Praktikantenspiegel 2016: Warum Unternehmen Praktikanten brauchen

Praktikantenspiegel 2016: Warum Unternehmen Praktikanten brauchen

von Kerstin Dämon

Kaum jemand spricht noch von der Generation Praktikum, obwohl vor dem Berufsstart meist eins absolviert wird. Davon profitieren Unternehmen - wenn sie Praktikanten nicht als billige Hilfskräfte ausnutzen.

Vor rund elf Jahre hat die "Zeit" einen Artikel mit dem Titel "Generation Praktikum" veröffentlicht. Der warf kein gutes Licht auf die Unternehmen der damaligen Zeit: Matthias Stolz schrieb, dass Praktikanten früher Erfahrungen für ihr künftiges Berufsleben sammeln sollten. Im Jahr 2005 dagegen seien sie bloß noch Arbeitssklaven für die Betriebe. Und da ein lückenloser Lebenslauf alles ist, was zählt - so zumindest der damalige Stand der Dinge - waren Akademiker und andere junge Berufseinsteiger gezwungen, die Zeit zwischen Abschluss und erstem Festvertrag mit endlosen un- bis schlechtbezahlten Praktika zu überbrücken.

Mittlerweile hat sich zumindest die Sache mit dem Lebenslauf geändert. Ob das den Praktikanten das Leben leichter macht, verfolgt seit dem Jahr 2010 die Personalberatung Clevis. In den letzten sechs Jahren haben die Berater rund 35.000 Praktikanten gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Praktikum sind: werden sie anständig bezahlt, lernen sie genug, wie ist die Arbeitsatmosphäre, würden sie sich bei dem Unternehmen für eine Festanstellung bewerben und so weiter und so fort. Allein an der Umfrage für den aktuellen Praktikantenspiegel haben 6262 Praktikanten teilgenommen.

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Eine Typologie der modernen Praktikanten

Die Mehrheit der Teilnehmer war zwischen 23 und 25 Jahren alt, zum Zeitpunkt des Praktikums studierten 76,87 Prozent, der restliche Teil waren Absolventen beziehungsweise junge Menschen mit maximal zwei Jahren Berufsausbildung. Der klassische Schülerpraktikant, der zwei Wochen lang im Betrieb mitläuft, ist also nicht gemeint. Das durchschnittliche Praktikum dauert 5,24 Monate.

Und die Praktikanten von heute nehmen ihr Los offenbar deutlich positiver wahr, als es 2005 der Fall war: 87 Prozent der Praktikanten sind mit ihrem Praktikum zufrieden. Zwar schieben auch 40 Prozent von ihnen Überstunden, trotzdem sind 84 Prozent mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden.

Seit der Einführung des Mindestlohnes ist auch das Durchschnittsgehalt von Praktikanten in Deutschland im Schnitt um 10,6 Prozent auf 950,43 Euro gestiegen. Denn Praktikanten, die länger als drei Monate in einem Betrieb sind, haben einen Anspruch auf den Mindestlohn. Während bei Branchen, die ihren Praktikanten schon vor der Mindestlohn-Einführung mehr als 1000 Euro pro Monat zahlten, die Steigerung gering war, profitierten Praktikanten in Branchen wie Bildung, Medien oder Touristik von dem gesetzlichen Mindestlohn.

Doch grundsätzlich sind sich die Praktikanten einig: Der Mindestlohn ist begrüßenswert, die vermittelten Inhalte sind allerdings wichtiger.

Unternehmen profitieren von ihren Praktikanten

Grundsätzlich ist ein Praktikum Teil der Berufsfindung: Passt der Job zu mir, kann ich das, kann ich mir vorstellen, in diesem Unternehmen zu arbeiten? "Die Studierenden sollen sich in Berufen, Branchen und Unternehmen besser zurechtfinden und zukunftsgerichtet orientieren können", heißt es im Praktikantenspiegel. Aber auch die Unternehmen haben etwas von den jungen Menschen, die ein paar Monate mitarbeiten. Zunächst gibt es diverse softe Faktoren:

  • der Blick von Außen hilft, neue Perspektiven kennenzulernen und eingefahrene Prozesse zu hinterfragen
  • Unternehmen bekommen ehrliches Feedback in Bezug auf ihre Attraktivität als Arbeitgeber
  • Praktikanten sind flexibel einsetzbar und können je nach Interesse vielfältige Projekte begleiten
  • ein erfolgreiches Praktikum ist in der Regel ein Garant dafür, dass das Unternehmen bei Freunden und Familie weiterempfohlen wird

Und noch ein Argument für die HR- und Controlling-Abteilung: Unternehmen können über Praktikantenprogramme einen Pool an zukünftigen Arbeitnehmern bilden. 81,98 Prozent aller Praktikanten stehen auch nach dem Praktikum beruflich oder privat mit ihrem Unternehmen in Kontakt. 85 Prozent würden sich sofort erneut bei ihrem Praktikanten-Arbeitgeber bewerben, wenn es um den festen Berufsstart geht.

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