Karriereleiter: Wie Sie auf Diskriminierung bei der Jobsuche reagieren

kolumneKarriereleiter: Wie Sie auf Diskriminierung bei der Jobsuche reagieren

Kolumne von Simone Janson

Frauen sollten am Herd stehen, Ossis und Migranten haben bei der Bewerbung weniger Chancen und mit 35 ist man für manchen Job schon zu alt - klingt absurd, kommt aber noch viel zu häufig vor. Was können Bewerber tun?

Kürzlich wurde in den sozialen Netzwerk der Fall von Anne-Luise diskutiert. Die hatte in einem offenen Brief auf Edition F die Diskriminierung, die ihr bei einer Bewerbung widerfahren war, publik gemacht: In der dritten Bewerbungsrunde hatte sie den Job an einen männlichen Bewerber verloren. Der Grund: ihre zwei Kinder. Der männliche Konkurrent habe zwar auch ein Kind, da aber bleibe die Frau zu Hause, teilte man ihr hinter vorgehaltener Hand mit. Dass Anne-Luises Kinder durch Kita und Ehemann betreut werden, zählte nicht. Denn Frauen und Mütter gehören an den Herd - zumindest für diesen Personaler.

Leider nur ein Beispiel, wie stark Vorurteile noch immer wirken - Willkommen im Absurdistan deutscher Personalabteilungen. Dabei betrifft die Diskriminierung längst nicht nur Frauen, sondern zum Beispiel auch Migranten.

Anzeige

Diese Unternehmen bieten die besten Karrierechancen für Frauen

  • Platz 10

    Für den Frauen-Karriere-Index des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bekommen die teilnehmenden Unternehmen eine Wertung auf einer Skala von 0 bis 100. Je höher die Punktzahl, desto besser die Karrierechancen für Frauen in dem Betrieb.

    Die Symrise AG kam im Jahr 2015 auf 73 von 100 Punkten - im Ranking reicht das für Platz zehn.

    Quelle: Frauen-Karriere-Index

  • Platz 9

    GFT Technologies AG - 75 Punkte

  • Platz 8

    Jeweils 76 Punkte entfallen auf:

    Intel GmbH / Intel Mobile Communications

    DATEV eG

    TÜV Rheinland

    ING-DiBa AG

  • Platz 7

    Jeweils 78 Punkte gehen an

    Bombardier Transportation GmbH

    Uniklinik Köln

  • Platz 6

    Jeweils 79 Punkte für

    Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Grevenbroich

    SEB AG

    KfW

  • Platz 5

    Jeweils 80 Punkte gehen an

    Siemens Betriebskrankenkasse SBK

    HypoVereinsbank

    SMA Solar Technology

  • Platz 4

    Charité Universitätsmedizin Berlin - 81 Punkte

  • Platz 3

    Jeweils 82 Punkte erreichten

    Randstad Deutschland

    Airbus Group Deutschland

  • Platz 2

    Deutsche Telekom AG - 83 Punkte

  • Platz 1

    Hewlett Packard GmbH - 85 Punkte

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration etwa verschickte für seine Studie "Diskriminierung am Arbeitsmarkt" jeweils zwei Bewerbungen an 1794 Unternehmen - eine von einem türkischen und eine von einem deutschen Bewerber. Die deutschen Bewerber erhielten deutlich öfter Einladungen zum Vorstellungsgespräch.

2010 sorgte ein außergewöhnlicher Streitfall vor dem Landgericht Stuttgart für Aufsehen: Eine Bewerberin war nicht zum Vorstellungsgespräch eingeladen worden und hatte daraufhin ein Fensterbauunternehmen wegen Diskriminierung verklagt. Der Grund: Die Frau aus Ostdeutschland hatte mit der Absage des Arbeitgebers ihre Bewerbungsmappe mit der Post zurückerhalten. Auf den Unterlagen stand in fetter Schrift das Wort „OSSI“ geschrieben – daneben prangte ein dickes Minus-Zeichen. Der Streit endete damals mit einem Vergleich.

Gehaltsunterschiede Frauen verdienen immer noch 22 Prozent weniger

Bis zum 20. März arbeiten viele Frauen rein statistisch gesehen umsonst. Der Stichtag illustriert, wie groß die Verdienstunterschiede zwischen den Geschlechtern sind - trotz aller Gleichstellungsbestrebungen.

huGO-BildID: 35974049 ARCHIV - Die Beine einer Frau sind am 26.03.2010 bei einer feierlichen Veranstaltung in Berlin zwischen denen ihrer männlichen Kollegen zu sehen. Das Statistisches Bundesamt gibt am 18.03.2014 die Zahlen zu Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Männern im Jahr 2013 bekannt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Wäre es nicht so traurig, man möchte darüber lachen. Zwar soll das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) "Benachteiligungen aus Gründen der Rasse oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität" verhindern. Es führt in der Praxis jedoch dazu, dass Bewerber viel zu selten überhaupt den Grund für eine Ablehnung erfahren. Die Unternehmen haben Angst, verklagt zu werden - auch wenn ein Verfahren den Bewerber Zeit, Geld und Nerven kostet.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%