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Einkommen: Kein Feilschen mehr ums Gehalt

von Nele Hansen

Zu hoch gepokert oder schlecht verkauft? Gehaltsverhandlungen sind schwierig. Vielen Stellenbewerbern ist das Feilschen ums Gehalt peinlich. Wie es ohne Feilschen geht, macht Österreich vor.

Hand hält verschiedene Quelle: dpa
Hand hält verschiedene Euro-Cent-Münzen. Quelle: dpa
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Die Kultur des lautstarken Feilschens wie auf orientalischen Bazaren ist den Deutschen fremd. Auch wenn sich hierzulande viele Preise verhandeln lassen, machen wenige davon Gebrauch. Umso unangenehmer ist es für viele, wenn sie ihren eigenen Wert beim Gehalt verhandeln müssen. Wie verkaufe ich mich richtig? Wie viel kann ich verlangen, ohne unverschämt zu wirken? – Das sind schwierige Fragen, die sich nicht nur Berufsanfänger stellen.

Am liebsten wäre es den Deutschen daher, wenn ihr Arbeitgeber das zukünftige Gehalt direkt in der Stellenanzeige angeben würde. Das ergab eine Umfrage des Karriereportals Monster unter 583 Nutzern. 91 Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, dass sich die Gehaltsverhandlungen dadurch erleichtern und vieles transparenter machen würden. Neun Prozent fanden, dass das Gehalt nicht in die Öffentlichkeit gehöre.

Österreich ist Vorreiter

Was in Deutschland gewünscht wird, ist in Österreich bereits Realität. Hier gibt es bereits eine gesetzliche Regelung, nach der Stellenanzeigen auch eine Gehaltsangabe enthalten müssen. Bislang setzen noch nicht alle Unternehmen diese Regelung um, ab Januar 2012 drohen allerdings Geldstrafen, falls das Gehalt in der Stellenanzeige fehlt.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.08.2011, 17:22 UhrAnonymer Benutzer: AndreasO

    Die Gehaltsverhandlung sollte gut vorbereitet sein. Gerade, wenn es um die Nachverhandlung des Gehalts geht, kann man durch gezieltes Planen die Wahrscheinlichkeit einer Gehaltserhöhung verbessern. Einen interessanten Artike zu diesem Thema habe ich hier gefunden: http://www.jobsuche-forum.de/blogs/admin/nachburner-gehaltsverhandlung-19/

  • 26.07.2011, 11:58 UhrAnonymer Benutzer: Österreich ist Vorreiter

    Gehaltsangaben in Stellenausschreibungen sind der richtige Weg in die Verblödung der Arbeitssuchenden. Kennt eigentlich noch jemand die guten alten Kollektivverträge? Kennt jemand noch das System Angebot und Nachfrage, das letztendlich den Aufschlag zum kollektivvertraglichen Entgelt bedeutet? Abgesehen davon stell ich mir bildlich das Ausschließungsverfahren für Arbeitslose vor, die Gehaltsangaben mit dem Arbeitslosengeld vergleichen und eine Kostennutzenrechung (oder Gehalt-Freizeit-Rechnung?) aufstellen.

    ich kann nur zitieren:
    "Liebe Regierungen, widmet euch doch einfach wieder der Gurkenkrümmungsgrad-Debatte... "

  • 20.07.2011, 13:31 UhrAnonymer Benutzer: Liebero

    Für mich als ingenieur und Personaler waren/sind die Gehaltsangaben zunächst KEiN hinreichendes Kriterium für eine bewerberabwahl. Denn leider ist der Anteil, fachlich ausreichend qualifizierter bewerber i.d.R. so klein, daß ich mir nicht von vornherein die GEEiGNETEN Kandidaten vorenthalte. Sollte jemand über den internen Vorgaben liegen aber willens und geignet sein, kann man meist auch erfolgreich verhandeln. Da gibt es viele Möglichkeiten für einen entsprechenden Vertrag. Wer allerdings nur über irgendwelche (aus bewerbersicht) aus der Luft gegriffenen Zahlen siniert, ist m.E. als Personaler fehl am Platz. Zwei Fragen führen einen meist zu den gewünschten informationen zur Dotierung. Aus Unternehmenssicht ist es die Frage nach dem aktuellen/ letzten Einkommen, die auf der einen Seite Klarheit schafft. Und aus bewerbersicht ist es die Frage nach eine betriebl. Eingruppierung (z.b. nach Tarif-/ERA-Gruppe oder z.b. firmenspezifischen Gehaltsgruppen). Andererseits sollte man als bewerber auch nicht zu ängstlich herangehen. Es muß plausibel und glaubwürdig sein. Denn wenn ein Unternehmen schon im bewerbungsgespräch alles kleinredet, den Job zunehmend tiefer hängt und die Jobinhalte "verharmlost", ist sowieso etwas faul. Dann lieber gleich die Finger weg.

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