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Kündigungstipps für Mitarbeiter: Wie Sie die Kündigung bewältigen

von Max Haerder

Weder Mitarbeiter noch Manager sind auf die neue Entlassungswelle vorbereitet. Wie Sie als Mitarbeiter mit Kündigungen umgehen, welche Rechte Sie auf Abfindung haben und wie Sie beruflich wieder neu Fuß fassen.

Entlassung? Folgefehler lassen sich vermeiden! Quelle: Christoph Niemann
Entlassung? Folgefehler lassen sich vermeiden! Quelle: Christoph Niemann
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Ein simpler Satz: "Ach ja, Sie bekommen noch Post von uns." Für Bernd Weimann (*Name geändert) war dies der einzige Hinweis, bevor er entlassen wurde. Lange Jahre hatte der 44-Jährige im Außendienst gearbeitet und IT-Lösungen für Mittelständler verkauft. Dann war plötzlich Schluss – die Kündigung kam per Brief. „Ich habe ziemlich lange gebraucht, um das zu verdauen“, sagt Weimann.

Mit den Banken fing es an. Dann kamen die Autohersteller und deren Zulieferer dran. Überall Kurzarbeit, Zwangsurlaub. Und jetzt: Entlassungen. Mit dem neuen Jahr rollt eine beispiellose Pleitenwelle heran, die längst alle Branchen erfasst hat. Betroffen sind Zulieferer wie Edscha oder TMD Friction, der Speicherhersteller Qimonda oder die Traditionsmarke Märklin. Die gesamte deutsche Industrie leidet mittlerweile unter der Wirtschaftskrise. Großunternehmen wie Metro und SAP kündigten bereits Stellenabbau in vierstelliger Höhe an. Bisherige Bilanz: Im Januar stieg die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland um fast 400.000. Bis Ende des Jahres könnten es vier Millionen sein — eine halbe Million mehr als heute.

Mit den Entlassungen kommt die Angst. Niemand weiß genau, wie schlimm es wird. Oder werden könnte. Je mehr Krisenmeldungen die Zeitungen drucken, desto belastender werden die Fragen: Trifft es bald auch mich? Was kann ich dagegen tun? Wie komme ich schlimmstenfalls an einen neuen Job? Und nicht wenige Betroffene fragen sich auch: Kommt mit dem Arbeitslosengeld und Hartz IV auch der soziale Abstieg?

Während es für Konzerne einen staatlich finanzierten Rettungsschirm gibt, bleiben die Angestellten in erster Linie sich selbst überlassen. Allzu viele Strategien gibt es nicht, um seinen Arbeitsplatz zu sichern. Aber immerhin: Es gibt sie.

Das Wichtigste dabei ist, ein funktionierendes Kontaktnetz aufzubauen und zu pflegen. So bleibt man über aktuelle Entwicklungen in der Branche, aber auch über Jobalternativen auf dem Laufenden. Tatsächlich werden rund ein Drittel aller Jobs über den sogenannten verdeckten Arbeitsmarkt besetzt, also inoffiziell per Vitamin B.

Aber auch die tägliche Arbeit darf die Angst nicht lähmen, auch wenn die Wirtschaftskrise auf die Motivation drückt. Fleiß, Engagement, Pünktlichkeit, Teamwork, ein positiver Umgang – all diese Signale weisen einen Leistungsträger aus und können so den eigenen Wert für den Arbeitgeber steigern. Das gilt noch mehr für Mitarbeiter, die Maßnahmen vorschlagen, mit denen das Unternehmen Kosten sparen oder neue Erlösquellen erschließen kann.

Hilfreich ebenfalls: Das Auffrischen und Vertiefen von Fachwissen. Wer seinem Arbeitgeber spezielle Fähigkeiten, etwa EDV- oder Branchenkenntnisse bieten kann, die der nur selten am Arbeitsmarkt findet, ist klar im Vorteil. Die Erfahrung zeigt, dass in Konjunkturtälern Generalisten eher gekündigt werden als Spezialisten.

Scheitern ist keine Schande

Wie viel Arbeitslosengeld die Deutschen bekommen
Wie viel Arbeitslosengeld die Deutschen bekommen (Klicken Sie auf die Grafik für eine erweiterte Darstellung)

Doch auch das stärkste Engagement hilft manchmal nichts, wenn ganze Abteilungen oder Betriebsteile umstrukturiert oder gestrichen werden. Und ist die Kündigung ausgesprochen, gibt es kaum noch Chancen im Unternehmen zu bleiben. Der Arbeitgeber hat sich entschieden, wer an Bord bleiben soll und wer nicht. Selbst wer prozessiert, verbessert seinen Job dadurch nur selten.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollten Betroffene deshalb Profis zu Rate ziehen – bevor sie einen Aufhebungsvertrag unterschreiben. Denn auf eine Abfindung besteht – anders als viele glauben – kein grundsätzlicher Anspruch. Umso wichtiger ist daher das Verhandlungsgeschick, schon aus steuerlichen Gründen.

Zudem gilt es, die mit jeder Kündigung verbundene und empfundene Kränkung, den Schock und die Scham möglichst rasch zu überwinden. Denn das lähmt ebenfalls und behindert eine rasche Neuorientierung. Scheitern ist keine Schande, in diesen Zeiten sowieso nicht. Und jeder Jobverlust kann auch eine Chance sein.

So hat etwa der Autor Hans Ruoff in seinem Buch „Die Kunst des erfolgreichen Abstiegs“ Lebenswege von Menschen nachgezeichnet, die aus der eigenen Jobkrise am Ende gestärkt hervorgingen. Sein Rat: Wer den Arbeitsplatz verloren hat, sollte seine Situation weder verdrängen noch in Selbstmitleid verfallen. Viel sinnvoller ist eine ehrliche Analyse für die berufliche Zwangspause: Was hat dazu geführt? Wo muss ich mich ändern? Was habe ich auch richtig gemacht? Erst wer darüber Klarheit hat, findet zurück zu den eigenen Stärken.

Auch Bernd Weimann geht mittlerweile offensiv mit seiner Lage um. Schon länger hatte er über Jobalternativen nachgedacht. Kurzerhand die Branche zu wechseln, hätte er sich aber nie getraut. „Die Krise hat mir neue Möglichkeiten gegeben“, sagt er heute optimistisch – und setzt seine Hoffnungen vor allem auf das Internet.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.02.2010, 23:34 UhrAnonymer Benutzer: Personaler

    Und noch ein Tip :
    Als Gekündigter sollte man sich sofort neu orientieren.
    ich kenne Leute, die noch 3 Jahre nach dem Ausscheiden arbeitslos waren und sich immer noch über Ex-Kollegen und -Mitarbeiter ausgekotzt haben. Die haben gar nicht begriffen, daß sie selbst für ihre Umgebung unerträglich wurden und einem selbstinitiierten Neuanfang im Weg gestanden haben. So etwas mit anzusehen, ist dann wirklich traurig. Das ist wie "Opa erzählt vom Krieg.". Alle tun interessiert doch eigentlich geht´s allen auf die Nerven.

  • 09.02.2010, 23:31 UhrAnonymer Benutzer: Personaler

    ich kann dieses Herumgeeier um das WiE einer Kündigung gar nicht nachvollziehen. ich habe in meinem bisherigen berufsleben schon aus diversen Gründen Kündigungen bzw. Ausscheidungen von Mitarbeitern in die Wege geleitet und festgestellt, daß man allen beteiligten den größten Gefallen tut, wenn man in kurzen, klar verständlichen Sätze zum Grund der beabsichtigten Trennung spricht. im Allgemeinen deuten aktuelle Umstände auf anstehende Veränderungen im Unternehmen hin und da ich nicht für Therapiesitzungen da bin, habe ich auch kein interesse an gefühlsduseliger Seelenmassage bei Mitarbeitern, die ich im Grunde gar nicht kenne. Sorry, wenn das jetzt für Manchen etwas hart klingt, aber dieses Geschwafel ist ebenso unnütz und hinderlich und zeugt m.E. nicht von Professionalität. ich mache einen Job - Punkt. Und die anderen machen auch einen - und mit deren Job ist jetzt Schluß. So ist der Lauf der Welt und im 21.Jh. sind die Zeiten eben vorbei, daß man 45 berufsjahre im selben Unternehmen verbringt. Dafür kann und will ich mich nicht bei Leuten entschuldigen, die rührseligen Zeiten nachhängen. Vor 20 Jahren war das im Osten auch schon mal so, jetzt "erwischt" es den Westen, So what ? Nur weil die Süd-/Westdeutschen meinten, unangreifbar zu sein und die große Fresse hatten, habe ich jetzt kein Mitleid, und schon gar nicht mit der überbezahlten Automischpoke. Sollten mal all diese Jammerlappen überlegen, wer die Geiz-ist-Geil-Mediamarktgeräte baut..., dann dürfte es dämmern, an wessen Ast die dort Einkaufenden sägen - am eigenen ! Also : Weiter so !

  • 09.02.2010, 23:28 UhrAnonymer Benutzer: Personaler

    ich kann dieses Herumgeeier um die WiE einer Kündigung gar nicht nachvollziehen. ich habe in meinem bisherigen berufsleben schon aus diversen Gründen Kündigungen bzw. Ausscheidungen von Mitarbeitern in die Wege geleitet und festgestellt, daß man allen beteiligten den größten Gefallen tut, wenn man in kurzen, klar verständlichen Sätze zum Grund der beabsichtigten Trennung spricht. im Allgemeinen deuten aktuelle Umstände auf anstehende Veränderungen im Unternehmen hin und da ich nicht für Therapiesitzungen da bin, habe ich auch kein interesse an gefühlsduseliger Seelenmassage bei Mitarbeiter, die ich im Grunde gar nicht kenne. Sorry, wenn das jetzt für Manchen etwas hart klingt, aber dieses Geschwafel ist ebenso unnütz und hinderlich und zeugt m.E. nicht von Professionalität. ich mache einen Job - Punkt. Und die anderen machen auch einen - und mit deren ist jetzt Schluß. So ist der Lauf der Welt und im 21.Jh. sind die Zeiten eben vorbei, daß man 40 berufsjahre im selben Unternehmen verbringt. Dafür kann und will ich mich nicht bei Leuten entschuldigen, die rührseligen Zeiten nachhängen. Vor 20 Jahren war das im Osten auch schon mal so, jetzt "erwischt" es den Westen, So what ? Nur weil die Süd-/Westdeutschen meinten, unangreifbar zu sein und die große Fresse hatten, habe ich jetzt kein Mitleid, und schon gar nicht mit der überbezahlten Automischpoke. Sollten mal all diese Jammerlappen überlegen, wer die Geiz-ist-Geil-Mediamarktgeräte baut..., dann dürfte es dämmern, an wessen Ast die dort Einkaufenden sägen - am eigenen ! Also : Weiter so !

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