Bewerbungen: Personaler spielen Bullshit-Bingo

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Bewerbungen: Personaler spielen Bullshit-Bingo

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Bewerber schreiben alle das Gleiche in ihre Bewerbungen.

Kreativ, motiviert, teamfähig - so beschreiben sich deutsche Bewerber. Natürlich gibt es branchentypische Unterschiede - aber nur in der Häufigkeit der Verwendung. Die beliebtesten Phrasen in Bewerbungen.

Unternehmen suchen engagierte und hochmotivierte Mitarbeiter, die strategisch planen und Experten auf ihrem Gebiet sind. Und die bekommen sie auch. Zumindest in den Anschreiben. Mit denen lässt sich ganz vorzüglich Bullshit-Bingo spielen - die Karte sollten Personaler nach ganz wenigen Bewerbungen voll haben. Jedenfalls dann, wenn man sich die Liste der überstrapaziertesten Schlagwörter in LinkedIn-Nutzerprofilen ansieht. Sowohl in Deutschland als auch international beschreibt sich so gut wie jeder Nutzer des Karrierenetzwerkes als jemand mit Führungsqualitäten, motiviert und kreativ sind sowieso alle und auch an Leidenschaft mangelt es den Jobsuchenden nicht.


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Natürlich gibt es Unterschiede zwischen einzelnen Berufsgruppen: Marketingfachleute sind immer kreativ, Vertriebsspezialisten immer strategisch und Personaler haben durch die Bank weg Führungsqualitäten. Wer gerade von der Uni kommt oder in den letzten Zügen seiner Masterarbeit liegt, beschreibt sich aller Wahrscheinlichkeit nach als motiviert.

Bullshit-Bingo: Die häufigsten Schlagwörter in deutschen Bewerbungen

  • Platz 10: Engagement

    Sieht man sich die Selbstbeschreibungen Berufstätiger in Karrierenetzwerken an, liest man auf vielen Profilen dasselbe: engagiert landet im Ranking der überstrapazierten Füllwörter auf Platz 10. „Ich bin faul und schnell gelangweilt von einem Job“ klingt aber auch nicht gut...

    Quelle: LinkedIn

  • Platz 9: Erfolg

    „Ich bin erfolgreicher Marketing-Experte“ klingt doch besser als „ich kümmere mich um Werbung und Vermarktung“, oder? Platz neun geht an die Floskel „erfolgreich“

  • Platz 8: Erfolgsgeschichte

    Wenn Sie Ihr letztes Projekt beschreiben müssten, welchen Begriff würden Sie wählen? Richtig, es war eine Erfolgsgeschichte! Platz acht geht entsprechend an diese Floskel. In internationalen Bewerbungen landet die „Erfolgsgeschichte“ übrigens auf Platz 10.

  • Platz 7: Verantwortung

    „Mir ist alles egal“ sollte niemand in eine Bewerbung schreiben. Leider schreibt aber eine überwältigende Mehrheit, sie sei besonders verantwortungsvoll. Im Bewerbungsfloskel-Ranking lande das Adjektiv auf Platz sieben. Erstaunlich: International taucht das Wort unter den Top Ten gar nicht auf.

  • Platz 6: Leidenschaft

    Ohne Leidenschaft geht nichts, glauben die deutschen Bewerber – und schreiben das Wort fleißig in ihre Bewerbungen.

  • Platz 5: Experte

    Und damit der Personaler nicht glaubt, hier bewirbt sich ein Idiot, heben die Bewerber fleißig ihr „Expertenwissen“ hervor. Auch dieses Wort taucht erstaunlicherweise nicht unter den internationalen Top Ten-Floskeln auf.

  • Platz 4: Kreativität

    Kreativ ist man dagegen sowohl in Deutschland als auch international. Bei deutschen Bewerbungen nimmt „kreativ“ im Floskel-Ranking den vierten Platz ein.

  • Platz 3: Motivation

    "Ich will und ich werde": Platz drei geht an „motiviert“

  • Platz 2: Strategie

    Aber natürlich handelt niemand planlos, deutsche Bewerber sind allesamt „strategisch“.

  • Platz 1: Führungsqualitäten

    Will man in Erinnerung bleiben, sollte man sich von der Masse abheben. Da leider jeder Bewerber angibt, "Führungsqualitäten" zu haben, wird das schwierig.

Und irgendwie haben es die Unternehmen mit ihren immer gleichen Stellenanzeigen ja auch nicht besser verdient:

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Wer motivierte, flexible Leute oder kreative Köpfe für sein junges, dynamisches Team sucht, denen er dann auch noch die immer gleichen Floskeln ins Arbeitszeugnis schreibt, kann nicht erwarten, dass jemand ehrlich und frei von der Leber weg über seine Stärken und schwächen schreibt. Die Bewerber müssen ja fürchten, dass jeder, der sich nicht an den Duktus hält, sofort aussortiert wird. Trotzdem schadet es nicht, wenn Bewerber die Phrasen wie kreativ oder erfolgreich - gerade bei dem Wort "erfolgreich" - mit Leben füllen. "Erfolgreich abgeschlossene Projekte oder Empfehlungen, die auf eine bestimmte Eigenschaft Bezug nehmen, bieten sich hier an", sagt Alexandra Kolleth, Mitglied der Geschäftsleitung von LinkedIn Deutschland. Womit man Phrasen wie "leidenschaftlich" ausschmückt, bleibt jedem selbst überlassen.

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1 Kommentar zu Bewerbungen: Personaler spielen Bullshit-Bingo

  • In meiner Firma geht das ganz einfach: Wer sich bewirbt, ist raus.

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