Jobsuche: Call-Center-Mitarbeiter stärker gefragt als Ingenieure

Jobsuche: Call-Center-Mitarbeiter stärker gefragt als Ingenieure

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Call-Center-Mitarbeiter sind derzeit stärker gefragt als Ingenieure.

Alle reden von Digitalisierung und Industrie 4.0 - nur auf dem Stellenmarkt ist davon wenig zu sehen. Fachkräfte, die für diese Jobs geeignet wären, werden kaum gesucht. Der gefragteste Job derzeit: Telefonverkäufer.

Der Megatrend Industrie 4.0 ist das Zukunftsthema in der Wirtschaft. Wenn man allerdings einen Blick in die Stellenanzeigen wirft, merkt man davon nichts, wie der aktuelle Dekra Arbeitsmarkt-Report zeigt, für den 12.649 Stellenangebote ausgewertet wurden. Demnach werden Krankenpfleger, Elektriker und Einzelhandelskaufleute gesucht - und zwar noch vor Ingenieuren und IT-Fachleuten, die für den digitalen Wandel und die Industrie 4.0 ja eigentlich unerlässlich wären. Die ungeschlagene Nummer eins der meistgesuchten Jobs des Jahres 2015 sind jedoch Call-Center-Agenten.

Dekra-Arbeitsmarkt-Report: Das sind die meist gesuchten Jobs 2015

  • Platz zehn

    Der Anteil von IT-Fachleuten, (Fach-)Informatikern und Systemadminastratoren lag bei den von der Dekra untersuchten 12.649 Stellenangeboten bei 1,91 Prozent. Das reicht für Platz zehn unter den meistgesuchten Jobs. Im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Verbesserung um einen Platz.

  • Platz neun

    Arzthelfer und medizinische Fachangestellte haben einen Anteil von 1,94 Prozent. Damit belegen sie den neunten Platz. Im Jahr 2009 war der Bedarf dagegen drastisch höher - damals belegten sie Platz zwei.

  • Platz acht

    Ingenieure der elektrotechnik belegen mit 1,98 Prozent der Stellenanzeigen den achten Platz. Insgesamt gehören Ingenieure zu den gesuchtesten Berufsgruppen, auch wenn ihr Anteil am Berufsfeld „Entwicklung“ das zweite Jahr in Folge abgenommen hat.
    Elektroingenieure können aus etwas weniger Angeboten wählen (28,6 Prozent der Ingenieurstellen); die Nachfrage nach Kandidaten mit Spezialisierung auf Maschinen- und Fahrzeugbau ist dagegen um fast vier Prozent gestiegen (26,2 Prozent).

  • Platz sieben

    2,18 Prozent der Stellenanzeigen richten sich an Elektroniker, Elektriker und Elektroinstallateure. Damit bleiben Elektroniker unter den technischen Ausbildungsberufen die Stars am Stellenmarkt. Ihr Anteil am Berufsfeld ist dennoch auf den Tiefststand gesunken.
    Bei den Elektro-Ausbildungsberufen ist der künftige Arbeitgeber häufig ein Zeitarbeitsunternehmen (29,3 Prozent).

  • Platz sechs

    Mit einem Anteil von jeweils 2,19 Prozent an den Stellenangeboten, belegen gleich zwei Berufsgruppen den sechsten Platz: Zum einen die Verkäufer im Einzelhandel, zum anderen die Vertriebs- und Verkaufsleiter.

  • Platz fünf

    Wirtschaftswissenschaftler, Betriebswirte und Wirtschaftsprüfer belegen den fünften Platz. Der Anteil an entsprechenden Stellenangeboten beträgt 2,34 Prozent.

  • Platz vier

    2,53 Prozent der Stellenanzeigen entfallen auf Software-Entwickler, Software-Architekten und Programmierer.

  • Platz drei

    2,97 Prozent der Stellenanzeigen entfallen auf Kundenbetreuer, Kundenberater und Help-Desk-Mitarbeiter.

  • Platz zwei

    Gesundheits- und Krankenpfleger haben Wirtschaftswissenschaftler an der zweiten Stelle des Rankings abgelöst. Daneben dürfte Klinikbetreiber die hohe Nachfrage nach Ärzten Kopfschmerzen bereiten: Ihr Anteil an der Gesamtstellenanzahl ist so hoch wie nie; sie haben den Sprung unter die Top-Ten-Berufe nur knapp verfehlt (Platz 11).

  • Platz eins

    Vor allem Call-Center mit Fokus auf den Kundenservice suchen momentan viele neue Mitarbeiter. 3,84 Prozent der 2015 veröffentlichten Stellenanzeigen richten sich an diese Berufsgruppe.

Immerhin sind die Aussichten für Nerds gut: Knapp 30 Prozent aller IT-Angebote richten sich an Software-Entwickler. Im Hinblick auf die zunehmende Digitalisierung dürfte die Stellensituation für Software-Entwickler bestens bleiben. Eventuell ist auch die deutlich höhere Nachfrage nach Wirtschaftsinformatikern diesem Trend geschuldet: Für jede zehnte IT-Stelle benötigen Kandidaten gleichermaßen IT- und Wirtschaftswissen.

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Der Einfluss bestimmter Trends lässt sich an der Entwicklung der Berufsfelder ablesen. Einer davon ist das veränderte Informations- und Konsumverhalten durch das Internet: In der Lager- und Transportlogistik zeigt beispielsweise die Trendlinie nach oben. Der Anteil der Jobangebote in der Finanz- und Vermögensberatung ist dagegen seit mehreren Jahren rückläufig.

Jörg Mannsperger, Mitglied des Vorstands der Dekra SE denkt, dass der Bedarf an Industrie 4.0-Spezialisten erst allmählich auch im Stellenmarkt ankommt: "Der Wandel wird Fachkräfte quer durch alle Hierarchie- und Qualifikationsebenen treffen", sagt er.

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