Karriereleiter: Das sind die Bewerbungstrends 2016

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kolumneKarriereleiter: Das sind die Bewerbungstrends 2016

Kolumne von Simone Janson

Was ändert sich bei der Jobsuche im kommenden Jahr? Und worauf müssen Bewerber achten? Ein Überblick der wichtigsten Bewerbungstrends. Eine Kolumne.

Die Zukunft Personal ist Europas größte Personalfachmesse. Jedes Jahr im Herbst lassen sich in Köln die wichtigsten Entwicklungen der Zukunft beobachten. In diesem Jahr war das Schlagwort „Arbeiten 4.0“ besonders prominent vertreten. Auch 2016 wird der digitale Wandel der Arbeitswelt das wichtigste Thema sein.

Allmählich ist die Digitalisierung auch im kleinsten Betrieb angekommen, doch dort verbreitet sie häufig Angst – vor einem Arbeitsplatzverlust durch Roboter und Automatisierung. Diese Angst ist allerdings übertrieben.

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20 fiese Fragen, 20 clevere Antworten im Vorstellungsgespräch

  • Was ist Ihre größte Schwäche?

    Ich bin sehr ungeduldig. Deshalb erwarte ich, dass ich mich schon bei der ersten Aufgabe beweise - und mute mir manchmal zu viel zu. Aber ich arbeite an mir: Ich versuche, gewisse Aufgaben abzulehnen oder zu delegieren.

  • Wollen Sie meinen Job übernehmen?

    Vielleicht in 20 Jahren - aber dann werden Sie wahrscheinlich auf einer anderen Position sein. Falls Sie dann einen guten, treuen Angestellten brauchen, kann ich Ihnen vielleicht helfen.

  • Sie haben bereits mehrfach den Beruf gewechselt. Warum sollten Sie dieses Mal länger bleiben?

    Ich habe durch die häufigen Wechsel viele Erfahrungen gesammelt - und davon habe ich profitiert. Denn dadurch kann ich Probleme kreativ lösen.

  • Falls Sie in fünf Jahren noch nicht befördert wurden - würde Sie das frustrieren?

    Ich schätze mich selbst als ehrgeizig ein, aber auch als realistisch. Solange ich in meiner Position lernen und mich verbessern kann, bin ich zufrieden.

  • Warum haben Sie nicht schon früher den Job gewechselt?

    Ich habe hart daran gearbeitet, meinen Job zu behalten, während viele Kollegen gekündigt wurden. Daher hatte ich keine Gelegenheit, mich nach einem anderen Job umzusehen.

  • Sie arbeiten für ein Unternehmen, das ein Produkt herstellt, dessen Markt langsam erodiert. Was würden Sie tun?

    Ich würde neue Absatzmärkte suchen und gleichzeitig unsere Ingenieure dazu anregen, das Produkt so zu verändern, dass es wieder mehr Marktwert bekommt.

  • Sie wurden bereits zweimal gefeuert. Wie sind Sie damit umgegangen?

    Nachdem ich mich von dem Schock erholt habe, haben mich die Kündigungen stärker gemacht. Ich habe immer geschafft, wieder aufzustehen und mir einen neuen Job zu suchen, der mir mehr Verantwortung gibt, mehr Gehalt einbringt und mich langfristig zufriedener macht. Ich habe die Kündigungen einfach als Chance auf einen Neustart gesehen.

  • Sind Sie wirklich bereit, eine formell niedrigere Position einzunehmen?

    Manchmal muss man einen Schritt zurückmachen, um die Karriere voranzubringen. Außerdem könnte ich das Unternehmen dann von Grund auf kennenlernen.

  • Sie haben Ihren Master in Philosophie gemacht. Was soll Ihnen das in diesem Berufsfeld bringen?

    Philosophie hat mich nicht für dieses Berufsfeld speziell qualifiziert. Aber es hat mich dazu gebracht, meine Zukunftsaussichten zu überdenken. Und nun weiß ich: Es ist sinnlos, nach einem Beruf zu streben, nur weil er Prestige und Geld bringt.

  • Wir wollen Frauen fördern, aber eigentlich wollten wir Ihre Position mit einem Mann besetzen…

    Ich denke, dass ich am besten geeignet bin - und nur das sollte zählen. Ich habe bereits im Ausland gearbeitet. Daher bin ich flexibel und würde kaum Einarbeitungszeit benötigen.

  • Wie sieht Ihr Traumberuf aus?

    Dieser Job ist mein Traumberuf, sonst säße ich jetzt nicht hier. Ich würde mich freuen, Ihrem Unternehmen beim Aufstieg zu helfen und meine Qualitäten sinnvoll einzubringen.

  • Eine Schätzfrage: Wie viele Paar Ski werden in den USA pro Jahr verliehen?

    In den USA leben rund 320 Millionen Menschen. Angenommen von ihnen fahren 25 Millionen gerne Ski. Davon haben sicherlich gut 20 Millionen ein eigenes Paar Ski. Bleiben also fünf Millionen Menschen übrig, die sich Ski leihen müssen. Rechnet man die Touristen dazu, kommt man vielleicht auf etwa 7,5 Millionen Paar im Jahr.

  • Angenommen, Sie möchten gerne eine Frau einstellen, Ihr Chef plädiert aber für einen Mann. Wie verhalten Sie sich?

    Ich würde vorschlagen, beide Kandidaten für eine Testphase einzuladen. Sie könnten zwei Wochen lang im Unternehmen arbeiten und wir würden beobachten, wie sie sich schlagen. Qualität hat nichts mit dem Geschlecht zu tun.

  • Wie viele Stunden arbeiten Sie normalerweise pro Woche und warum?

    Ich versuche, jede Aufgaben so sorgfältig wie möglich zu erledigen und gucke nicht pausenlos auf die Uhr. Daher kann ich die genaue Stundenzahl nicht sagen. Aber mir ist Qualität eh wichtiger als Quantität.

  • Würden Sie neue Projekte erst von Ihrem Chef absegnen lassen?

    Zunächst würde ich immer zuerst meinen Chef fragen, wie er oder sie mit einem Projekt umgehen würde. Wenn sich dann herausstellt, dass mein Chef sich einen Angestellten wünscht, der ein "Macher" ist, zeige ich gerne Eigeninitiative. Die eigentliche Herausforderung ist doch, sich an sein Arbeitsumfeld anzupassen - und da bin ich flexibel.

  • Haben Sie schon einmal einen teuren Fehler begangen?

    Ich kann glücklicherweise sagen, dass mir noch nie ein wirklich teurer Fehler unterlaufen ist. Aber generell finde ich Fehler - solange sie keine fatalen Folgen habe - nicht schlimm. Solange man sie nicht zwei Mal macht.

  • Was ist Ihnen wichtiger: glücklich oder kompetent zu sein?

    Ich persönlich denke, es ist wichtiger glücklich zu sein, auch wenn es nie schaden kann, kompetent und erfahren zu sein. Das hilft dabei, sich neue Möglichkeiten zu schaffen. Oft geht aber auch beides zusammen, das ist dann die ideale Kombination.

  • Wurden Sie schon mal als verbissen oder unflexibel wahrgenommen?

    Ich bin weder schüchtern noch eine graue Maus. Also kann es gut sein, dass ein oder zwei frühere Arbeitskollegen dachten, ich sei unflexibel. Aber in Mitarbeitergesprächen und in meinen Referenzen fiel und fällt dieses Adjektiv nie, ebenso wenig wie „verbissen“. Ich kann gleichzeitig hartnäckig und flexibel sein.

  • Wie würden Sie damit umgehen, wenn ein Kollege sich mit Ihrer Arbeit schmückt?

    Zuerst würde ich versuchen, diese Person für ihre eigenen Erfolge stärker zu loben. Manchmal hilft das schon. Wenn das nichts hilft, würde ich eine Verabredung mit dem Kollegen treffen, dass wir jeweils unsere eigenen Ideen dem Chef vorstellen - damit dieser sieht, wer welchen Erfolg erzielt. Funktioniert auch das nicht, würde ich das Problem offen ansprechen und ausdiskutieren.

  • Welche möglichen Risiken und Nachteile sehen Sie in der Position, für die Sie sich bewerben?

    Es könnte ein mögliches Risiko sein, dass man kaum in Kontakt mit den wichtigen Personen kommt - zumindest nicht in idealem Maße. Auf der anderen Seite können Telefonkonferenzen und Email ja auch weiterhelfen.

In einem Interview wurde ich kürzlich gefragt, ob Lebensläufe künftig in einen Tweet passen, ob mobile Bewerbungen und Apps wie Truffls oder Selfiejobs 2016 ihren Durchbruch erleben oder ob mehr Vorstellungsgespräche per Skype geführt werden. Das zeigt, wie sehr technische Spielereien und Hype-Themen die Diskussion um die Arbeitswelt von morgen dominieren. Viel entscheidender ist, wie es den Menschen in dieser Arbeitswelt geht.

Schon 2015 wurde das Jahr der Kandidaten ausgerufen. Der Begriff suggeriert, dass junge Berufstätige alle Auswahlmöglichkeiten haben und Arbeitgeber verzweifelt auf der Suche sind – Stichwort Fachkräftemangel. Das stimmt aber nur für diejenigen Kandidaten, die die passenden Qualifikationen mitbringen. So sprach etwa der Verein Deutscher Ingenieure, der lange eine Fachkräftelücke prognostiziert hatte, in diesem Jahr plötzlich vom Gegenteil. Und auch hier ist die Digitalisierung Schuld, die schneller voranschreitet als Ausbildungsgänge nachkommen – da täte so manches Unternehmen gut daran, in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren anstatt ständig nur zu klagen.

Bewerbungsstrategien für den Traumjob

  • Angebotsstrategie

    Analysieren Sie, was Ihrem Traumarbeitgeber fehlt. „Das kann alles Mögliche sein, vom Youtube-Werbevideo über neue Vertriebsmethoden bis hinzu Beziehungen in einen interessanten Auslandsmarkt“, schreibt Karriereexpertin Svenja Hofert in Ihrem Buch „Die Guerilla Bewerbung“, das im Campus Verlag erschienen ist. Die Kunst ist, das Defizit vor dem Arbeitgeber zu erkennen und ihn davon zu überzeugen, dass er es mit Ihrer Hilfe beheben kann.

  • Die Kettenbrief-Strategie

    Schlagen Sie Ihr Adressbuch auf und suchen Sie zehn Kontakte heraus, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem neuen Job behilflich sein könnten. Wichtig sind nicht nur Menschen, die direkt einen Arbeitsplatz für Sie haben könnten, sondern auch Personen, die viele interessante Kontakte haben. Schreiben Sie ein prägnantes Kurzprofil, schicken Sie es an Ihre Kontakte mit der Bitte es wiederum an zehn Kontakte weiterzuleiten.

  • Die Terminstrategie

    Persönlich miteinander in Kontakt kommen, das ist die Idee hinter dieser Strategie. Suchen Sie sich Ihren Wunscharbeitgeber und überlegen Sie, wer vor Ort der beste Ansprechpartner sein könnte. Rufen Sie einfach an, erklären Sie Ihr großes Interesse an dem Unternehmen und bitten Sie um einen kurzen Termin zum Kaffeetrinken. So ist der erste Kontakt hergestellt.

  • Die Anti-Aging-Strategie

    Suchen Sie sich eine Aufgabe, die Ihrem Alter entspricht. Das hört sich erstmal hart an, ist aber ganz plausibel. Bewerben Sie sich nicht auf Inserate, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraussetzen, denn hier liegen nicht Ihre Stärken. Für viele ältere Führungskräfte, die es am Ende der beruflichen Laufbahn nochmal wissen wollen, ist die Position des Interimsmanager eine geeignete Aufgabe. Die Arbeitsagentur oder private Vermittler helfen gerne weiter.  

  • Die Projektstrategie

    Oftmals ist Projektarbeit der Einstieg in die Festanstellung. Deshalb überlegen Sie sich genau, erstens welches Projekt Sie realisieren könnten und zweitens für welche Institutionen oder Firmen es interessant sein könnte. Treten Sie an die potentiellen Interessenten heran und überzeugen Sie sie von Ihrer Idee. Die Bereitschaft in ein Projekt einzuwilligen ist höher, als eine neue Stelle zu schaffen. So können beide Seiten herausfinden, ob es passt.

  • Die Baumeister-Strategie

    Schaffen Sie sich Ihren Traumjob einfach selbst. Entdecken Sie den Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt und schlagen Sie einem Träger vor, sich darum zu kümmern. Das funktioniert besonders gut im öffentlichen Bereich. Sind Sie von der Idee restlos überzeugt, können Sie es sogar wagen, einen eigenen Verein oder eine Stiftung zu gründen.

  • Die Power-Mail-Strategie

    Schreiben Sie eine E-Mail, die der Leser nicht ignorieren kann. Finden Sie heraus, an welchen Stellen Ihr Lieblingsunternehmen Nachholbedarf hat und präsentieren Sie sich als Lösung. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie in der Branche schon Erfahrungen und Kontakte haben. Für diese Variante muss „Ihr Können und Ihr Hintergrund“ sehr interessant sein.

  • Die Expertenstrategie

    Sie kennen sich mit einer speziellen Aufgabe oder einem Themengebiet gut aus und haben mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich? Dann könnte die Expertenstrategie die richtige sein. Wichtig ist, ihr Spezialgebiet so umfassend zu definieren, dass sie auf viele Angebote passen, aber gleichzeitig so viel Expertise zu besitzen, dass nicht viele mit Ihnen konkurrieren können. Die Autorin nennt sich zum Beispiel Expertin für neue Karrieren und nicht Spezialistin für MBA-Programme.

Oft liegt es auch am Mismatching zwischen Bewerbern und Unternehmen, sagt der Verkaufstrainer Oliver Schumacher: „Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen scheuen sich vor klaren Stellenbeschreibungen, in welchen steht, welche konkreten Aufgaben von den Mitarbeitern erwartet werden. Doch woher sollen Mitarbeiter wissen, was genau zu ihren Aufgaben gehört – und was nicht?“ Und genau das werden sich in Zukunft immer weniger Unternehmen leisten können. 

Auch ein schönes Schlagwort ist Jobsharing, ausdrücklich auch für Führungspositionen: Zwei qualifizierte Mitarbeiter bewerben sich gemeinsam auf eine Stelle und füllen diese dann zu je 50 Prozent aus. Der Berater Jan Thomas Otte kritisiert die praktische Umsetzung lakonisch: „Wäre ja schön, wenn das Jobsharing klappt. Bisher heißt das Teilzeit, zweimal 75 Prozent – der Chef hat eine halbe Stelle eingespart und tut gleichzeitig was fürs familienfreundliche Image.“ Die große Herausforderung für 2016 wird indes die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt sein. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Kreativität und das Engagement von vielen Initiativen, Helfern und Unternehmen, die Flüchtlinge bei Bildung und Integration unterstützen.

Digitalisierung Jobs der Zukunft

Die nächste Generation der Industrie wird den Arbeitsmarkt umkrempeln. Skeptiker fürchten Stellenstreichungen, doch tatsächlich entstehen mit der Digitalisierung völlig neue Beschäftigungsbereiche. Die Jobs der Zukunft.

Digitalisierung: Jobs der Zukunft

Hat der Lebenslauf ausgedient?

Ganz sicher auf dem Vormarsch ist People Analytics. Mit Hilfe von Algorithmen wollen Personaler das Verhalten oder die Eignung von Mitarbeitern für bestimmte Aufgaben voraussagen. Auch wenn die Aussagekraft solcher Algorithmen umstritten ist und sowohl ethisch als auch datenschutzrechtlich problematisch ist, klingt es doch zu verlockend, aufs Knöpfchen zu drücken, um eine vermeintlich perfektes Persönlichkeitsprofil zu erhalten. Das läuft schon heute so. Zum Beispiel beim „Klout Score“, mit dem Personalabteilungen gerne mal überprüfen, wie viele Likes und Shares ein potentieller Mitarbeiter in den Sozialen Netzwerken erhält. Dabei ist das Tool recht einfach zu manipulieren und somit nicht verlässlich. Doch Bequemlichkeit siegt.

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