Gute Jobchancen im Herbst: Welche Branchen Mitarbeiter suchen

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Gute Jobchancen im Herbst: Welche Branchen Mitarbeiter suchen

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Manpower Arbeitsmarktbarometer: Zwölf Prozent der Arbeitgeber planen Neueinstellungen im vierten Quartal.

Die Stimmung bei den deutschen Unternehmen ist gut: Zwölf Prozent wollen im vierten Quartal neue Mitarbeiter einstellen. Das sind so viele wie seit drei Jahren nicht mehr. Wer neue Mitarbeiter sucht - und wo.

Wer sich gerade beruflich verändern möchte, hat gute Chancen: Die Einstellungsbereitschaft der deutschen Unternehmen ist so hoch wie seit 2013 nicht mehr. Zwölf Prozent der Unternehmen in Deutschland wollen ab Oktober neue Leute einstellen. Das ist das Ergebnis des Arbeitsmarktbarometers des Personaldienstleisters ManpowerGroup, wofür quartalsweise mehr als 59.000 Arbeitgeber in 43 Ländern zu ihren Einstellungs- und Entlassungsplänen im jeweils kommenden Quartal befragt werden. Die Ursprungswerte werden mithilfe einer Methode zur Saisonbereinigung von jahreszeitlichen Schwankungen befreit.

Entlassungen nur bei Bergbau- und Landwirtschaftsunternehmen

Demnach wollen in Deutschland vor allem Firmen aus der Branche Elektrizität, Gas und Wasser sowie der Finanzbranche Mitarbeiter einstellen. "Die Einstellungsbereitschaft trotzt den zuletzt verhaltenen Konjunkturdaten. Insgesamt wollen 97 Prozent der Arbeitgeber ihre Belegschaft halten oder noch erweitern", stellt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland, fest. Nur im Bergbau und der Landwirtschaft wollen Betriebe in den nächsten Monaten Kündigungen verschicken.

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Jobsuche: Wer 2016 noch Mitarbeiter einstellt - und wen

  • Versorger

    Die Energiewende hat viele Energieversorger zu gravierenden Umbauprozessen gezwungen. Mittlerweile kommen die Betriebe wieder in ruhigeres Fahrwasser - und suchen neue Leute. Bei den Strom-, Gas- und Wasserversorgern stieg der saisonbereinigte Netto-Beschäftigungsausblick im Vergleich zum vorherigen Quartal um drei auf aktuell 14 Prozentpunkte. Heißt konkret: 17 Prozent der Unternehmen dieser Branche wollen im vierten Quartal neu einstellen, keine einzige Firma rechnet mit Personalabbau.

    Quelle: Arbeitsmarktbarometer der Manpower Group

  • Öffentlicher Dienst

    Der öffentliche Sektor hat den größten Sprung gemacht. Nachdem sich im dritten Quartal 2016 die Pläne für Personalab- und aufbau noch die Waage hielten, sollen im vierten Quartal jetzt mehr Menschen eingestellt werden. Grund dafür sind steigende Steuereinnahmen und die nötige Betreuung und Integration von Flüchtlingen, die mehr Personal erfordert. Insgesamt 15 Prozent der öffentlichen Arbeitgeber wollen noch in diesem Jahr weitere Mitarbeiter einstellen.

  • Finanzbranche

    Auch der Finanzsektor bleibt optimistisch mit einem leichten Anstieg auf einen Netto-Beschäftigungsausblick von 13 Prozentpunkten. Besonders am Finanzplatz Frankfurt werden Leute gesucht. "Ein Faktor für den Boom in der deutschen Finanzmetropole ist die Brexit-Entscheidung in Großbritannien. Banken und öffentliche Einrichtungen fassen Alternativen zu London ins Auge, davon wird der Standort am Main profitieren", sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland.

  • Produzierendes Gewerbe

    Der Beschäftigungsausblick im produzierenden Gewerbe hat sich inzwischen im vierten aufeinanderfolgenden Quartal verbessert. Er steigert sich im Vergleich zum vorherigen Quartal um drei auf starke acht Prozentpunkte.

  • Kleine Unternehmen

    Der Trend aus dem dritten Quartal, dass vor allem große Arbeitgeber Neueinstellungen planen, setzt sich im vierten Quartal fort. Aber auch bei kleineren Arbeitgebern steigt die Zuversicht: 17 Prozent von ihnen planen Neueinstellungen ab Oktober, im vorherigen Quartal waren es nur acht Prozent.

  • Unternehmen aus München

    18 Prozent der Münchner Arbeitgeber wollen noch in diesem Jahr weitere Mitarbeiter einstellen. Damit kann München die Führungsposition im vierten Quartal in Folge halten. Als Münchner Wachstumsmotoren gelten besonders die Informations- und Kommunikationstechnologie, Dienstleistungen, sowie wissensintensive Branchen wie Life Sciences, Medizin- und Umwelttechnologien. Die bayrische Landeshauptstadt ist Versicherungsstandort Nummer eins.

  • Unternehmen aus Frankfurt

    Auf Platz zwei liegt die Bankenmetropole Frankfurt am Main. Im dritten Quartal meldete die hessische Metropole einen saisonbereinigten Netto-Beschäftigungsausblick von -1 Prozentpunkt. Der steigt nun um beeindruckende 12 Prozentpunkte an. Heißt: Hier wollen 14 Prozent der Unternehmen noch in diesem Jahr weitere Arbeitnehmer einstellen. Personalabbau plant dort kaum einer der befragten Arbeitgeber.

  • Unternehmen aus Berlin

    Für Jobsuchende ist Berlin in den nächsten Monaten weniger sexy: Zwar wollen 13 Prozent der befragten Arbeitgeber noch in diesem Quartal Leute einstellen. Elf Prozent planen dafür Kündigungsrunden.

  • Gesucht: Digitale Generalisten

    Unabhängig von Branche und Region suchen Unternehmen, die Digitalexperten einstellen wollen, eher nach Allroundtalenten als nach Nerds, wie eine Studie der Personalvermittler Hays zeigt. So sucht die Automobilbranche bevorzugt nach bei der Digitalisierung erfahrenen Experten (55 Prozent) statt Hochschulabsolventen (36 Prozent) und deutlich mehr nach Generalisten (62 Prozent) als nach Themenspezialisten (35 Prozent). Die Pharmaindustrie bevorzugt ebenfalls erfahrene Spezialisten (68 Prozent), weit vor Absolventen (25 Prozent). Anders stellt sich das Bild bei Banken dar: Sie setzen stärker auf Absolventen (62 Prozent) als auf erfahrene Experten (31 Prozent). Aber auch diese Branche zieht Generalisten (85 Prozent) Themenspezialisten (14 Prozent) vor.

  • Außerdem gesucht: Umsatzbringer statt kreative Köpfe

    Zumindest in der Automobil- und der Pharmabranche setzt man derzeit weniger auf Kreativität, wie die Befragung von Führungskräften durch Hays ergab. Demnach wollen 63 Prozent der Führungskräfte aus der Automobilbranche zunächst umsetzungsorientierte Mitarbeiter. Auch die Pharmakonzerne setzen klar auf Umsetzer (74 Prozent) und lassen kreative Köpfe (23 Prozent) eher außen vor.

Besonders kleinere Unternehmen sind jetzt auf der Suche nach neuen Leute, so Brune. "Während viele Großunternehmen bereits im dritten Quartal angefangen haben, Personal aufzustocken, haben kleinere Firmen zunächst die Entwicklung der Auftragslage abgewartet. Nun weiten sie ihre Bemühungen aus, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden", so Brune. Insgesamt wollen 17 Prozent der befragten Kleinbetriebe neu einstellen.

Das kann auch Markus Röhler bestätigen. Er ist der Geschäftsführender Gesellschafter der aduvi GmbH, einem Unternehmen, das sich auf die Vermittlung von Jobs und Ausbildungsstellen auf Prämienbasis spezialisiert hat. "Das Handwerk sucht ganz stark", sagt Röhler. Hier besonders gefragt: Spezialisten aus de Elektronik und Elektrotechnik. Der Bedarf kleiner Unternehmen nach Fachkräften und Lehrlingen sei enorm, so Röhler.

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Wer dagegen aus der Finanz- und Versicherungsbranche, der Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Sciences oder der Medizin- und Umwelttechnologiebranche kommt, hat sehr gute Chancen in München. Dort wollen 18 Prozent der Unternehmen neu einstellen - besagte Branchen bevorzugt. Auch in Frankfurt regnet es im Herbst Jobs für Finanz- und Versicherungsexperten.

"Ein Faktor für den Boom in der deutschen Finanzmetropole ist die Brexit-Entscheidung in Großbritannien. Banken und öffentliche Einrichtungen fassen Alternativen zu London ins Auge, davon wird der Standort am Main profitieren", sagt Brune.

Wem München und Frankfurt noch zu nah sind, für den ist vielleicht Irland eine Alternative: Im Vergleich der übrigen europäischen Länder wollen die Arbeitgeber auf der grünen Insel die meisten neuen Mitarbeiter einstellen.

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