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Bewerbung: Regeln für die Online-Bewerbung

von Jochen Mai

Acht von zehn Bewerbern (78 Prozent) sind sich unsicher bei den Regeln für die Online-Bewerbung, so das Ergebnis einer Stepstone-Umfrage unter rund 5000 Fach- und Führungskräfte. 24 Prozent davon geben zu, sich gar nicht mit dem Online-Bewerbungsverfahren auszukennen, die anderen 54 Prozent finden sich nur in Teilbereichen zurecht. Lediglich 22 Prozent der Befragten sind nach eigener Einschätzung voll im Thema.

Viele Menschen haben Probleme Quelle: dapd
Viele Menschen haben Probleme mit Online-Bewerbungen. Quelle: dapd

Dramatik erhält das Studienergebnis dadurch, dass rund 94 Prozent der Unternehmen offene Stellen heute im Internet ausschreiben, auf die sich laut einer Bitkom-Studie wiederum bereits rund ein Fünftel Kandidaten direkt online bewerben. Tendenz steigend. Oder anders formuliert: Die postalische Bewerbung wird allmählich von der Online- beziehungsweise E-Mail-Bewerbung verdrängt.

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Dabei sind die Kernregeln der Online-Bewerbung überschaubar. Hier die wichtigsten fünf:

Bevor Sie mit der Bewerbung loslegen, sollten Sie zunächst alle relevanten Informationen über das Zielunternehmen und den anvisierten Job recherchieren, zum Beispiel auf der Firmenhomepage. Sollten dabei wichtige Fragen entstehen oder offen bleiben, dürfen Sie ruhig in der Personalabteilung anrufen und nachfragen. Allerdings bitte nur gezielt, knapp und konkret. Das zeichnet Sie als zielstrebig aus. Bei der Gelegenheit können Sie freilich auch gleich nach dem richtigen Ansprechpartner für die E-Mail-Bewerbung und dessen Adresse fragen. Und bitte verschicken Sie jede Bewerbung einzeln und individuell.

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Digitale Bewerbungen haben den klassischen Mappen den Rang abgelaufen. Personalchefs bevorzugen inzwischen die Online-Bewerbung - doch in einigen Branchen ist Papier weiter Trumpf.

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Serienmails sind ein absolutes No-Go. Falls das Unternehmen für die Online-Bewerbung ein spezielles Formular auf dessen Homepage anbietet, sollten Sie das auch nutzen – und zwar alle Felder und möglichst ausführlich. Um Tippfehler zu vermeiden und besser zu wirken, sollten Sie die entsprechenden Textbausteine bereits in Ruhe und offline vorformulieren. Es schadet auch nicht, diese von einem Freund oder Profi gegenlesen zu lassen. Achtung übrigens bei Sonderzeichen! Das Euro-Symbol kann etwa bei Gehaltsvorstellungen zu unfreiwilliger Verwirrung führen, wenn die Programmversion des Empfängers ein anderes Zeichen daraus macht. Besser gleich EUR schreiben. Ebenso sollten Sie formatierte Dateien, wie Ihren Lebenslauf oder eingescannte Zeugnisse bereithalten. Das gilt freilich auch für die Variante, dass Sie Ihre Bewerbung per E-Mail verschicken und diese Dokumente anhängen. Achtung: Überfrachten Sie die E-Mail nicht. In den meisten Fällen dient eher dazu, auf die Bewerbung Leselust zu machen und die entsprechenden Anhänge – auch das Anschreiben – hinzuweisen. Und wählen Sie als Absender bitte unbedingt (!) eine neutrale E-Mail-Adresse, also nicht HotGirl69@hotmail.com, sondern Vorname.Nachname@Provider.de.

Insbesondere bei E-Mail-Bewerbungen kommt der Betreffzeile besondere Bedeutung zu: Sie ist das Entree zur Ihrer Bewerbung und vermittelt gleich einen ersten (und wichtigen) Eindruck beim Arbeitgeber in spe. Falls Sie sich auf eine konkrete Stellenanzeige bewerben, sollte der Betreff das Wort „Bewerbung“, den Job, auf den Sie sich bewerben sowie (falls vorhanden) die Kennziffer der Stellenanzeige enthalten. Das erleichtert der Personalabteilung Ihre Bewerbung sofort zuzuordnen. Bei sogenannten Blindbewerbungen sollte ebenfalls der Begriff „Bewerbung“ fallen, gefolgt von einer persönlichen Anrede und einem Slogan. Reizwörter erhöhen die Chance, Interesse zu wecken und gelesen zu werden. Also nicht “Bewerbung für einen Job”, sondern konkret: „Meine Bewerbung als Vertriebsleiter / Ihre Anzeige“.

Alternative Frage

"Warum möchten Sie sich beruflich verändern? Entspricht das jetzige Gehalt nicht Ihren Vorstellungen? Oder reizt Sie bei uns das internationale Umfeld?"

Darum geht´s: Der Personaler will Ihre Überzeugungen aufspüren - und er sucht keinen Mitarbeiter, der nur durch ein hohes Gehalt zu motivieren ist. Aber: Weder die eine noch die andere dargebotene Antwortvariante muss die Sachlage tatsächlich treffen. Vermutlich gibt es noch zig weitere Gründe für einen Arbeitgeberwechsel. Nennen Sie lieber einen, der sich mit dem Bedarf des neuen Arbeitgebers deckt.

Clevere Antwort: Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden auf meiner jetzigen Stelle. Mein Einsatz bei der Firma x hat gezeigt, dass ich Mitarbeiter gut motivieren kann. Der Krankenstand ist in meinem Team um 15 Prozent gesunken und die Fluktuation hat sich bei 3 Prozent eingependelt. Ich suche nach einer Herausforderung, bei der ich mich in ähnlicher Weise engagieren kann, und wünsche mir ein Umfeld, in dem ich mich selbst auch noch weiterentwickeln kann.

Quelle: Karriere.de

Bild: Fotolia

Überdies gilt: Halten Sie sich mit Formatierungs-Brimborium zurück. Ständig wechselnde Schriften (Fonts, fett, kursiv) oder Hintergründe sehen irgendwann nicht mehr interessant, sondern kitschig, verspielt und unseriös aus. Schlichte Eleganz kommt besser an. Die E-Mail selbst sollte zudem mit einer Signatur enden, die Ihren vollständigen Namen, Ihre Adresse, Ihre Telefonnummer(n) und vielleicht auch einen Link zu Ihrer Homepage oder zu Ihrem Online-Netzwerk-Account enthält. Und ganz wichtig: Auch wenn es sich um eine E-Mail oder ein Online-Formular handelt: ein lockerer Jargon ist tabu. Fügen Sie Ihrer Online-Bewerbung weder zu viele noch zu große Anhänge bei. Die ganze Bewerbung könnte sonst im Spam-Ordner landen. Bei der ersten Bewerbung erwarten Arbeitgeber ein Anschreiben, Lebenslauf, die wichtigsten Zeugnisse sowie manchmal auch Arbeitsproben. Das Bewerbungsfoto sollte Sie lieber im Lebenslauf integrieren. Und alle Dateien zusammen sollten nicht größer als vier Megabyte sein sowie sinnvoll und eindeutig benannt werden. Also nicht nur „Lebenslauf.doc“, sondern besser „Lebenslauf_Susanne_Mustermann.doc“. Noch besser ist, Sie speichern Ihre Anhänge stets im PDF-Format ab, dabei gehen keine Formatierungen verloren. Und ganz wichtig: Wenn Sie angefügte Unterlagen ankündigen, vergewissern Sie sich vor dem Abschicken, dass diese auch wirklich vom E-Mail-Programm hochgeladen wurden. Ein vergessener Anhang wirkt wie eine erste Schlampigkeit und wirft kein gutes Licht auf die Qualität Ihrer Arbeit.

Es gilt inzwischen als modern, einen Link zu einer eigenen Bewerbungs-Homepage mitzuschicken. Ich bin da eher skeptisch. Erstens, weil diese nie eine akkurate und vollständige Bewerbung ersetzen darf (und kann); zweitens, weil sie nur selten ergänzende Informationen bietet. Wenn überhaupt, sollten Sie eher den Link zu Ihrem Blog angeben, das Sie als Branchenexperten oder vernetzten Kommunikator ausweist. Ein Bewerberprofil lediglich im Internet zu hinterlegen, halte ich für überflüssigen und effektheischenden Schnickschnack.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.03.2011, 14:38 UhrKnolle

    überflüssiger Artikel

  • 15.02.2011, 15:41 UhrBewerber

    Das mit den Dateianhängen, -format und deren maximaler Größe ist manchmal aber auch sehr tricky. Manche Firmen, die z.b. eigene Eingabemasken nutzen, haben dbzgl. sehr strikte Restriktionen, die es dem Nicht-Computerexperten fast unmöglich machen, diesen zu genügen. Da wird z.b. das Gesamtdatenvolumen und die Anzahl der hochladbaren Docs derart beschränkt, daß selbst ich als ambitionierter PC-Freak Schwierigkeiten, habe ALLE Zeugnisse (6 S.) samt berufl. Lebenslauf (4 S.) und bewerbungsanschreiben (1 S.) in EiNE TiFF-/PDF-Datei hineinzuquetschen UND diese darf dann maximal 2 Mb groß sein. Des Rätsels Lösung war eine grottenschlechte Druckqualität / Auflösung, mit der ich mir - bzw. das Unternehmen selbst wohl eher ein Armutszeugnis ausgestellt hat. Aber so ist das, wenn die Unternehmen ihre Arbeit an den bewerber deligieren...., da ist es wie beim online-banking - am Schluß schiceßt man sich ins eigene Knie und ist selbst schuld, wenn´s schief geht. Und noch eines finde ich zunehmend lästig. Die Unternehmen erfinden eigene Eingabemasken, in die man jedesmal alle informationen per Hand eingeben muß. Das ist sehr zeitaufwändig. Doch die schlichte bewerbung per Mail wird gar nicht erst angeboten.

  • 13.01.2011, 11:30 UhrMirjam

    Die genannten Tipps mögen ihnen geläufig sein, als Frau aus der Praxis kann ich aber nur sagen: Es gibt immer noch jede Menge bewerberinnen, die einen Großteil der hier genannten Ratschläge nicht beherzigen. Es schadet also nicht, wenn immer wieder darauf hingewiesen wird.

    @Stock: 300 dpi reichen für gewöhnlich aus. Die Zeugnisse müssen auch nicht farbig eingescannt werden. Oft werden sie zur genaueren Durchsicht doch nur auf einem SW-Drucker ausgedruckt. Wichtig beim Umwandeln in pdf: Freeware-Programme wie freepdf oder pdf creator sind für Laien oft leichter zu handhaben als Acrobat Professional, wo man erst viele Voreinstellungen vornehmen muss, um seine Zeugnisse auch in einer akzeptablen Größe zu erhalten.
    Noch ein Tipp: Zeugnisse nicht erst als jpg-Datei in Word einfügen und dann erst in ein pdf umwandeln, sondern direkt als pdf-Datei ausgeben lassen.

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