Karriereleiter: Jobsuche - aber wo?

kolumneKarriereleiter: Jobsuche - aber wo?

Kolumne von Simone Janson

Gut 2.400 Jobsuche-Portale gibt es zur Zeit in Deutschland, dazu kommen die Stellenausschreibungen auf Karriereseiten von Unternehmen und Institutionen. Wie soll man da den passenden Job finden?

Es empfiehlt sich, bei der Suche systematisch vorzugehen: Wichtig ist, die Online-Portale auszuwählen, die zu den eigenen Bedürfnissen und Wünschen an eine neue Stelle am besten passen. Als Wirtschaftswissenschaftler bringt es z.B. nichts, in einer Datenbank für Ingenieure zu suchen – und umgekehrt.

Denn auch für Unternehmen, die freie Stellen ausschreiben wollen, stellt sich das Problem, die richtige Jobbörse für ihre jeweilige Zielgruppe zu finden. Zudem ist es eine Kostenfrage. Umfragen zeigen, dass 93% der Stellensuchenden bis zu 6 Jobportale gleichzeitig nutzen, damit ihnen keine Chance entgeht. Wer einen Job zu vergeben hat, wählt also gezielt die passenden Anbieter aus, damit diese auch die richtigen Bewerber finden.

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Dabei gilt: Jobbörse ist nicht gleich Jobbörse: Neben den allgemeinen Karriereportalen, die alle Berufe, Tätigkeiten, Karrierephasen wie Absolventen, Young Professionals, berufserfahrene Experten oder Regionen im Blick haben, existieren eine große Zahl von Spezial- oder Nischenjobbörsen, die sich ganz gezielt auf einzelne Branchen, Berufe, Tätigkeiten, Karrierephasen oder eine Region konzentrieren. Im Gegensatz zu den Jobbörsen durchsuchen Jobsuchmaschinen das Internet nach Stellenanzeigen und bereiten diese für Benutzer übersichtlich auf.

Doch woher weiß man, welche Jobbörsen und -Suchmaschinen etwas taugen? Hierbei hilft es, die Leistungsfähigkeit einer Seite anhand bestimmter Kennziffern zu beurteilen.

Bewerbungsstrategien für den Traumjob

  • Angebotsstrategie

    Analysieren Sie, was Ihrem Traumarbeitgeber fehlt. „Das kann alles Mögliche sein, vom Youtube-Werbevideo über neue Vertriebsmethoden bis hinzu Beziehungen in einen interessanten Auslandsmarkt“, schreibt Karriereexpertin Svenja Hofert in Ihrem Buch „Die Guerilla Bewerbung“, das im Campus Verlag erschienen ist. Die Kunst ist, das Defizit vor dem Arbeitgeber zu erkennen und ihn davon zu überzeugen, dass er es mit Ihrer Hilfe beheben kann.

  • Die Kettenbrief-Strategie

    Schlagen Sie Ihr Adressbuch auf und suchen Sie zehn Kontakte heraus, die Ihnen bei der Suche nach Ihrem neuen Job behilflich sein könnten. Wichtig sind nicht nur Menschen, die direkt einen Arbeitsplatz für Sie haben könnten, sondern auch Personen, die viele interessante Kontakte haben. Schreiben Sie ein prägnantes Kurzprofil, schicken Sie es an Ihre Kontakte mit der Bitte es wiederum an zehn Kontakte weiterzuleiten.

  • Die Terminstrategie

    Persönlich miteinander in Kontakt kommen, das ist die Idee hinter dieser Strategie. Suchen Sie sich Ihren Wunscharbeitgeber und überlegen Sie, wer vor Ort der beste Ansprechpartner sein könnte. Rufen Sie einfach an, erklären Sie Ihr großes Interesse an dem Unternehmen und bitten Sie um einen kurzen Termin zum Kaffeetrinken. So ist der erste Kontakt hergestellt.

  • Die Anti-Aging-Strategie

    Suchen Sie sich eine Aufgabe, die Ihrem Alter entspricht. Das hört sich erstmal hart an, ist aber ganz plausibel. Bewerben Sie sich nicht auf Inserate, die mindestens zwei bis drei Jahre Berufserfahrung voraussetzen, denn hier liegen nicht Ihre Stärken. Für viele ältere Führungskräfte, die es am Ende der beruflichen Laufbahn nochmal wissen wollen, ist die Position des Interimsmanager eine geeignete Aufgabe. Die Arbeitsagentur oder private Vermittler helfen gerne weiter.  

  • Die Projektstrategie

    Oftmals ist Projektarbeit der Einstieg in die Festanstellung. Deshalb überlegen Sie sich genau, erstens welches Projekt Sie realisieren könnten und zweitens für welche Institutionen oder Firmen es interessant sein könnte. Treten Sie an die potentiellen Interessenten heran und überzeugen Sie sie von Ihrer Idee. Die Bereitschaft in ein Projekt einzuwilligen ist höher, als eine neue Stelle zu schaffen. So können beide Seiten herausfinden, ob es passt.

  • Die Baumeister-Strategie

    Schaffen Sie sich Ihren Traumjob einfach selbst. Entdecken Sie den Bedarf an einer bestimmten Dienstleistung oder einem Produkt und schlagen Sie einem Träger vor, sich darum zu kümmern. Das funktioniert besonders gut im öffentlichen Bereich. Sind Sie von der Idee restlos überzeugt, können Sie es sogar wagen, einen eigenen Verein oder eine Stiftung zu gründen.

  • Die Power-Mail-Strategie

    Schreiben Sie eine E-Mail, die der Leser nicht ignorieren kann. Finden Sie heraus, an welchen Stellen Ihr Lieblingsunternehmen Nachholbedarf hat und präsentieren Sie sich als Lösung. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie in der Branche schon Erfahrungen und Kontakte haben. Für diese Variante muss „Ihr Können und Ihr Hintergrund“ sehr interessant sein.

  • Die Expertenstrategie

    Sie kennen sich mit einer speziellen Aufgabe oder einem Themengebiet gut aus und haben mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich? Dann könnte die Expertenstrategie die richtige sein. Wichtig ist, ihr Spezialgebiet so umfassend zu definieren, dass sie auf viele Angebote passen, aber gleichzeitig so viel Expertise zu besitzen, dass nicht viele mit Ihnen konkurrieren können. Die Autorin nennt sich zum Beispiel Expertin für neue Karrieren und nicht Spezialistin für MBA-Programme.

Ein wichtiges Kriterium ist hierfür die Anzahl der Stellenangebote. Bedauerlicherweise verschleiern einige Jobportale die genaue Zahl der verfügbaren Stellenanzeigen oder blockieren in der Trefferliste die Anzeige aller gewünschten Jobangebote zu einem Suchbegriff, um den Benutzer länger auf der Seite zu halten und ihn dazu zu bringen, seine Suche zu verfeinern. Einige schwarze Schafe unter den Jobportalen setzen ausschließlich auf Quantität statt Qualität: Sie bieten ein schier atemberaubende Anzahl von Stellenanzeigen an, werden dabei aber kaum von Stellensuchenden frequentiert.

Daher ist es auch wichtig, bei der Auswahl die Reichweite bzw. die Besucherfrequentierung eines Jobportals zu berücksichtigen. Dieses Leistungsmerkmal ist einleuchtend, aber nur selten messbar, transparent und öffentlich. Denn viele Betreiber verkünden stolz besonders gute Besucherzahlen und schweigen, wenn ihre Kennziffern nicht so positiv ausfallen.

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