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Internationale Uni-Kooperationen: Doppelt hält besser beim Executive-MBA-Abschluss

von bärbel schwertfeger erfolg@wiwo.de

Beim Executive MBA setzen Business Schools verstärkt auf internationale Kooperationen. Die Studenten profitieren.

Eigentlich hätte es „nicht funktionieren können“, sagt Donald Jacobs. „Aber wir waren Freunde und haben uns blind vertraut.“ Als der ehemalige Dekan der Kellogg School of Management in Chicago vor zehn Jahren mit seinem deutschen Fachkollegen an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU), Horst Albach, den ersten gemeinsamen Studiengang startete, gab es nicht einmal einen richtigen Vertrag. Und der MBA war in Deutschland noch unbekannt. Die Risikobereitschaft der beiden Freunde zahlte sich aus. Heute gehört das Executive-MBA-Programme von Kellogg/WHU weltweit zu den besten. Im „Finan-cial Times“-Ranking liegt es auf dem zwölften Platz. Das Erfolgsmodell findet Nachahmer. Kooperationen sind „der Hype“ in der MBA-Szene, sagt Philippe Naert, Dekan der niederländischen TiasNimbas Business School. Die Gründe dafür sind vielfältig: Junge Schulen brauchen etablierte Partner, um zu überleben; gleich starke Schulen nutzen Synergien, um noch besser zu werden. Allen Programmen ist gemein: Die Studenten erhalten einen „Joint Degree“ – einen gemeinsamen MBA-Titel beider Institute. Gut für die Studenten: Der Wert des Abschlusses steigt, außerdem verbessert sich die Lehre. Studenten sollten die Programme allerdings genau prüfen. Denn die Qualität schwankt stark. „Das ist eine trickreiche Sache“, warnt TiasNimbas-Dekan Naert und erinnert sich an einen Fall an der renommierten Business School Insead im französischen Fontainebleau, als er dort Direktor war. „Damals kaufte eine nicht sehr renommierte Schule ein einwöchiges Programm bei uns ein und warb dann mit ihrer ,Kooperation‘ mit Insead“, erzählt er. „Für uns war das nur ein normaler Kunde, der einen Kurs einkauft.“ Insead forderte die Schule damals auf, die irreführende Werbung zu unterlassen. Auch bei der vermeintlichen Internationalität ist Vorsicht geboten. Oft steckt hinter angekündigten Auslandsaufenthalten nur ein akademisches Tourismusprogramm. „Heute nennt sich jeder global, wenn er eine Woche in Shanghai einen Seminarraum gemietet hat“, kritisiert Wolfgang Jenewein. Er ist Geschäftsführer des Executive-MBA-Programms, das die Schweizer Universität St. Gallen gemeinsam mit der kanadischen Rotman School of Management anbietet. Im Idealfall arbeiten Studenten im Ausland in internationalen Teams zusammen, hören dort Vorlesungen und kooperieren mit lokal ansässigen Unternehmen. So macht es das schweizerisch-kanadische Hochschul-Duo. Die Teilnehmer studieren in der Schweiz, in Kanada, Brasilien, Indien und China. Zudem erhalten sie vor jedem Ausbildungsmodul eine konkrete Aufgabe aus einem Unternehmen. Bei ihren Firmenbesuchen präsentieren die Studenten dann ihre gemeinsam erarbeiteten Lösungen vor dem Top-Management.

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Das Programm wurde von beiden Schulen konzipiert. „Bei uns gibt es eine doppelte Qualitätssicherung“, sagt Jenewein. Zudem erhalten die Teilnehmer aus durchschnittlich elf Nationen das Beste aus zwei Welten. So hat Toronto die Verantwortung für „Leadership“ und „Finanzen“, weil das Renommee der Kanadier in diesen Fächern Weltniveau hat. St. Gallen hingegen verantwortet die Themen „Strategie“ und „Accounting“. Hier gehören die Schweizer zu den renommiertesten Adressen. Die niederländische TiasNimbas setzt deswegen gar auf ein Quartett: Zusammen mit der amerikanischen Purdue University in West Lafayette, der Central European University (CEU) in Budapest und der Gisma Business School in Hannover bietet die Schule das Programm „International Master’s in Management“ (IMM). Der Unterricht findet an allen Schulen statt. Zudem erhalten die Absolventen auch hier zwei MBA-Abschlüsse — einen von Purdue und einen weiteren von TiasNimbas oder der CEU. Die Doppel-Abschlüsse überzeugen viele Nachwuchsmanager. Der Werbeeffekt solcher Kooperationen für die Studierenden ist enorm. Auch, weil die Business Schools als Konglomerat in Rankings oft viel besser abschneiden als im Alleingang. Seit 2003 gibt es beispielsweise den Studiengang, an dem TiasNimbas beteiligt ist, in dieser Konstellation. Als Gemeinschaftsprodukt schaffte es der IMM im „Financial Times“-Ranking auf Platz elf. Alleine dagegen kam keine der beteiligten Schulen unter die Top 100. Durch ein ausgeklügeltes Kooperationsmodell hat jede Business School zudem ein Interesse daran, das Image dauerhaft auf hohem Niveau zu halten: Die Studiengebühren werden in einen Topf einbezahlt und wenn alle Kosten beglichen sind, wird der Rest je nach Zahl der rekrutierten Studenten ausbezahlt. „Das erhöht den Anreiz für jede Schule, Teilnehmer zu rekrutieren“, sagt Annegret Zurawski, akademische Direktorin der Gisma.

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