MBA: Nur wenige Alternativen für MBA-Absolventen

MBA: Nur wenige Alternativen für MBA-Absolventen

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Jobs für Absolventen: Jeder Dritte profitiert von einem Netzwerk

von Daniel Rettig

Vor der Krise stiegen Absolventen des Master of Business Administration (MBA) am liebsten bei Investmentbanken ein – doch dort herrscht Jobflaute. Welche Alternativen ihnen noch bleiben.

Das rheinland-pfälzische Städtchen Bassenheim liegt etwa zehn Kilometer entfernt von Koblenz, in unmittelbarer Nachbarschaft von Ochtendung und Urmitz. Seit einigen Monaten verdient dort ein MBA-Absolvent sein Geld – bei einem Familienunternehmen mit 35 Mitarbeitern.

Ingo Wachter, 32 Jahre alt, hatte seinen MBA an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Vallendar gemacht. Im Herbst 2008 hörte er, dass eine mittelständische Bekleidungsfirma in Deutschland ein neues Mitglied für die Geschäftsführung suchte. Dessen Name: Studio Borgelt. „Natürlich kannte ich das Unternehmen nicht“, gibt Wachter offen zu.

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Doch die Aussicht auf eine Führungsposition reizte ihn. Also traf er sich mit den Chefs der Firma, einige Wochen später sagte er zu und zog in die pfälzische Idylle.

Ein MBA-Absolvent bei einem Mittelständler – noch vor einigen Monaten undenkbar. Eher lief es bisher so: Erst erhält man eine Zusage von einer Business School, während des Studiums folgen ein, zwei Praktika, danach liegen hoch bezahlte Jobangebote auf dem Tisch – vorzugsweise von einer Investmentbank oder einer Unternehmensberatung. Doch die Zeiten sind vorbei.

Die Hälfte ist ohne Job

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich der Arbeitsmarkt auch für MBA-Absolventen vom Schlaraffenland in einen Dschungel verwandelt. Von der Abschlussklasse 2009 hat in den USA drei Monate nach der Zeugnisübergabe nur etwa die Hälfte einen Arbeitsvertrag in der Tasche.

Früher ging dort ein gutes Drittel der Absolventen in die Finanzbranche. Mittlerweile jedoch sorgt gerade dieser Sektor für Hiobsbotschaften. So zog etwa die Bank of America im vergangenen März bereits gemachte Jobzusagen an MBA-Absolventen wieder zurück. Andere Banken geben erst gar keine mehr. Und der Konkurrenzkampf wird noch weiter steigen, unken Experten.

Mehr Bewerber, weniger Stellen: Über zwei Drittel der Vollzeit-MBA-Programme verzeichnen aktuell mehr Einschreibungen als im Vorjahr – die besten Zahlen seit fünf Jahren, errechnete das Graduate Management Admission Council (GMAC), eine Vereinigung führender Wirtschaftshochschulen. Einsamer Spitzenreiter: die Harvard Business School mit 937 Studenten.

Stundenten derzeit in der Rolle des Sündenbocks

Und das, obwohl die Schulen weltweit eher die Rolle des Sündenbocks spielen. Viele von ihnen bildeten die einstigen "Master of the Universe" aus, jene Manager, die heute für die Krise verantwortlich gemacht werden.

Ganz gleich, wie viel Schuld die Schulen tatsächlich trifft – die derzeitigen Absolventen müssen es ausbaden. Viele greifen deshalb noch stärker auf das Ehemaligen-Netzwerk zurück. In einer aktuellen GMAC-Umfrage gab jeder Dritte an, sein erstes Jobangebot allein über Beziehungen erhalten zu haben.

Wer empfohlen wird, hat es nicht nur leichter, einen Job zu bekommen. Oftmals entsteht dadurch erst die Idee, sich bei einem Unternehmen zu bewerben. So erging es auch Ulf Köster.

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