
Mit schiefen Zähnen wäre Heidi Klum kaum auf dem Cover von Magazinen und im Fernsehen gelandet. Vor der Kamera gilt das Aussehen als Faktor, der den Weg nach oben beschleunigt. Auch fernab von den Scheinwerferwelten bekommen schöne Menschen meist mehr Aufmerksamkeit als weniger attraktive. Psychologen haben ermittelt, dass auf symmetrische Gesichter mit hohen Wangenknochen und glatter Haut wünschenswerte Eigenschaften projiziert werden: Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit genauso wie Intelligenz, Kompetenz und Leistungsstärke.
So Gesegnete müssten es auf jeder Station ihres Lebenslaufes leichter haben, möchte man meinen. Jetzt zeigen zwei Studien: Für die Schule gilt das, nicht aber im Beruf. Da bekommen schöne Frauen Gegenwind – er weht aus einer Richtung, aus der man ihn nicht erwartet.
Bild: ReutersEine Geste, die auf jedem Spielfeld funktioniert oder bei Freunden in der Clique: High Five. Sollte man bei der Begrüßung eines potenziellen Arbeitgebers aber vermeiden.
So dumm muss man sich erstmal anstellen, mögen viele jetzt denken, so was passiert doch nicht. Falsch gedacht. Personalberater erzählen: Solche und noch größere Fehltritt kommen häufiger vor, als man es sich vorstellen möchte. Das gilt auch für die folgenden Beispiele
Bild: FotoliaAuch wenn man ein gläubiger Mensch ist, sollten man seine religiösen Überzeugungen in einem Vorstellungsgespräch nicht in den Vordergrund stellen - es sei denn, der Glaube ist relevant für die Arbeitsstelle. Ansonsten macht es sich nicht gut, wenn während des gesamten Gesprächs der Rosenkranz in der Hand klappert.
Bild: FotoliaKaugummi kauen macht sich auch nicht so gut, wenn der künftige Chef den Bewerber nach Schwächen und Stärken ausfragt.
Bild: FotoliaEin weiterer Fehler: Motivkrawatten - egal ob Simpson-, Glücksschweinchen- oder Geldscheinkrawatten. Sicher ist: als Bewerber hält man sich an eine orthodoxe Kleiderordnung. Später bei der Arbeit wird man schon genügend Gelegenheiten haben, um zu beweisen, dass man Humor hat.
Bild: dpaEin dicker Fehler: Schon zu Beginn des Vorstellungsgesprächs, über das Gehalt sprechen zu wollen. Macht man in der Regel nur zum Schluss, wenn der Personaler die magische letzte Frage stellt.

Am besten man kommt allein zum Vorstellungsgespräch - und nicht begleitet von den Eltern oder der Freundin. Auch das kommt ab und zu vor, wie Personaler berichten.
Bild: FotoliaEin weiterer Fehler: die eigene Ignoranz unbekümmert zur Schau zu stellen. Zum Beispiel den Namen des Gegenübers nicht wissen, die Inhalte des eigenen Lebenslaufs nicht kennen, oder das, was der künftige Arbeitgeber genau macht, nachfragen.
Bild: FotoliaGenauso kurzsichtig ist es, mit Betriebsgeheimnissen des bisherigen Arbeitgebers hausieren zu gehen. Man sollte sich stets auf die nötigsten Aussagen zu seiner derzeitigen Situation beschränken.
Bild: FotoliaDringend zu vermeiden: Bei einem Vorstellungsgespräch einschlafen.
Bild: dpaWas im Kino richtig ist, gilt während des Vorstellungsgesprächs erst recht: Handy ausschalten. Wer sich die Dreistigkeit erlaubt, während des Bewerbungsgesprächs ans Mobiltelefon zu gehen oder gar SMS schnell antwortet, ist selbst Schuld, dass sich Personaler nicht für denjenigen entscheiden.
Eine Geste, die auf jedem Spielfeld funktioniert oder bei Freunden in der Clique: High Five. Sollte man bei der Begrüßung eines potenziellen Arbeitgebers aber vermeiden.
So dumm muss man sich erstmal anstellen, mögen viele jetzt denken, so was passiert doch nicht. Falsch gedacht. Personalberater erzählen: Solche und noch größere Fehltritt kommen häufiger vor, als man es sich vorstellen möchte. Das gilt auch für die folgenden Beispiele
Unproblematische schöne Schüler
Bildungsforscher der Wuppertaler School of Education untersuchten drei Klassen eines nordrhein-westfälischen Gymnasiums, um den Einfluss des Aussehens auf Schulnoten nachzuweisen. Das Team um Imke Dunkake erhob Wissen und Intelligenz der Schüler, ließ deren Attraktivität von ihnen unbekannten Lehrern ermitteln und stellte diesen Daten die Noten der Schüler gegenüber. Die Forscher gingen davon aus, dass Lehrer schönere Schüler für unproblematischer halten und ihnen dadurch bessere Startchancen geben. Sie rufen sie öfter auf, erinnern sich später besser an deren Wortbeiträge. Zudem, so lautete die These in der Zeitschrift für Soziologie, unterstützen Lehrer attraktive Schüler mehr und sehen eher über deren Fehler oder Zuspätkommen hinweg.
Die Untersuchung ergab, dass mit der Attraktivität eines Schülers tatsächlich seine Note stieg. Bis zu vier Fünftel Notenpunkte lagen einzig aufgrund des Aussehens zwischen den mehr und den weniger attraktiven Schülern. Ob Junge oder Mädchen spielte keine Rolle, die Resultate beider Geschlechter waren ähnlich.
Man könnte sich die Karrieren der von der Natur Bevorzugten ausmalen: wie sie mit besseren Abi-Noten die besten Studienplätze bekommen, ihnen dort die Dozenten die schöneren Zeugnisse aushändigen. Und die Türen der Unternehmen stehen ihnen weit offen.
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