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Online-Profile: Die abgedroschensten Selbstbeschreibungen

07. Dezember 2012
Das Logo des beruflichen Online-Netzwerks LinkedIn. Quelle: dpaBild vergrößern
Das Logo des beruflichen Online-Netzwerks LinkedIn. Quelle: dpa

Wer wirklich "kreativ" ist, der sollte für sein Online-Profil besser eine andere Selbstbeschreibung wählen. LinkedIn hat die meistgenutzten Schlagwörter seiner Mitglieder aufgelistet.

An schöpferischen Menschen scheint wahrlich kein Mangel zu herrschen. Zumindest an Menschen, die sich dafür halten. Weltweit und in Deutschland ist die Selbstbeschreibung "kreativ" die Nummer eins der am häufigsten in den Mitgliederprofilen des Netzwerkes LinkedIn genutzten Begriffe. Die Betreiber haben eine Liste der in den 187 Millionen Profilen überstrapazierten Schlagwörtern für 2012 zusammengestellt. LinkedIn veröffentlicht die Rangliste zum dritten Mal. Auch in der Liste für das Jahr 2011 war „kreativ“ der Spitzenreiter in deutschen Profilen. 2010, als die Studie zum ersten Mal durchgeführt wurde, stand „innovativ“ an vorderster Stelle.

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Die zehn meistgenutzten Schlagwörter in deutschen Profilen sind:

1. Kreativ

2. Verantwortungsbewusst

3. Analytisch

4. Motiviert

5. Innovativ

6. Erfolgsorientiert

7. Organisiert

8. Kommunikative Fähigkeiten

9. Effektiv

10. Internationale Erfahrung

Aus der Liste kann man erkennen, welche Eigenschaften Bewerber für auf dem Arbeitsmarkt oder generell in der Gesellschaft besonders gefragt halten. An der Konjunktur des Begriffs "Kreativität" sind die Unternehmen auch mit schuld. VW zum Beispiel bezeichnet die "Kreativität der Mitarbeiter" als "höchstes Gut". Als Erfolgsstrategie taugt es allerdings vermutlich nicht, in dieser Hinsicht einfach mit dem Strom zu schwimmen. Je häufiger eine Selbstbeschreibung ist, desto unauffälliger und unglaubwürdiger wird sie. Sprachwissenschaftler wissen, dass gerade die am meisten verwendeten Schlagwörter oft die geringste Aussagekraft haben.

"Wer hier auffallen will, sollte mit seinem Online-Profil aus der Masse hervorstechen. Millionen von Mitgliedern behaupten von sich, sie seien kreativ. Belege wie beispielsweise Verweise auf einzigartige, einfallsreiche, faszinierende Projekte sind eine Möglichkeit, sich abzuheben" empfiehlt Alexander Zipp von LinkedIn.

Ein attraktiveres Online-Profil

  • Prüfen, was der Wettbewerb macht

    Suchen Sie Mitglieder mit einer ähnlichen Berufsbezeichnung. Bei fremden Profilen fällt eher auf, welche Aussagen und Beschreibungen positiv wirken. Nutzen Sie diese Erkenntnisse aus der Mitbewerber-Analyse für die Gestaltung des eigenen Profils.

  • Empfehlungen sammeln

    Bitten Sie Ihre direkten Kontakte, Ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu empfehlen. Die ideale Zahl sind etwa zehn Fähigkeiten, die auch von Suchern einfach gefunden werden.

  • Die richtige Überschrift!

    Die Positionsbeschreibung ist eine der ersten Informationen, die andere Mitglieder in den Suchergebnissen zu sehen bekommen. Schreiben Sie eine Art „berufliche Schlagzeile“, die ihre individuelle Stärke beschreibt. Das weckt Interesse und sorgt darfür, dass das vollständige Profil eher gelesen wird.

Zwischen den Selbstdarstellern gibt es erstaunliche nationale Unterschiede. "Für die unter anderem vom Bankwesen geprägte Wirtschaft in der Schweiz ist ‚analytisch‘ die wichtigste Eigenschaft. In Malaysia, Saudi-Arabien, Südafrika, den Vereinigten Arabischen Emirate und Großbritannien führt ‚motiviert‘, das dort als Codewort für ‚zuverlässig‘ verstanden wird, die Ranglisten an", sagt Zipp.

Diese Wörter, die LinkedIn für die Studie ausgewertet hat, werden in folgenden Ländern am meisten genutzt:

  • Kreativ

    Australien, Deutschland,Kanada, Neuseeland, Niederlande, Schweden,Singapur, USA

  • Multinational

    Ägypten und Indien

  • Experimentell

    Brasilien

  • Verantwortungsbewusst

    Frankreich und Italien

  • Effektiv

    Indien

  • Motiviert

    Malaysia, Saudi-Arabien, Südafrika,Vereinigte Arabische Emirate und Großbritannien

  • Spezialisiert

    Spanien

  • Analytisch

    Schweiz

Bei der Verwendung von Schlagwörtern sollte man sich stets des kulturellen Hintergrunds bewußt sein: Derselbe Begriff kann je nach Land unterschiedlich verstanden werden.

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