Robotic Recruiting: Datenanalyse killt das klassische Recruiting

GastbeitragRobotic Recruiting: Datenanalyse killt das klassische Recruiting

Die Headhunter werden von der digitalen Welle überrollt: Datenmengen aus sozialen Netzen, detaillierte Profile, Spuren im Netz – eine Goldgrube für Personaler. Robotic Recruiting kommt in den Firmen an.

Lange war Headhunting ein Geschäft, das auf persönlichen Kontakten basierte. Jetzt gelangt die Personalsuche an einem Wendepunkt. Analysen zeigen, dass Stellenanzeigen nicht mehr die gewünschten Erfolge haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Stellenanzeige gedruckt ist oder auf einem Karriereportal online steht. Fakt ist: Bis zu 80 Prozent der „Professional Beschäftigten“ sind derzeit nicht auf Jobsuche. Sie sind entweder zufrieden mit ihrem Arbeitsplatz und damit passiv (bis zu 30 Prozent) oder nur latent (bis zu 50 Prozent) suchend.

Unter „Professional“ verstehen Personaler Angestellte, die zwischen 60.000 und 120.000 Euro Jahresgehalt beziehen. Bei ihnen ist das Arbeitsplatzangebot am größten und die Nachfrage am geringsten. Schätzungen gehen hier von aktuell bundesweit von mehr als 300.000 schwer besetzbaren Stellen aus. Daher greifen klassische Mittel der Personalsuche nicht mehr.

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Dieser destruktive Markt wirkt katalytisch für neue Mechanismen. Stichwort kognitives Recruiting.

Daniel Schäfer. Quelle: Presse

Daniel Schäfer.

Bild: Presse

Hierbei geht es um eine automatisierte Suche und Auswahl sowie den Fokus auf den Softkills der Fachkräfte. Auf Basis intelligenter Mustererkennung wie die Relationen zwischen Fachkompetenzen und Persönlichkeitsmerkmalen.

Der Autor

  • Daniel Schäfer

    Daniel Schäfer ist Gründer von instaffo.com. Das Start-up des Heidelberger Geschäftsführers bringt via Algorithmus Bewerber und Betriebe zusammen.

Konkret funktioniert das so: Eine Software fahndet in sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing oder LinkedIn nach Kandidaten, die einerseits die fachlichen Fähigkeiten wie etwa programmieren besitzen und andererseits bestimmte Bedürfnisse haben. Ähnlich personalisierter Werbung im Netz, bekommen die Leute künftig konkrete Angebote durch die Unternehmen. Kandidaten der Zukunft bewerben sich daher nicht mehr aktiv, sondern werden von Firmen direkt für spannende Positionen kontaktiert. Auf deren Seite macht das aber auch kein Mensch, sondern das System weiß automatisch, wer die Idealbesetzung ist.

Die Suche nach neuen Mitarbeitern ist oft langwierig und schwierig. Immer mehr große Konzerne suchen darum Unterstützung bei Gründern.

Das System erkennt Präferenzen und lernt dazu: Es weiß, wann und welcher neue Karriereschritt in Frage kommt und auch warum. Der Anwender trainiert sein System über Zeit direkt (direkte Interaktion durch Unternehmen) oder indirekt (bestimmte Änderungen in sozialen Netzwerken). Dadurch werden Ergebnisse immer exakter.

Zusätzlich gibt es Plattformen, die per Persönlichkeitstest Charaktermerkmale erkennen. Sucht eine Firma IT-Verkäufer, fallen alle introvertierten Kandidaten durchs Raster. Statt 100 fachlich passende Kandidaten vorzuschlagen, ist es nun möglich, viel exakter die fünf Profis zu finden, die von ihren persönlichen Eigenschaften her auf das extrovertierte Verkäuferprofil passen.

Bewerbungstricks So überrumpeln Sie den Algorithmus

Viele Unternehmen lassen Online-Bewerbungen von Computerprogrammen vorsortieren. Wer deren Bedürfnisse und Logik nicht versteht, schafft es kaum zum Vorstellungsgespräch. So kommen Sie am digitalen Personaler vorbei.

Lebenslauf ist im PDF-Format Quelle: AP

All dies wird den Markt umkrempeln. Klassische Bewerbungen verschwinden aus den Posteingängen. Stattdessen sprechen Firmen passende Fachkräfte direkt an, bevor diese sich aktiv um eine Stelle bewerben würden. Somit wird die Personalsuche automatisiert. Den Startschuss gibt es bei den genannten Professionals. Von hier aus breitet sich der Automatismus aus. So erhalten in Zukunft Angestellte in niederen Lohnsegmenten wie Discount-Verkäuferinnen oder in wenig nachgefragten Handwerksberufen wie Metzger oder Maurer personalisierte Stellenangebote.

Dritter Schritt ist das Sprengen der Grenzen. Sucht ein Zimmermeister kanadische Skipisten, wird ihm der passende Job in Vancouver gleich mit angeboten. Eine Firma sendet ihm direkt eine Anfrage – ohne den umständlichen Umweg über eine Stellenanzeige.

Gleiches gilt für rumänische Altenpflegerinnen, die sich online für das Heidelberger Schloss interessieren. Ihnen präsentieren Wohlfahrtsverbände und karitative Organisationen Jobs rund um das badische Denkmal. Pfiffige Location-Firmen bieten dazu den Umzugsservice, einen Sprachkurs sowie eine Wohnung an.

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