Die Arbeitsmarktlage ist sicher dramatisch, aber aussichtslos ist sie auch nicht: Tatsächlich suchen einige Unternehmen weiterhin Mitarbeiter und stellen gezielt ein. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der WirtschaftsWoche unter insgesamt 333 Unternehmen: Sämtliche Dax-, MDax-, TecDax- und SDax-Konzerne, dazu Anwaltssozietäten, Unternehmensberatungen, Mittelständler und deutsche Niederlassungen ausländischer Konzerne. Von den angeschriebenen Unternehmen wollen rund 28 Prozent noch in diesem Jahr Mitarbeiter einstellen – und zwar sowohl Berufseinsteiger als auch -erfahrene. Insgesamt also 92 Unternehmen, bei denen eine Bewerbung erfolgreich sein könnte. Unter dem Strich betrifft das über 16 500 Jobs.
Als krisenfest erweisen sich die großen Anwaltskanzleien. Von ihnen wollen 37 Prozent in diesem Jahr Mitarbeiter rekrutieren. Bei den börsennotierten Unternehmen sieht es dagegen finster aus: Von den Dax-30-Konzernen wollen der Umfrage zufolge nur noch 26 Prozent einstellen, im SDax sind es 20, im MDax sogar nur 12 Prozent. Einzig die TecDax-Firmen stechen mit 30 Prozent positiv hervor.
Die Unternehmen suchen 17.000 Praktikanten
Trotz positiver Signale – im zeitlichen Vergleich sind die Stellenangebote deutlich gesunken. Eine vergleichbare Umfrage hat die WirtschaftsWoche schon Ende des vergangenen Jahres gestartet. Damals wollten 33 Prozent der Befragten in 2009 Mitarbeiter einstellen, bei den Dax-Unternehmen war es sogar die Hälfte. Insgesamt listete die Tabelle über 23 000 Stellen auf – obwohl damals 100 Unternehmen weniger kontaktiert wurden.
Für Absolventen ist die Lage besonders bitter. Jahrelang haben sie sich in der Uni abgekämpft, für Dutzende von Klausuren nächtelang durchgepaukt, Referate gehalten und Hausarbeiten geschrieben – um jetzt festzustellen: So einfach wird das mit dem Traumjob nicht. Um die Wartezeit zu überbrücken und die Krise sinnvoll zu nutzen, werden viele erst einmal auf Praktika zurückgreifen müssen.
Fazit der WirtschaftsWoche-Umfrage: Stellen gibt es genug. In der Tabelle finden sich über 17 000 Praktikumsplätze. Wer noch als Student zu potenziellen Arbeitgebern Kontakt knüpfen will, der kann sich bei Unternehmen um eine Diplomandenstelle bewerben. Die Umfrage der WirtschaftsWoche förderte etwa 5000 solcher Angebote zutage.
Der Kampf um die besten Köpfe geht indes auch in Krisenzeiten weiter. Diesen Schluss legt wiederum der „Talent Report“ der Online-Stellenbörse Stepstone nahe: 27 Prozent der befragten Personaler wollen demnach ihren Wettbewerbern trotz Wirtschaftsflaute gezielt Fachkräfte abjagen. Und das ist eine gute Nachricht – egal, ob verzweifelter Diplomand oder entlassene Führungskraft.













