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Executive MBA: Manager-Weiterbildung für den Sprung nach oben

von Noch Fragen? christian.schlesiger@wiwo.de

Der Executive MBA ist die Königsdisziplin der Managerweiterbildung. Ein großer Gewinn für junge Führungskräfte – falls sie die richtige Schule wählen. Top-Institute gibt es auch in Deutschland.

Erik Hummitzsch will es wissen. Er studierte Betriebswirtschaft an den Universitäten Mannheim und Grenoble und bildete sich in England zum Wirtschaftsprüfer weiter — völlig ausreichend für seinen Job als Berater bei PricewaterhouseCoopers (PwC). Doch Hummitzsch war das nicht genug. Und so absolviert er derzeit noch einen Executive Master of Business Administration (EMBA) an der Goethe Business School der Universität Frankfurt. „Ich möchte mich mehr in Richtung Unternehmensführung und Leadership entwickeln“, begründet der 32-Jährige seine Bildungslust. Als Senior Manager leitet Hummitzsch bei PwC bereits Projektgruppen mit bis zu fünf Leuten. Künftig wolle er gerne „mehr Führungsverantwortung übernehmen“, sagt er und büffelt nun an Wochenenden und abends nach der Arbeit Managementstrategien. Im Mai hat die Plackerei ein Ende. Dann darf er seine Visitenkarte mit dem begehrten Titel schmücken. Bereits jetzt scheint die Mühe zu fruchten: Durch den EMBA werde er bei PwC ganz anders wahrgenommen, mit dem zuständigen Vorstand treffe er sich inzwischen regelmäßig. Bei Entscheidungsträgern deutscher Unternehmen wird der Titel immer beliebter. Der Executive MBA ist die Königsdisziplin unter den Ausbildungsprogrammen und richtet sich – im Gegensatz zu den MBA-Vollzeitstudiengängen, in denen Studenten meist kurz nach der Hochschule per Rund-um-die Uhr-Betreuung das Einmaleins des Managements pauken – an erfahrene Manager mit erster Führungsverantwortung. Absolventen profitieren gewaltig von dem Abschluss. Die Ausbildung ist teuer, doch zahlt sie sich meist langfristig aus. Höhere Verantwortung und mehr Geld nur wenige Jahre nach dem Abschluss sind die Regel — vorausgesetzt, die Studenten wählen die richtige Schule und die Weiterbildung passt zu ihrem persönlichen Karriereplan. Teilnehmer von Executive-Programmen sind im Durchschnitt älter als 35 Jahre und tragen bereits Budget- und Personalverantwortung: Unternehmensberater in Projektteams, leitende Ingenieure sowie Ärzte in Führungspositionen gehören ebenso zu der Zielgruppe wie Kaufleute mit Projektverantwortung und Naturwissenschaftler an der Spitze von Forschungseinrichtungen. In der Regel dauern die EMBA-Programme 18 bis 24 Monate. Der Trend geht jedoch in Richtung kürzerer Programme. Auch 14-monatige Angebote befinden sich in den USA bereits auf dem Markt. Das Ziel der Teilnehmer: fit werden für den nächsten Karriereschritt, der Abteilungs-, Bereichs- oder Geschäftsleitung.

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Junge Führungskräfte erhalten hier das Rüstzeug zum General Manager. Sie lernen parallel zum Job die neusten Methoden im Marketing, Finanzen, IT und Unternehmensführung, bekommen wichtiges Feedback in Sachen Persönlichkeit und entwickeln ihre Soft Skills weiter: Verhandlungsführung, Konfliktlösung und Selbstmanagement. Fallstudien vermitteln den nötigen Praxisbezug. Zur Lösung der Fälle treffen die Teilnehmer Entscheidungen unter realistischen Bedingungen und Zeitdruck. Gute Dozenten übernehmen aktuelle Beispiele, die Schlagzeilen machen, unmittelbar in den Lehrplan, etwa den Kauf von YouTube durch Google, den Übernahmekampf zwischen den Lkw-Herstellern MAN und Scania oder die zähen Versuche des Energiekonzerns E.On, den spanischen Rivalen Endesa zu kaufen. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in die EMBA-Programme entlassen, profitieren davon ebenso. In den Hausarbeiten entwickeln die Hoffnungsträger oft Lösungen für reale Probleme ihrer Arbeitgeber. So erarbeitete Uta Niendorf an der Europäischen Wirtschaftshochschule in Berlin (ESCP-EAP) für den Lebensversicherer Skandia, bei dem sie als Corporate Developer unter Vertrag steht, ein strategisches Wertschöpfungsmodell. Zwischenergebnisse und konkrete Lösungsvorschläge besprach die 35-Jährige immer eng mit dem Deutschland-Chef von Skandia. Renommierte Business Schools fanden die Jungmanager bisher vor allem in den USA. Die Universitäten in Pennsylvania, Chicago, Washington und Harvard beispielsweise belegen in internationalen Ranglisten regelmäßig die vorderen Plätze. Ihr Vorteil: Die Vereinigten Staaten sind das Heimatland der Managementschulen, 1943 entstand das erste Executive-Programm in Chicago. Viele Schulen zehren noch heute von diesem Image. Dabei halten längst europäische Anbieter mit der Weltelite mit, zum Beispiel die London School of Economics, London Business School, HEC bei Paris, das Instituto de Empresa in Madrid oder das IMD in Lausanne. Glaubt man den Aussagen einiger Experten, läuft der deutsche Bildungsmarkt für Manager der Konkurrenz hinterher, die Rede ist gar vom Luschenmarkt. Doch das war einmal. Deutsche Führungskräfte brauchen für den EMBA nicht mehr ins Ausland reisen. Zwar finden sich hierzulande zahlreiche Anbieter, die mehr versprechen als leisten, von rund 150 Programmen in Deutschland sind drei Viertel nicht mehr als ein aufgepepptes BWL-Studium. Doch es gibt durchaus einige ernstzunehmende Anbieter, die sich binnen kurzer Zeit international einen Namen gemacht haben und solide Qualität bieten — vor allem weil sie mit weltweit renommierten Schulen kooperieren.

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