Kommentare zu: Gekündigt - nach 15 Jahren als Führungskraft

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35 Kommentare
  • 18.10.2009, 14:00 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Ein schöner Artikel, insbesondere mit einem sehr undeutschen Happy End!

    Ja, gute Leute werden immer gesucht. ich sehe, wie unsere Kunden versuchen, für 45 EUR/Stunde Projektmanager mit Welterfahrung anzuheuern. Dies ist die Einkaufsschranke. Hinter dem Einkauf sitzt häufig ein frustrierter bereichsleiter, der ständig minderwertige Leute vom Einkauf bekommt und sie immer wieder herauswerfen muss. Nichts ist teurer als ahnungsloser Einkauf, der sparen muss.

    Doch der Aufschwung kommt jetzt langsam, die Preise steigen deutlich. irgendwann wird irgend ein beratungshaus mit gutem PR-Anschluss eine Studie über die "Preferred Supplier" - ideologie und den Sparzwang im Personalbereich erstellen. Darauf freue ich mich schon.

  • 18.10.2009, 14:20 UhrAnonymer Benutzer: Negativauslese

    Der deutsche Weg in Sachen Unternehmenslenkung und Mitarbeiterführung, also "Mitbestimmung" (d.h. DGb bis in den Ausichtsrat), "Scheinselbstständigkeitsbekämpfung" (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz für lizensierte Zeitarbeitshändler), "Kündigungsschutz" (Sozialauswahl bei betriebsbedingten Kündigungen), und als Gipfel das Gleichstellungsgesetz, hemmt die Wettbewerbsfähigkeit jedes betriebes, der ein lukratives Klageopfer abgibt. Das dürfte für alle grösseren betriebe ab ca. 1000 MA zutreffen.

    Die Zustände führen seit 40 Jahren zu leistungsfeindlicher Negativauslese und Erstarrung in der Mittelmässigkeit. Und seit dem von der GroKo durchgewinkten Gleichstellungsgesetz beginnt Unredlichkeit und irrationalität in der Arbeitswelt nicht nur während des Arbeitsverhältnisses sondern schon bei der bewerbung.

  • 18.10.2009, 14:55 UhrAnonymer Benutzer: RDA

    Wenn dieser Artikel auch nicht-leitende Angestellte darauf einstimmen soll, dass man auch ohne Kündigungsschutz schnell wieder einen Job bekommt, dann schlage ich dem FDP-Ghostwriter vor, dass er bitte auch die Aufstellung von Kandidatenlisten für die bundestagswahl vom Wähler durchführen lässt. Ein guter Listenplatz ist nämlich der Kündigungsschutz für mehr oder weniger gute Politiker.

    Als nächstes sollte der Fraktionszwang aufgehoben werden. Sind Politiker nun ihrem Gewissen oder dem Fraktionszwang verpflichtet? Auch hier bin ich entschieden dafür, mehr Freiheit zu wagen.

  • 18.10.2009, 17:08 UhrAnonymer Benutzer: RoMe

    Ein netter Artikel, sicher aber auch jemand, der durch seine Erfahrung trotz aller anderen Probleme noch einen sehr guten Ausgangspukt hatte. es macht heute keinen Sinn, mit dem Schicksal zu hadern oder sich ueber die boesen Arbeitgeber zu aergern. Da ich selbst Anfang 2007 von meinem Gesellschafter nach 12 Jahren als Geschaeftsfuehrer, einem Unternehmenswachstum von 80MioEuro auf 360MioEuro mit ausgezeichneter Ertragslage, fuer ueberfluessig erachtet wurde, kann ich den Artikel verstehen. Da ich wohl mit damals 56 Jahren zu hoch in der "Foodchain" stand, blieb mit nicht anderes uebrig, als in die USA zu gehen. Warum hier jammern, das geht woanders auch.....

  • 18.10.2009, 20:16 UhrAnonymer Benutzer: Mariposa

    Ein sehr schöner Artikel, der leider mit dem "Happy End" eher die Ausnahme ist. Trotzdem soll man ja Mut machen und nicht noch zusätzlich frustrieren. in Deutschland ist man zudem mit über 50 Jahren nur noch eine belastung, auch als Führungskraft. im Umfeld merkt man schon sehr deutlich wie man trotzt aller nachweislichen Erfolge und Erfahrungen allmählich in den Hintergrund gedrängt wird. Am Ende steht dann meist die beiderseitige Trennung, im besten Fall noch mit Abfindung. Je weiter man die 50 dann überschritten hat, desto weniger kommt man dann auch für andere Unternehmen in Frage. So direkt sagt das einem keiner, man bekommt es aber, auch hinterher, schon mit. Auch ich habe wie RoMe letztendlich den Weg in die USA gefunden. Es geht tatsächlich auch anders.

  • 18.10.2009, 21:24 UhrAnonymer Benutzer: Jochen Mai

    @RDA Sie konstruieren da eine sehr eigenwillige interpretation der Geschichte. Nur was hat das überhaupt noch mit der Geschichte zu tun? Und wem soll ein solcher Kommentar nützen?

  • 18.10.2009, 22:12 UhrAnonymer Benutzer: bewian

    Toller Ausgang für einen tollen Manager. Leider sieht die reale Wirklichkeit überwiegend anders aus. Wer, aus welchen Gründen auch immer, durch die "Roste" fällt bekommt zum Abschied nicht so einen "goldenen Handschlag" in Form von einem Jahr bezahlter Freistellung und Abfindung von drei Jahreseinkommen. in der Regel beginnt die nervliche Zusatzbelastung der Existenzsicherung schon nach recht kurzer Zeit. Mit 50 ist schon nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Harz4 angesagt. Wer es bis dahin nicht geschafft hat, bekommt in seiner Vita einen ganz schwarzen Fleck und hat zumindest in diesen Jobregionen überhaupt keine Chance mehr. Was wir alle aber diesem Artikel entnehmen sollten ist, die Krise arbeitet sich von "unten nach oben" durch. Millionen Arbeitnehmer der unteren Arbeitsebene sind schon dauerhaft in der "Niedrigeinkommenklasse" angekommen, viele hoch qualifizierte werden diesen Weg noch gehen müssen, sie wissen es nur noch nicht. Klar, hat der eine oder andere immer noch gute Aussichten auf höheres Einkommen, in den Regionen der "Vergangenheit" wird sich das jedoch längst nicht mehr abspielen. Wir sollten mal in ein, zwei Jahren schauen, wie sich die Einkommenskurve beständig nach unten entwickelt. Das ist unsere Zukunft, wer das nicht ernst nimmt wird auch mit noch so "positivem Denken" verzweifeln. Die Krise hat erst begonnen, nichts wird mehr so sein, wie es mal war. Wir sollten uns realistisch darauf einrichten. Es geht für alle nach und nach "bergab".

  • 18.10.2009, 22:15 UhrAnonymer Benutzer: Psycho

    Es stimmt leider, dass 50 Lebensjahre als "magische Grenze" gesehen werden. Aber auch 45jährige haben enorme Schwierigkeiten, einen neuen Job zu bekommen. Und je länger sie arbeitslos sind, um so schlimmer. Arbeitgeber interpretieren dies meistens negativ: Warum wollte den keiner? Ein Rekrutierer wird immer zuerst nach Fehler und Flecken auf dem Karriereblatt, als nach Starkpunkten suchen. ich kann nur raten, aus Erfahrung mit vielen arbeitslosen Führungskräften, eine gewisse gesunde Distanz zum Unternehmen zu wahren, eigene Tätigkeitsressourcen zu entwickeln und die Familie zu pflegen. berufliche Zukunftspläne machen zu können ist heute zu einem Glücksfall geworden.

  • 18.10.2009, 22:22 UhrAnonymer Benutzer: Pozzo

    @bewian
    ich bestätige. Schliesslich müssen wir doch unseren Rückstand gegenüber den Schwellenländern aufholen und ungefähr das gleiche Sozialniveau erreichen, das dort geboten wird.

  • 18.10.2009, 22:28 UhrAnonymer Benutzer: kenner

    Das Abfindungspaket des Herrn Pfeifer gibt einem natuerlich viel Spielraum, meines war damals wesentlich kleiner.
    Aber der Artikel zeigt ganz klar, wer resigniert geht unter. Wer kaempft und auch mal was riskiert und immer zielgerichtet und vorwaeerts denkt, der kann etwas erreichen.
    Mir hat mein Netzwerk damals auch nichts gebracht, aber es gab Hoffnung, gute Jobaussichten dank Netzwerk, und permanent war man am ball und immer kurz vor Jobangebot. Das hilft definitiv weiter.
    Mittlerweile bin ich branchenfremd untergekommen, lerne dauerhaft dazu, und entgegen der Aussage des Artikels, manchmal unterschreibt man einen Vertrag, der nicht sofort eine Steigerung bedeutet, sondern steigt ein, bewaehrt sich, und steigt dann auf.

    Wer typisch deutsch die Krise und die Arbeitssuche erstmal als bezahlten Urlaub, finanziert vom Sozialstaat, nutzt, der verpasse den dringend notwendigen Anschluss.

    Klare botschaft: Hintern hochkriegen!

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