Mobiles Bewerben: Der Schreiner bewirbt sich mit dem Smartphone

Mobiles Bewerben: Der Schreiner bewirbt sich mit dem Smartphone

, aktualisiert 24. Januar 2017, 07:00 Uhr

Wer Akademiker sucht, hat mit einer traditionellen Stellenanzeige in der Zeitung oder online vielleicht noch Glück. Die Kassiererin oder den Schreiner findet man so aber nicht: Die bewerben sich eher mobil.

Neues Jahr, neuer Job: Was die Situation am Arbeitsmarkt angeht, sind die Deutschen optimistisch. Das zeigt der aktuelle JobConfidence-Index der Personalvermittlung PageGroup. Demnach sind 65 Prozent der befragten Deutschen zuversichtlich, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt verbessern wird. Im europäischen Durchschnitt sagen 51 Prozent: "Wird schon werden, mit dem neuen Job."

In Deutschland variiert die Zuversicht nach Altersgruppen. Am optimistischsten sind die Jungen. 58 Prozent der unter 30-Jährigen sagen, dass sie weniger als drei Monate brauchen würden, um eine neue Stelle zu finden. Bei den 30- bis 49-Jährigen denken das immer noch 45 Prozent und auch bei den Kandidaten jenseits der 49 Jahre ist mehr als ein Drittel überzeugt, dass die Jobsuche kein Problem wird.

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Auch Nicht-Akademiker sind optimistisch

Optimistisch sind aber nicht nur Manager und Akademiker, auch Bäckereifachverkäuferinnen, KfZ-Mechaniker und Lageristen machen sich wenig Sorgen um die Nachfrage am Arbeitsmarkt. Laut einer Umfrage der Plattform mobileJob.com unter Arbeitnehmer mit außerakademischen Hintergrund können sich 81 Prozent einen Jobwechsel vorstellen. "Der nichtakademische Arbeitsmarkt ist deutlich dynamischer als der für Akademiker. Kandidaten im Pflege-, Service- oder Industriebereich sind nicht zuletzt aufgrund der stabilen Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation mutig genug, einen Jobwechsel voranzutreiben. Arbeitgeber, die hier auf der Suche sind, sollten die Gunst der Stunde im Jahr 2017 nutzen," sagt Steffen Manes, Geschäftsführer bei mobileJob.com.

Stellensuche ist mobil

Doch bevor Unternehmer damit loslegen, ihren Mitarbeiterstab aufzustocken, müssen sie sich fragen, wie die Zielgruppe nach Jobs sucht. Nur so kommen Stellenanzeige und Bewerber auch zusammen. meinestadt.de, ein Portal für die lokale Lehrstellen- und Jobsuche, hat deshalb Bewerberinnen und Bewerber zu ihren Suchgewohnheiten befragt.

Das Ergebnis: Insgesamt surfen 87 Prozent mit ihrem Smartphone die Stellenanzeigen ab. Lediglich zehn Prozent nutzen einen Firmen-PC oder Laptop. Für Unternehmen, die Fachkräfte mit einer Berufsausbildung statt einem Studium suchen, ist es also noch wichtiger, ihr Angebot mobil zu optimieren. Sonst erreichen sie nur zehn Prozent der Wechselwilligen. Außerdem ist es wichtig zu wissen, wann jemand nach einem Job sucht. Sonntagsnachmittags auf der Couch dürfte der Bewerber ein anderes Leseverhalten an den Tag legen als Montagsmorgens im Bus.

Neuer Job: Das suchen Bewerber aus verschiedenen Bundesländern

  • Deutschland im Durchschnitt

    Berufstätige in Deutschland suchen, wenn sie den Job wechseln wollen, nach unterschiedlichen Dingen. Dem einen ist mehr Geld wichtig, der andere wünscht sich mehr Zeit für die Familie.

    Trotzdem: Im Mittel wollen 78 Prozent der Deutschen, die nach einem neuen Job suchen, damit auch mehr Geld verdienen. 68 Prozent legen Wert darauf, zumindest teilweise im Home-Office arbeiten zu können und 72 Prozent möchten die Möglichkeit haben, ein Sabbatical zu nehmen.

    Quelle: Joblift

  • Bayern

    Home-Office: 100 Prozent

    Sabbatical: 90 Prozent

    Gehaltserhöhung: 80 Prozent

  • Baden-Württemberg

    Home-Office: 80 Prozent

    Sabbatical: 90 Prozent

    Gehaltserhöhung: 77 Prozent

  • Brandenburg

    Home-Office: 82 Prozent

    Sabbatical: 78 Prozent

    Gehaltserhöhung: 80 Prozent

  • Bremen

    Home-Office: 70 Prozent

    Sabbatical: 2 Prozent

    Gehaltserhöhung: 83 Prozent

  • Berlin

    Home-Office: 85 Prozent

    Sabbatical: 70 Prozent

    Gehaltserhöhung: 75 Prozent

  • Hamburg

    Home-Office: 85 Prozent

    Sabbatical: 80 Prozent

    Gehaltserhöhung: 100 Prozent

  • Hessen

    Home-Office: 97 Prozent

    Sabbatical: 100 Prozent

    Gehaltserhöhung: 78 Prozent

  • Niedersachsen

    Home-Office: 60 Prozent

    Sabbatical: 70 Prozent

    Gehaltserhöhung: 80 Prozent

  • Mecklenburg-Vorpommern

    Home-Office: 70 Prozent

    Sabbatical: 2 Prozent

    Gehaltserhöhung: 88 Prozent

Zwischen drei und 20 Minuten für die Stellensuche

Das zeigt auch die Erhebung von meinestadt.de sehr schön: 95 Prozent der Wechselwilligen suchen tatsächlich zu Hause auf dem Sofa nach einer neuen Stelle. 20 Minuten nehmen sie sich für die Recherche.

Knapp die Hälfte der Teilnehmer sucht unterwegs nach einem Arbeitsplatz, beispielsweise im Wartezimmer beim Arzt, im Café oder auf dem Arbeitsweg. Da dauert die Recherche nur noch zehn Minuten - maximal. Und wer in der Mittagspause auf der Arbeit einen Blick riskiert (knapp jeder Sechste macht das) nimmt sich drei Minuten Zeit.

Kryptische Anzeigen mit zahlreichenden weiterführenden Links zu Karriereseiten, Youtube-Videos und Facebook-Auftritten erreichen diese gehetzten Kandidaten also überhaupt nicht. Was nicht heißen soll, dass man sich derartige Informationen sparen könnte. Nur sollten sich hier nicht die Kerninformationen - Anforderung, Arbeitszeit, Gehalt, Sozialleistungen - verbergen. Die wichtigsten Informationen müssen übersichtlich und auf den ersten Blick direkt für den Bewerber erkennbar sein. Und zwar direkt zu Beginn des Stellenangebots.

Weitere Informationen zum Arbeitgeber oder zur Unternehmenskultur sind erst im zweiten Schritt für Recherchen relevant. Wer nach einem kurzen Blick im Bus das Stellenangebot interessant fand, schaut sich auch zu Hause noch die Mitarbeitervideos an. Aber dafür muss der erste Eindruck stimmen. Also genau wie beim Vorstellungsgespräch. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass niemand zum Vorstellungsgespräch kommt, wenn Arbeitgeber mit ihren Stellenanzeigen nicht überzeugen.

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