Recruiting: Wirtschaft verschmäht Bachelor

Recruiting: Wirtschaft verschmäht Bachelor

Die Hälfte der Unternehmen will in diesem Jahr mehr neue Mitarbeiter einstellen. Mit einem Bachelor-Abschluss allein sollten sich Bewerber jedoch nicht blicken lassen. Das ergibt eine aktuelle Studie.

Bachelor liegen nicht im Trend – zumindest nicht im Recruiting-Trend. Diese hat das Internet-Jobportal monster.de in einer neuen Studie veröffentlicht. Demnach sieht über die Hälfte der 1.000 größten Unternehmen Deutschlands den Masterabschluss als den regulären Abschluss für Bewerber an. Wo früher Diplomanden eingestellt wurden, wollen heutzutage 57 Prozent der Befragten Master-Absolventen sehen. Nur 32,4 Prozent reicht da ein Bachelor aus.

Christina Kremer, Leiterin des Personalmarketings bei der Modehandelskette Peek & Cloppenburg (P&C), sieht das jedoch als den falschen Weg an: "Bei der Besetzung der Stellen sind wir im Hinblick auf den universitären Abschluss offen", sagt die Leiterin des Personalmarketings des Düsseldorfer Unternehmens. "Viel mehr achten wir neben dem Abschluss auf praktische und Auslandserfahrung sowie auf vorhandene Softskills und eine gewisse Affinität zur Handelsbranche."

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Unternehmen planen Neueinstellungen

Doch unter den 1.000 befragten Firmen der monster.de-Studie vertrauen nur 26,2 Prozent darauf, dass Bachelor-Absolventen die Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringen, die in ihrem Hause benötigt werden. Überhaupt geben sie der ganzen Umstellung von Diplom auf Bachelor und Master ein schlechtes Urteil: Gerade mal 21,4 Prozent bewerten den Bologna-Prozess posititiv.

Zwar mögen Bachelor-Absolventen generell unbeliebt sein – doch geht jedes der Unternehmen davon aus, dass es über freie Stellen verfügen wird. So sieht es etwa auch Personalerin Christina Kremer: "Im Rahmen der Traineeprogramme bietet die Peek & Cloppenburg KG Düsseldorf jährlich um die 50 Absolventenstellen an und hält damit seine Einstellungsquote konstant."

Die Hälfte der Firmen in der Studie geht sogar davon aus, dass die Mitarbeiterzahl generell steigen wird. Ein Drittel glaubt jedoch, dass sich die Mitarbeiter-Suche als schwierig erweisen wird – sogar 5,4 Prozent meinen, dass sie für manche Stellen gar keinen geeigneten Kandidaten finden. Die Wirtschaft bedrückt nämlich nicht nur die Umstellung von Diplom auf Bachelor und Master, sondern auch der Fachkräftemangel.

Firmen fehlt es an geeigneten Bewerbern

Schwarz sehen die Befragten vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung – gerade mal 10,7 Prozent der Firmen glaubt, dass es für diese Abteilung genug geeignete Bewerber geben wird. Mit einer Zuversichtlichkeit von lediglich 16 Prozent sieht es im IT-Bereich ebenfalls schlecht aus.

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Den Fachkräftemangel bewerten die Unternehmen jedoch nur als zweitwichtigsten Trend auf dem Berufsmarkt, mit dem sie sich auseinander setzen müssen. Als akuter sehen sie den Bevölkerungsrückgang. Dem Problem wollen sie mit zunehmend älteren Mitarbeitern begegnen. 73,5 Prozent wollen ihre Beschäftigten möglichst lange bis zu einem hohen Alter im Unternehmen halten, 70 Prozent glauben, dass sie mehr Bewerber über 50 Jahren einstellen müssen. Oftmals bleibt es jedoch bei einer Überlegung. Lediglich über ein Viertel gibt an, auch wirklich regelmäßig Menschen mit über 50 Jahren einzustellen.

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