ThemaJobsuche

alles zum Thema
_

Jobchancen: Die jungen Alten erobern den Arbeitsmarkt

von Kristin Schmidt

Mit über 50 Jahren beruflich nochmal neu anzufangen war früher fast unmöglich. Heute ist das anders. Das liegt nicht nur am demografischen Wandel, sondern auch am Lebensgefühl der Generation 50plus.

Hartmut Mehdorn Quelle: dpa
Kein bisschen Müde: Manager wie Hartmut Mehdorn machen es vor. Der 70-Jährige heuerte erst vor einem Jahr bei Air Berlin als CEO an Quelle: dpa

Mit spätestens 62 Jahren in Rente, sich niederlassen in einer kleinen Finca an der spanischen Küste und endlich mal Zeit für Hobbies und Familie. Längst ist das nicht mehr die allgemein verbreitete Lebensplanung. Manager wie Hartmut Mehdorn machen es vor. Der 70-Jährige heuerte vor einem Jahr bei Air Berlin als CEO an. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Generali Zukunftsfonds ergab, dass rund die Hälfte der Erwerbstätigen und der Rentner sich mit Mitte 60 noch zu jung fühlen, um in Rente zu gehen.

Anzeige

Heutige 60-Jährige fühlen sich wie früher die 50-Jährigen. Eine Erfahrung, die auch Personalberater Ernst Heilgenthal von Gemini Executive Search macht. Er ist selbst 64 Jahre alt und trotz graumeliertem Haar und Brille sieht er nicht aus wie einer, der in wenigen Jahren in den Ruhestand geht. Seine Generation sei „jung alt geworden“, sagt er. Was er damit meint: Trotz fortschreitenden Alters ist der mentale Unterschied zwischen ihnen und den 30-Jährigen geringer als vor einigen Jahrzehnten. Auch körperlich sind sie nicht mit der Vorgängergeneration zu vergleichen. Das zeigt schon die stetig steigende Lebenserwartung.

Karrieresprünge im fortgeschrittenen Alter möglich

Als Personalberater hat Heilgenthal die Erfahrung gemacht, dass viele gar nicht wissen, was sie in einem Leben nach dem Beruf machen sollen. Erst kürzlich hat er einen 58-Jährigen auf einen CEO-Posten vermittelt. Karrieresprünge im fortgeschrittenen Alter sind also ebenfalls noch möglich. Auch als Interimsmanager werden gerne Führungskräfte jenseits der 50 eingestellt. Bei Restrukturierungen und Sanierungen zahlt sich Erfahrung eben aus.

Bei der Bundesagentur für Arbeit erkennt man ebenfalls einen Trend zu kurzfristigeren Beschäftigungen für Ältere. Projektarbeit und Beratertätigkeiten werden oft an ältere Erwerbstätige oder sogar Rentner vergeben. Paul Ebsen aus der Nürnberger Zentrale erklärt dieses Phänomen folgendermaßen: „Die Unternehmen wollen verhindern, dass das Know-How der Älteren versiegt“. Zu diesem Ergebnis kommt der MMB-Trendmonitor des gleichnamigen Instituts für Medien- und Kompetenzforschung. Eine Umfrage unter 75 Personalexperten ergab, dass die wichtigste Aufgabe der Personalentwicklung zukünftig ist, das Wissen älterer Mitarbeiter zu speichern.

Der demografische Wandel mit all seinen Folgen kommt also langsam in der Wirtschaft an. Die Medienberichterstattung  der letzten Wochen über Rückholaktionen von Rentnern in die Konzerne machen dies deutlich.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.08.2012, 16:35 Uhrmathias

    Mehdorn als Vorbild ???

    Als MAhnmal menschlicher GIER schon eher.

    Was will man mit solchen Artikeln erreichen ?

    - Die alten überreden bis zum umfallen arbeiten zu gehen

    - Darauf hinweisen das die Jugend miserabel ausgebildet wird

    Oder den alten Traum realisieren: bis 45J studieren-nichtstun
    (quasi Rente) und dann das dicke Geld verdienen.

    Manche müssen gewaltig KRANK im Kopf sein.

    Das Leben besteht aus Abschnitten:
    lernen
    schaffen
    sich am geschaffenem zu erfreuen= Man muß irgendwann zufrieden sein.

    Demzufolge können wir NICHT ewig unsere Kinder durchfüttern
    für die ganzen Jahre in denen wir Sie gutbehütet großgezogen haben
    sind irgendwann die Kinder in der Verantwortung- UNS gegenüber.

    Und was Joselyn schreibt, ist nur die Folge - MANGELNDE Verantwortung der Kinder uns gegenüber.

  • 11.08.2012, 09:52 UhrJoselyn

    Dieser Artikel ist eine Unverschämtheit. Das sich die Wiwo für so etwas hergibt ! Die meisten Rentner haben nur eine geringe Rente und mussten durch das immer höher angesetzte Rentenalter Abschläge und Streichungen bei ihrer Rente hinnehmen. Zudem bezahlen die Krankenkassen immer weniger, so dass viele ältere Menschen gezwungen sind, Medikamente und Behandlungen selbst zu bezahlen. Die geringe Rente reicht bei vielen älteren Menschen nicht einmal zum Leben. Sie werden, obwohl sie ihr ganzes Leben lang gearbeitet und Beiträge eingezahlt haben, genötigt, noch etwas dazu zu verdienen.

    Schließlich haben wir in Deutschland 1,5 Millionen Jugendliche, die arbeitslos sind. Dazu kommen noch die vielen Menschen, die arbeitslos sind oder nur sehr wenig verdienen.


    Second Magazine vom 08.04.12:
    Aufgrund des Artikels (Thema Arbeitslosigkeit in Deutschland) hatten wir eine tiefergehende Analyse vorgenommen, und wir kamen zu dem Schluss, das darf doch nicht wahr sein:
    5,4 Millionen Menschen empfangen ALG I+II. (Statistisches Bundesamt)
    8,8 Millionen Menschen ernähren sich unterhalb des Mindestlohnes (DGB 14.03.12)
    18 Millionen Menschen bekommen Geld zur Grundsicherung (Statistisches Bundeamt)
    nicht weniger als 32 Millionen Menschen haben im Monat weniger als 400,00 €. So sieht es in Deutschland aus.

    Und die Rentner sind in diesen Zahlen noch gar nicht erfasst. Das finde ich traurig.

  • 11.08.2012, 08:36 UhrBerlinerBuerger

    Ja genau! Das neue Lebensgefühl als gestandener Handwerker mit 55 nochmal neu anzufangen und als Leiharbeiter/Wanderarbeiter sich von jungschen Schnöseln auf der Nase rumtanzen lassen.
    Eigentlich könnte man doch eine Rente mit 150 einführen, dann brauch man solche schweinischen Artikel nicht mehr zu lesen.
    Ich brauch jetzt ,ne Kotztüte!

Alle Kommentare lesen

Thema Studium

Alles zum Semesterstart: Thema Studium

Wir geben Rat: Die besten Unis, alles zum Semesterstart, was taugen Bachelor, Master und MBA?

weitere Fotostrecken

Blogs

Gewinner der Bücher "Ganz oben" von Anonyma
Gewinner der Bücher "Ganz oben" von Anonyma

Die Gewinner der Exemplare von "Ganz oben" von Anonyma - gestiftet vom C.H.Beck Verlag, sind Caren Steffen und Elisabeth...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.