Jobsuche: Berufseinsteiger legen keinen Wert auf Soft Skills

Jobsuche: Berufseinsteiger legen keinen Wert auf Soft Skills

Personaler und Chefs sind sich einig: Die soziale Komponente entscheidet über den Erfolg eines Bewerbers. Die Uniabsolventen sehen das anders: Sie glauben, wer eine Eins im Zeugnis hat, braucht nicht teamfähig zu sein.

Eine durchschnittliche Note im Abschlusszeugnis? In vielen Unternehmen spielt das keine Rolle mehr - solange die menschliche Komponente stimmt. Wer einen Vertriebler sucht, braucht einen geborenen Verkäufer, der seine Kunden berät, begeistert, überzeugt. Ob derjenige ein Ass oder eine Niete in Statistik war, tut nichts zur Sache.

So wird beispielsweise bei Google mehr Wert darauf gelegt, dass die Mitarbeiter eine gewisse "Googlyness" haben, als auf fachliches Können. Schließlich ändern sich die Anforderungen inzwischen ohnehin so schnell, dass niemand mehr ohne Weiterbildungen auskommt. Was zählt, sind also die sogenannten Soft Skills.

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Was Führungskräfte über Soft Skills denken

  • Soziale Kompetenzen

    92 Prozent glauben, dass soziale Kompetenzen aufgrund der schneller werdenden Globalisierung und Veränderungen in der Organisationsstruktur immer wichtiger werden.

  • Wirtschaftlicher Nutzen

    91 Prozent glauben, dass Mitarbeiter mit starken Soft Skills bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen.

  • Talent Pool

    88 Prozent glauben, ein Talent-Pool mit starken Soft Skills ist essenziell, um im Markt führend zu bleiben.

  • Angst vor der Zukunft

    81 Prozent sagen: „Aufgrund der sozialen Fähigkeiten meiner Hochschulabsolventen mache ich mir Sorgen um die Zukunft des Unternehmens.“

  • Unreife Berufseinsteiger?

    76 Prozent glauben, dass Berufseinsteiger und Hochschulabsolventen für die Arbeitswelt nicht vorbereitet sind.

  • Unsoziale Akademiker?

    73 Prozent glauben, dass weniger als ein Viertel ihrer Hochschulabsolventen die sozialen Kompetenzen haben, die sie benötigen.

Nur die Uniabsolventen und Jobeinsteiger sehen das anders, wie eine globale Studie der Unternehmensberatung Hay Group zeigt. Demnach sind 70 Prozent der jungen Fachkräfte und Akademiker sicher, dass Fachkenntnisse ausreichen, um erfolgreich zu sein. Viele glauben sogar, dass emotionale und soziale Kompetenzen für die Arbeit eher hinderlich sind.

Was Hochschulabsolventen über Soft Skills denken

  • 70 Prozent

    70 Prozent glauben, dass technische Fähigkeiten im Beruf wichtiger sind, als soziale Kompetenzen.

  • 69 Prozent

    69 Prozent sagen: Ich bin überzeugt, dass ich in meinem Unternehmen erfolgreich sein werde, ungeachtet meiner sozialen Kompetenzen.

  • 69 Prozent

    Ebenfalls 69 Prozent glauben sogar, dass soziale Kompetenzen bei der Arbeit nur stören.

  • 48 Prozent

    Fast die Hälfte sagt sogar, dass es keinen Mehrwert für das Team schafft, auf die Gefühle anderer zu achten.

Ganz anders sehen das die Arbeitgeber und Personaler. Sie sind überzeugt: ohne Soft Skills leidet nicht nur das Team, sondern auch der unternehmerische Erfolg. Entsprechend suchen sie händeringend nach Kandidaten, die mehr drauf haben als fachliche Expertise.

Doch viele Umfrageteilnehmer mussten zugeben, dass sie diese Kandidaten einfach nicht finden und letztlich aus Verzweiflung jemanden einstellen, der menschlich weniger überzeugt. "Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Denn entweder lassen Unternehmen wichtige Stellen längere Zeit unbesetzt - oder sie stellen Kandidaten ein, die nicht das einlösen können, was sich Führungskräfte von ihnen versprechen", sagt Michael Träm, Geschäftsführer der Hay Group.

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Mit entsprechenden Konsequenzen für den Bewerber: So gaben 53 Prozent der befragten Berufseinsteiger an, über eine Kündigung nachgedacht zu haben, weil sie das Gefühl haben, nicht in das Unternehmen zu passen. Dabei liegt es gar nicht nur an den vermeintlich unfähigen Bewerbern. "Es dürfte nach wie vor für ziemlich jede Position die richtige Kandidatin, den richtigen Kandidaten geben. Die Frage ist allein, wie HR-Verantwortliche diese erkennen und richtig fördern", so Träm.

Die meisten Recruiting-Prozesse orientieren sich demnach allerdings zu stark an unpassenden Assessments. Oder die Stellenausschreibung und die tatsächliche Position haben nicht viel miteinander zu tun. Wer dann perfekt auf die Ausschreibung passt, wird im Job scheitern, wenn der so ganz anders ist, als erwartet.

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