Bildung: Mehr Lehrstellen als Bewerber

Bildung: Mehr Lehrstellen als Bewerber

Bild vergrößern

Erstmals seit sieben Jahren gibt es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt meint: "Es gibt immer noch zu viele Jugendliche, denen der Übergang in Ausbildung nicht oder nur sehr schwer gelingt."

Erstmals seit sieben Jahren gibt es in Deutschland mehr Lehrstellen als Bewerber. 5000 Plätze mehr als Anwärter waren zum Beginn des Ausbildungsjahres im September auf dem Markt. Ein Grund zum Ausruhen ist das nicht.

Obwohl es zum ersten Mal seit sieben Jahren mehr Lehrstellen als Bewerber gab, blieben 14.500 Jugendliche zum Start des Ausbildungsjahres im September ohne einen Ausbildungsplatz. 19.500 Lehrstellen waren offen. Im vorigen Jahr fehlten zu diesem Zeitpunkt 14.300 Plätze. Rein rechnerisch gab es zum Beginn des Ausbildungsjahres nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) 5000 Lehrstellen mehr als Bewerber.

Dies geht aus der heute in Berlin veröffentlichten Lehrstellenbilanz der Bundesagentur hervor. BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker betonte, Ursache für die Entspannung sei neben dem bislang guten konjunkturellen Umfeld auch die sinkende Zahl der Schulabgänger. Inzwischen könne - wenn man die rund 40 000 Plätze für berufliche Einstiegsqualifizierungen mitzähle - jedem Jugendlichen mindestens ein Angebot unterbreitet werden.

Anzeige

Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt sprach von einer sehr positiven Zwischenbilanz. Er fügte allerdings hinzu: „Es gibt immer noch zu viele Jugendliche, denen der Übergang in Ausbildung nicht oder nur sehr schwer gelingt.“ Daher seien größere Anstrengungen notwendig, um vor allem Jugendliche ausländischer Herkunft zu qualifizieren. Auch sei in den Schulen mehr zu tun für die Berufsorientierung.

Die meisten Lehrlinge stellten mit 343 259 Neuverträgen Industrie und Handel (plus 3,5 Prozent) ein, gefolgt vom Handwerk mit 153 081 (minus 1,6 Prozent). Allerdings gibt es beträchtliche regionale Unterschiede.

In der Gesamtwirtschaft wurden bis Ende September 539.560 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen. Das waren 9200 oder 1,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei legte die Zahl der Lehrstellen nur im Bereich der Industrie- und Handelskammern zu. Das Handwerk verzeichnete einen Rückgang um 1,6 Prozent auf knapp 153.100 neue Ausbildungsverträge.

Ihre Zusagen im Ausbildungspakt mit der Regierung hat die Wirtschaft bereits übertroffen. Bislang habe sie in diesem Jahr 68.300 neue Ausbildungsplätze angeboten und 42.700 Betriebe neu für eine Ausbildung gewonnen. Zugesagt hat die Wirtschaft jährlich mindestens 60.000 neue Lehrstellen. „Die Zahlen zeigen, dass das starke Engagement der Partner des Ausbildungspakts sich auszahlt“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Bundesagentur, Handwerk, Arbeitgeberverbänden und Bundesregierung.

In Regierungskreisen regt sich noch mehr: Gut eine Woche vor dem Bildungsgipfel stimmte der CDU-Bundesvorstand heute mit breiter Mehrheit für ein Bildungspapier. Damit soll es mehr Geld für Bildung und bundesweite Prüfungen in Deutsch und Mathematik geben. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Es sei ein wichtiges Signal, bis 2015 zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung zu investieren. Außerdem solle das Bildungssystem durchlässiger werden - und damit mehr Chancen für alle bieten.

Bei dem Streit zwischen CDU-Ministerpräsidenten ging es in den vergangenen Tagen um die Frage nach mehr Einfluss des Bundes und mehr Geld für die Länder. Die Unionsländer hatten gefordert, dass der Bund den Ländern mehr Geld aus dem Bildungsetat ohne konkreten Verwendungszweck gibt. Darüber sei nicht diskutiert worden, sagte Schavan. Am 22. Oktober beraten Bund und Länder in Dresden über die Bildung. Zeit zum Ausruhen bleibt den Politikern trotz der entspannten Lage am Ausbildungsmarkt wohl nicht.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%