahrungen und Kontakte haben. Für diese Variante muss „Ihr Können und Ihr Hintergrund“ sehr interessant sein.

  • Die Expertenstrategie

    Sie kennen sich mit einer speziellen Aufgabe oder einem Themengebiet gut aus und haben mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich? Dann könnte die Expertenstrategie die richtige sein. Wichtig ist, ihr Spezialgebiet so umfassend zu definieren, dass sie auf viele Angebote passen, aber gleichzeitig so viel Expertise zu besitzen, dass nicht viele mit Ihnen konkurrieren können. Die Autorin nennt sich zum Beispiel Expertin für neue Karrieren und nicht Spezialistin für MBA-Programme.

Eine Initiativbewerbung also?

Nein, eine gewöhnliche Initiativbewerbung ist meist zu wenig. Die flattert auf den Schreibtisch des Personalers und geht dann unter. Die Strategien müssen ausgefeilter, kreativer und nachhaltiger sein.

Geben Sie uns doch mal ein oder zwei Beispiele.

Die Angebotsstrategie zum Beispiel kann in vielen Fällen helfen. Suchen Sie sich Ihren Traumarbeitgeber aus und schauen Sie sich das Unternehmen genau an. Was fehlt der Firma noch, was Sie anbieten können? Das kann alles Mögliche sein vom Youtube-Werbevideo über neue Vertriebsmethoden bis hinzu Beziehungen in einen interessanten Auslandsmarkt. Besprechen Sie Ihre Idee mit dem Zuständigen. Erwähnen Sie an dieser Stelle noch nicht, dass Sie einen Job möchten. Zeigen Sie nur Interesse an der Firma. So kommen Sie ins Gespräch und zeigen gleichzeitig, was Sie können. 

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