Jobeinstieg: So gelingen die ersten Schritte im neuen Job

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Jobeinstieg: So gelingen die ersten Schritte im neuen Job

Die ersten Tage sind oft entscheidend für den beruflichen Erfolg. Was man tun und vor allem, was man lassen sollte, damit der Einstieg gelingt. Und eine kleine Typologie der Neulinge.

Der erste Eindruck eines Menschen ist meist prägend. In den ersten drei Sekunden einer neuen Bekanntschaft entsteht das Bild vom anderen Menschen. Mag ich ihn? Ist er mir zuwider? Hat sich erst eine Antwort festgesetzt, lässt sie sich nur schwerlich revidieren. Vermutlich ist das so, weil uns noch immer das Überlebensprogramm des prähistorischen Menschen in den Genen steckt, der bei jeder Begegnung schnell entscheiden musste, ob sein Gegenüber Freund oder Feind war.

Um Leben und Tod geht es glücklicherweise nicht, wenn man am ersten Arbeitstag auf einer neuen Stelle den künftigen Kollegen begegnet. Aber auch um miteinander einfach nur gut arbeiten zu können, ist die berühmte Chemie zwischen Menschen wichtig. Die ersten Tage – und besonders der allererste – sind daher für den gelungenen Einstieg auf einer neuen Stelle besonders wichtig.

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Der neue Job beginnt im besten Falle schon vor der Ankunft im neuen Büro. „Es ist sinnvoll, mit den Leuten, mit denen man die Einstellungsgespräche geführt hat, auch über die ersten Tage im neuen Job zu sprechen“, sagt Uwe Göthert, Geschäftsführer des Coachingunternehmens Dale Carnegie Training. „Im Einstellungsgespräch verkaufe ich mich gut, um die Stelle bekommen. Meine Stärke zeige ich aber auch, wenn ich vorausschauend die richtigen Fragen zum Team, zum Arbeitsumfeld, zum Job, der mich erwartet, stelle. Die äußeren Bedingungen im Vorfeld zu klären, trägt auch dazu bei, sich selbst zu festigen und mit einem guten Gefühl in die neue Arbeit zu gehen.

Kleine Typologie der Jobeinsteiger nach Svenja Hofert

  • Der extrovertierte Hier-bin-ich-Typ

    Er hat kein Problem mit mangelndem Selbstbewusstsein, aber auch kein Gespür für Grenzen. Darum muss man ihm Grenzen setzten.

  • Der introvertierte Ich-warte-ab-Typ

    Er setzt sich brav an den Schreibtisch und lässt von sich nichts mehr hören und sehen. Er meckert nicht mal, dass da noch die Taschentücher seines Vorgängers liegen. Er sollte sich überwinden, eine Vorstellungsrunde zu machen und Smalltalk üben.

  • Der Beziehungsheini

    Er will sofort mit allen essen gehen und übersieht, dass es in seinem Kollegium schon Gruppen gibt. Er sollte sozial sensibler werden, um Enttäuschungen zu vermeiden.

  • Der Aufräumer

    Er nörgelt gleich los und will, kaum angekommen, gleich alles umschmeißen. Er erzählt laufend, was man in seiner alten Firma viel besser gemacht hat.

  • Der Zu-viel-Arbeiter

    Er macht sich ganz schnell Feinde, weil er allzu deutlich seinen Fleiß – und damit die Faulheit der Alteingesessenen zeigt. Er hält sich für einen großen Macher, ist aber oft wegen seiner Unbeliebtheit schneller raus als er drinnen war.

Konkret sollte man sich unter anderem über die Kleidungsgewohnheiten in dem betreffenden Unternehmen informieren. Wer sich in klassischen Anzug-oder-Kostüm-Branchen, zum Beispiel bei Banken und Handelsunternehmen, beworben hat, muss sich da keine Gedanken machen. Doch bei jungen Startup-Unternehmen oder weniger förmlichen Branchen, ist es angeraten, vor dem ersten Arbeitstag zu erfragen, wie die Kollegen üblicherweise angezogen sind. Und als künftiger Vorgesetzter sollte man, so die selbständige Karriereberaterin Svenja Hofert, „zehn Prozent“ förmlicher als die künftigen Mitarbeiter angezogen sein. Führt man ein Team von T-Shirt-Trägern, trägt man also selbst ruhig ein Hemd mit Sakko. „Sehr viel förmlicher als die Kollegen angezogen zu sein, kann aber ebenso schädlich sein, wie allzu nachlässig gekleidet zu sein“, warnt Hofert. „Wer mit dem dunkelblauen Boss-Anzug antanzt, während die anderen im T-Shirt arbeiten, macht sich schnell unbeliebt.“

Gleiches gilt für die Anrede. Um peinliche Situationen am ersten Tag zu vermeiden, sollten Jobeinsteiger vor Arbeitsbeginn ihre Kontaktperson ihren künftigen Vorgesetzen fragen, wie man es mit dem Du oder Sie im Büro hält.

Aber nicht nur die Äußerlichkeiten, sondern auch den Verlauf des ersten Tages sollte man möglichst im Vorhinein mit dem eigenen Vorgesetzten vor Arbeitsbeginn abstimmen, rät Hofert. „Möchte er, dass ich die Einführung selbst in die Hand nehme oder tut er das? Werde ich den Kollegen vorgestellt? Wird mich jemand in der neuen Firma herumführen?“  Letzteres sei auf jeden Fall die bessere Lösung, meint auch Uwe Göthert. Denn das verhindere peinliche Situationen, wenn man sich an der Kaffeemaschine trifft, und nicht weiß, wie der andere heißt.

Bei den meisten Arbeitgebern, so Hofert, sei die Einführung neuer Mitarbeiter aber nicht geregelt. Es bleibe also den Mitarbeitern überlassen, sich den Kollegen vorzustellen und mit den neuen Arbeitsbedingungen bekannt zu werden.  „Ob organisiert oder nicht, am ersten Tag sollte man unbedingt allen Kollegen im näheren Umfeld die Hand geben“, sagt Hofert. In einem kleinen Unternehmen können das durchaus auch alle Mitarbeiter sein, meint Göthert, in einem großen nur die Kollegen, mit denen man unmittelbar zu tun hat.

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