Höheres Gehalt, mehr Verantwortung: Mehr Festangestellte suchen neuen Job

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Höheres Gehalt, mehr Verantwortung: Mehr Festangestellte suchen neuen Job

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Angestellte in der Technologiebranche und in der Industriefertigung suchen besonders häufig nach einer besseren Stelle.

von Nora Schareika

Neues lernen, mehr Geld verdienen, schneller aufsteigen: Die Hoffnung auf bessere Bedingungen treibt viele Festangestellte in die Jobsuche, zeigt eine Umfrage unter Bewerbern. Personaler müssen sich Gedanken machen.

Diese Zahl sollte Personaler und Unternehmensführungen aufhorchen lassen – zumindest in boomenden Branchen mit Fachkräftemangel. Einer Umfrage unter Bewerbern einer Personalberatung zufolge sucht fast jeder zweite der Befragten (45 Prozent) eine neue Stelle, obwohl er oder sie bereits in einer Festanstellung arbeitet. Die Beratungsfirma Page Group, die die Umfrage europaweit durchgeführt hat, führt dies auf wachsende Zuversicht unter Arbeitnehmern wegen des Wirtschaftswachstums und Fachkräftemangel zurück.

Die Arbeitnehmer, die aus sicheren Stellen heraus zu neuen Ufern aufbrechen wollen, stammen laut Page Group mehrheitlich aus dem Technologiesektor und aus der Industriefertigung (17 beziehungsweise 22 Prozent). Damit zeigt das Umfrageergebnis einen Querschnitt durch Branchen, die besonders unter Fachkräftemangel leiden. Befragt wurden 6200 Bewerber in zwölf europäischen Ländern, darunter 620 aus Deutschland.

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Die Jobsuchenden hoffen demnach, neue Fähigkeiten entwickeln zu können (43 Prozent) und mehr zu verdienen (26 Prozent). Ein anderer Faktor sind fehlende Entwicklungsmöglichkeiten in der alten Stelle (31 Prozent). Der Optimismus scheint groß zu sein - auch wenn andere Umfragen ergaben, dass er häufig in Enttäuschung mündet: Die Hälfte der Bewerber ist sich sicher, in weniger als drei Monaten bei der Jobsuche erfolgreich zu sein, drei Viertel (74 Prozent) sind sich sicher, dass sich ihre Hoffnung erfüllt und sie ihre Kompetenzen verbessern werden. 57 Prozent glauben, dass sich ihre Karriere besser entwickeln wird, 56 Prozent erwarten ein höheres Gehalt und 54 Prozent mehr Verantwortung.

Herausforderung gesucht Warum die Deutschen den Job wechseln

Die Hälfte der Deutschen ist sich sicher: Wenn sie jetzt kündigen, haben sie binnen drei Monaten einen neuen Job. Und zwar einen, bei dem sie sich weiterentwickeln können. Das sollte Führungskräften zu denken geben.

Wenn die Deutschen einen neuen Job suchen, dann um Neues zu lernen. Quelle: dpa

Für Unternehmen ergibt sich daraus eine noch vielfach ungewohnte Situation: Sie müssen mehr tun, um ihre Mitarbeiter zu halten, mahnt der Personaldienstleister. Geeignete Maßnahmen seien, attraktivere Arbeitsmodelle zu schaffen und mehr fürs Wohlbefinden ihrer Angestellten zu tun. „Zwischenmenschliche Faktoren wie Arbeitsklima, Wertschätzung sowie Vertrauen werden im Arbeitsleben immer essentieller“, resümiert PageGroup-Geschäftsführer Goran Barić. „Wer seinen Mitarbeitern zuhört, gemeinsam mit ihnen individuelle Karriereperspektiven ausarbeitet sowie gute Leistung entsprechend honoriert, kann seine Mitarbeiter langfristig ans Unternehmen binden.“

Dabei wünschen sich gerade junge Berufsanfänger die langfristige Bindung noch gar nicht. Sie wollen Erfahrungen in unterschiedlichen Unternehmen sammeln. Für sie müssten neue Strukturen geschaffen werden wie zum Beispiel Projektarbeit in flexiblen Beschäftigungsmodellen. „Das bedeutet auch, dass starre Hierarchien und Prozesse in der Arbeitswelt nicht mehr funktionieren“, so Barić.

Der aus der Umfrage erstellte Bewerberindex soll die Gesamtzuversicht eines Landes ausdrücken. Bei 620 Befragten ist das vielleicht ein wenig gewagt. Vergleichbarkeit mit den anderen abgefragten Ländern ist trotzdem gegeben. In dem Bewerberindex steht Deutschland in Sachen Zuversicht knapp hinter Schweden auf Platz zwei. Alle Ergebnisse sind hier zu finden.

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