Gastgewerbe
Auch das Hotel- und Gastgewerbe braucht Leute - vom Hotelmanager bis zum Zimmermädchen werden Profis gesucht. Im Gastgewerbe fürchten immerhin 49 Prozent der Betriebe, im nächsten Jahr Einbußen hinnehmen zu müssen, weil es an qualifiziertem Personal fehlt.

Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen. Die Ursache liegt wohl in der Kluft zwischen den längst tradierten, der demographischen Realität nicht gerecht werdenden Vorstellungen von Rekrutern und HR Managern. Deren Suche nach erfahrenen, aber bitte unter 40-jährigen Spitzenkräften mit Gehaltsvorstellungen eines gehobenen Facharbeiters muss als Ergebnis Mangel an Bewerbern hervorbringen.

„Forschung und Entwicklung
Schon vertraut mit der verzweifelten Suche nach guten Leuten sind die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen großer Unternehmen. Naturwissenschaftler und Techniker werden von 48 Prozent der Betriebe mit Kusshand genommen.“
Ich persönlich wäre mittlerweile froh, wenn man mir anstatt der Hand auch nur den Hintern küssen würde. Tatsächlich aber ist es so, daß auf viele Bewerbungen noch nicht erinmal eine Absage erfolgt. Dort, wo Absagen gekommen sind, mußte ich entweder nachhaken und/oder es sind irgendwelche Standardfloskeln gekommen.
Daß ich, promovierter Diplom-Chemiker, damit nicht alleine stehe, zeigt allein schon der Umstand, daß ich mich auf eine Stelle nie alleine bewerbe, sondern immer auch noch Mitbewerber habe. Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß dies alle oder zum größten Teil Spinner oder Hochstapler sind. Wenn, dann gibt es eher einen Mangel an adäquaten Jobs für alle hochqualifizierten Leute. Wirklicher „Fachkräftemangel“ aber sieht anders aus.
Dr. Jens Romba

Im Jahr 2003 warb die Region Swerdlowsk um rückkehrwillige Russlanddeutsche mit kostenlosen Bauplätzen und billigem Baumaterial. Das liegt nun fast 10 Jahre zurück. Noch vergangener ist der legendäre Lehrermangel in den 1960er Jahren, auch da operierten die Kommunen mit fast geschenktem Bauland und Quereinsteiger in den Lehrerberuf waren hoch willkommen. So sieht echter Fachkräftemangel aus - und so die äußerst entgegenkommenden Konditionen für die heiß erwünschten Bewerber. Lang ist's her, wir können uns kaum noch daran erinnern.