Home-Office & Sabbaticals: Der Süden braucht eine Pause

Home-Office & Sabbaticals: Der Süden braucht eine Pause

Bild vergrößern

In Süddeutschland stehen Home-Office und Sabbatical ganz oben auf der Wunschliste von Arbeitnehmern.

Wer online einen Job sucht, gibt dabei eine ganze Menge über sich preis: So wollen Bewerber aus Bayern vor allem im Home-Office arbeiten und Hamburger eine Gehaltserhöhung. Das Nord-Süd-Gefälle hat Gründe.

Bei Jobsuchmaschinen im Netz ist es wie mit Immobilienportalen. Zunächst gibt man ein was – Einfamilienhaus oder Koch – und wo – Berlin oder Wuppertal – gesucht wird. Danach können die User die Treffer filtern: Wie viel Zimmer soll das Haus haben, soll der Job in Voll- oder Teilzeit sein, mieten oder kaufen beziehungsweise Gehalt und Sonderleistungen des Arbeitgebers. Das hilft nicht nur dem User,bei der Suche. Es gibt den Portalen eine Menge Daten an die Hand.

Bei der Metasuchmaschine Joblift wurde rund zwei Jahre lang genau hingeschaut, wer was sucht. Das Ergebnis: Während in Süddeutschland vor allem nach Jobs gesucht wird, bei denen arbeiten im Home-Office und längere Auszeiten, sogenannte Sabbaticals, möglich sind, wollen Bewerber aus dem Norden vor allem mehr Geld.

Anzeige

Die Unterschiede sind signifikant: Im Süden ist die Nachfrage nach Work-Life-Balance um 57 Prozent höher als im Rest der Republik. Die Nachfrage nach einer Gehaltserhöhung liegt in Norddeutschland 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.

Die Arbeit im Home-Office hat ihre Tücken. Für wen die Heimarbeit geeignet ist, was Arbeitnehmer und -geber beachten sollten und welche Steuertricks es gibt, lesen Sie in unserem Dossier zum Download.

Was das Home-Office angeht, sind die Bayern Spitzenreiter. Jeder Bewerber aus Bayern, der in den letzten zwei Jahren auf Joblift nach einer neuen Stelle gesucht hat, legte Wert darauf, von daheim arbeiten zu können. Dafür wünschte sich jeder Bewerber aus Hessen die Möglichkeit, ein Sabbatical zu machen und jeder Hamburger will eine Gehaltserhöhung.

Auffällig ist jedoch, dass Hamburg auch beim Thema Work-Life-Balance relativ weit vorne liegt: Home-Office wollen 85 Prozent, Sabbaticals 80 Prozent der Bewerber. Das lässt entweder vermuten, dass der Arbeitsmarkt in der Hansestadt ein höheres Gehalt mit einem ausgeglichenen Arbeits- und Privatleben vereinbart – oder beides vermissen lässt.

Allgemein lässt sich die Sehnsucht des Südens nach Home-Office und die des Nordens nach mehr Geld mit der jeweiligen Arbeitsmarktsituation erklären. So sind in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen die Gehälter dank der ansässigen Dax-Konzerne beziehungsweise des Finanzsektors hoch. Das Durchschnittsgehalt liegt bei 3181 Euro brutto im Monat. Die Arbeitslosigkeit ist mit durchschnittlich 4,3 Prozent eher gering. Salopp gesagt, herrscht in diesen Bundesländern ein Luxusproblem: Weil die Ausgangslage so gut ist, kann man über andere Dinge nachdenken - zum Beispiel mehr Flexibilität.

Neuer Job: Das suchen Bewerber aus verschiedenen Bundesländern

  • Deutschland im Durchschnitt

    Berufstätige in Deutschland suchen, wenn sie den Job wechseln wollen, nach unterschiedlichen Dingen. Dem einen ist mehr Geld wichtig, der andere wünscht sich mehr Zeit für die Familie.

    Trotzdem: Im Mittel wollen 78 Prozent der Deutschen, die nach einem neuen Job suchen, damit auch mehr Geld verdienen. 68 Prozent legen Wert darauf, zumindest teilweise im Home-Office arbeiten zu können und 72 Prozent möchten die Möglichkeit haben, ein Sabbatical zu nehmen.

    Quelle: Joblift

  • Bayern

    Home-Office: 100 Prozent

    Sabbatical: 90 Prozent

    Gehaltserhöhung: 80 Prozent

  • Baden-Württemberg

    Home-Office: 80 Prozent

    Sabbatical: 90 Prozent

    Gehaltserhöhung: 77 Prozent

  • Brandenburg

    Home-Office: 82 Prozent

    Sabbatical: 78 Prozent

    Gehaltserhöhung: 80 Prozent

  • Bremen

    Home-Office: 70 Prozent

    Sabbatical: 2 Prozent

    Gehaltserhöhung: 83 Prozent

  • Berlin

    Home-Office: 85 Prozent

    Sabbatical: 70 Prozent

    Gehaltserhöhung: 75 Prozent

  • Hamburg

    Home-Office: 85 Prozent

    Sabbatical: 80 Prozent

    Gehaltserhöhung: 100 Prozent

  • Hessen

    Home-Office: 97 Prozent

    Sabbatical: 100 Prozent

    Gehaltserhöhung: 78 Prozent

  • Niedersachsen

    Home-Office: 60 Prozent

    Sabbatical: 70 Prozent

    Gehaltserhöhung: 80 Prozent

  • Mecklenburg-Vorpommern

    Home-Office: 70 Prozent

    Sabbatical: 2 Prozent

    Gehaltserhöhung: 88 Prozent

Wer auf darauf Wert legt, wird in Branchen wie der Informations- und Kommunikationstechnologie sowie dem Handel glücklich. Hier gibt es laut Joblift die meisten Stellen mit Home-Office-Möglichkeiten. Sabbaticals bieten ebenfalls die IKT-Branche sowie Unternehmen aus dem Gesundheitswesen an.

Die weltweite Nachfrage nach Sabbaticals steigt übrigens kontinuierlich: Binnen zehn Jahren ist das Suchvolumen um 40 Prozent angestiegen. Dagegen hat das Home-Office in derselben Zeit um 83 Prozent eingebüßt. Die Studienautoren erklären sich das dadurch, dass flexibles Arbeiten zuhause häufig wenig entlastet, sondern zu Überstunden und Selbstausbeutung führt.

Der Vorwurf ist auch in Deutschland nicht neu. Trotzdem wollen gerade die Briten und Deutschen weiterhin verstärkt im Home-Office arbeiten. Der Rest der Welt macht derweil lieber ein Sabbatical.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%