Bewerbungen: Auf den letzten Satz kommt es an

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Bewerbungen: Auf den letzten Satz kommt es an

Bei Bewerbungen gibt es allerhand zu beachten: Die richtige Form, ein ansprechender Inhalt sowie korrekte Rechtschreibung und Grammatik. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem letzten Satz - da verschenken viele Jobsuchende Punkte.

Bei Bewerbungen kommt es auf das A und O an. Nämlich auf Anfang und Ende. Hier sind nämlich die Aufmerksamkeit des Lesers am größten. Eine Bewerbung sei zwar ein Gesamtkunstwerk, aus dem Kompetenz, Motivation und Persönlichkeit herausschimmern sollten, wie Branko Woischwill, Berater bei den Bewerbungs-Experten von Hesse/Schrader, erklärt. "Anfang und Ende sind häufige Stolpersteine für Bewerber", weiß der Experte. "Da beginnt die Bewerbung mit: 'Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle als...'. Das klingt nach Beamtendeutsch und steht ja so auch im Betreff." Allerdings ist zu Einstieg und Mittelteil - den DOs und DON'TS - in Bewerbungen schon jede Menge gesagt und geschrieben worden.

So muss ein Anschreiben aussehen

Jetzt hat sich ein Bewerber mühsam durch Teil eins und zwei des Anschreibens gequält, alle Formulierungsklippen umschifft, in knackigen Worten erklärt, warum er die Idealbesetzung für die ausgeschriebene Stelle ist - und dann kommt das: "Wenn Sie die Zeit haben, meine Unterlagen zu sichten und zu berücksichtigen und wenn Sie dann noch eventuell die Güte hätten - so Sie nicht einen geeigneteren Kandidaten haben - mich zu einem Gespräch einzuladen, in dem ich Ihnen beweisen darf, wie gut ich zu Ihnen passe, wäre ich Ihnen auf ewig dankbar."

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Bewerbungsstrategien für den Traumjob

  • Angebotsstrategie

    Analysieren Sie, was Ihrem Traumarbeitgeber fehlt. „Das kann alles Mögliche sein, vom Youtube-Werbevideo über neue Vertriebsmethoden bis hinzu Beziehungen in einen interessanten Auslandsmarkt“, schreibt Karriereexpertin Svenja Hofert in Ihrem Buch „Die Guerilla Bewerbung“, das im Campus Verlag erschienen ist. Die Kunst ist, das Defizit vor dem Arbeitgeber zu erkennen und ihn davon zu überzeugen, dass er es mit Ihrer Hilfe beheben kann.

  • Die Kettenbrief-Strategie

    Schlagen Sie Ihr Adressbuch auf und suchen Sie zehn Kontakte heraus, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem neuen Job behilflich sein könnten. Wichtig sind nicht nur Menschen, die direkt einen Arbeitsplatz für Sie haben könnten, sondern auch Personen, die viele interessante Kontakte haben. Schreiben Sie ein prägnantes Kurzprofil, schicken Sie es an Ihre Kontakte mit der Bitte es wiederum an zehn Kontakte weiterzuleiten.

  • Die Terminstrategie

    Persönlich miteinander in Kontakt kommen, das ist die Idee hinter dieser Strategie. Suchen Sie sich Ihren Wunscharbeitgeber und überlegen Sie, wer vor Ort der beste Ansprechpartner sein könnte. Rufen Sie einfach an, erklären Sie Ihr großes Interesse an dem Unternehmen und bitten Sie um einen kurzen Termin zum Kaffeetrinken. So ist der erste Kontakt hergestellt.

  • Die Anti-Aging-Strategie

    Suchen Sie sich eine Aufgabe, die Ihrem Alter entspricht. Das hört sich erstmal hart an, ist aber ganz plausibel. Bewerben Sie sich nicht auf Inserate, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraussetzen, denn hier liegen nicht Ihre Stärken. Für viele ältere Führungskräfte, die es am Ende der beruflichen Laufbahn nochmal wissen wollen, ist die Position des Interimsmanager eine geeignete Aufgabe. Die Arbeitsagentur oder private Vermittler helfen gerne weiter.  

  • Die Projektstrategie

    Oftmals ist Projektarbeit der Einstieg in die Festanstellung. Deshalb überlegen Sie sich genau, erstens welches Projekt Sie realisieren könnten und zweitens für welche Institutionen oder Firmen es interessant sein könnte. Treten Sie an die potentiellen Interessenten heran und überzeugen Sie sie von Ihrer Idee. Die Bereitschaft in ein Projekt einzuwilligen ist höher, als eine neue Stelle zu schaffen. So können beide Seiten herausfinden, ob es passt.

  • Die Baumeister-Strategie

    Schaffen Sie sich Ihren Traumjob einfach selbst. Entdecken Sie den Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt und schlagen Sie einem Träger vor, sich darum zu kümmern. Das funktioniert besonders gut im öffentlichen Bereich. Sind Sie von der Idee restlos überzeugt, können Sie es sogar wagen, einen eigenen Verein oder eine Stiftung zu gründen.

  • Die Power-Mail-Strategie

    Schreiben Sie eine E-Mail, die der Leser nicht ignorieren kann. Finden Sie heraus, an welchen Stellen Ihr Lieblingsunternehmen Nachholbedarf hat und präsentieren Sie sich als Lösung. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie in der Branche schon Erfahrungen und Kontakte haben. Für diese Variante muss „Ihr Können und Ihr Hintergrund“ sehr interessant sein.

  • Die Expertenstrategie

    Sie kennen sich mit einer speziellen Aufgabe oder einem Themengebiet gut aus und haben mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich? Dann könnte die Expertenstrategie die richtige sein. Wichtig ist, ihr Spezialgebiet so umfassend zu definieren, dass sie auf viele Angebote passen, aber gleichzeitig so viel Expertise zu besitzen, dass nicht viele mit Ihnen konkurrieren können. Die Autorin nennt sich zum Beispiel Expertin für neue Karrieren und nicht Spezialistin für MBA-Programme.

Das ist zugegebenermaßen übertrieben formuliert. Aber trotzdem ruinieren viele Bewerber mit zu viel Konjunktiv im letzten Satz den gerade erst entstandenen Eindruck. Woischwill rät, beim Schlusssatz nicht zu unterwürfig zu sein und keine Romane zu schreiben. "Der Bewerber sollte auf Augenhöhe sein", sagt er.

Weitere Artikel

Natürlich gibt es keine Mustersätze, die für jeden Job und jeden Bewerber passen, aber es gibt zumindest einige Fehler, die Bewerber vermeiden sollten: Konjunktiv, also "würde, könnte, wäre" schwächt Sätze ab. Wenn Sie sich auf eine Einladung freuen, schreiben Sie das auch und verwässern Sie die Formulierung nicht durch: Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mich zu einem Gespräch einladen könnten. Auch "ich wäre Ihnen sehr dankbar" ist hier fehl am Platze. Genauso wenig sollten Sie im letzten Satz einer Bewerbung gleich mit der Tür ins Haus fallen und Ihre Kontonummer nennen oder zu frech sein. "Ein guter letzter Satz ist: Ich freue mich auf ein persönliches Gespräch", findet Bewerbungsexperte Woischwill.

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