Stellenanzeigen : Bitte bloß nicht witzig sein!

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Stellenanzeigen : Bitte bloß nicht witzig sein!

Stellenanzeigen lesen sich oft ziemlich dröge. Brechen Unternehmen Humor und Kreativität übers Knie, bringt es allerdings auch nichts: Wer nach "Pixel wizards" oder "Java-animals" sucht, verwirrt die Bewerber nur.

Sie sind auf Jobsuche und machen irgendwas mit Computern? Campusjäger sucht einen "waterproof Web Wizard" in Start-up (m/w). Oder bewerben Sie sich doch bei der T-Online-Tochter InteractiveMedia CCSP GmbH. Die suchen einen "Mobile Rockstar (m/w). Falls Sie religiös sein sollten, bietet sich eine Stelle bei Adidas an. Der Sportartikelhersteller sucht nach "Senior Devops Evangelist (m/f)". Alles klar?

Die Big Data Jobplattform Jobfeed hat Stellenanzeigen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien und den Niederlanden analysiert und dabei festgestellt: Statt Entwicklern, Grafikern, Programmierern, Ingenieuren oder Chemikern suchen immer mehr Unternehmern nach Rockstars, Ninjas, Gurus, verschiedenen Tieren oder gleich nach dem "Mädchen für alles". Bei den außergewöhnlichen Jobtiteln gibt es außerdem regionale Vorlieben. So suchen die Briten besonders häufig nach "Stars" und Tieren wie beispielsweise "Code Monkeys", die Franzosen wollen "Robots" und "Stars", die deutschen Betriebe suchen Tiere und "Bosse" und die Österreicher mögen "Gurus" und "Mädchen für alles".

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Die häufigsten Schlagwörter in deutschen Bewerbungen

  • Platz 10: Verantwortung

    Sieht man sich die Selbstbeschreibungen Berufstätiger in Karrierenetzwerken an, liest man auf vielen Profilen dasselbe: die Menschen sind verantwortungsvoll. „Mir ist alles egal“ sollte allerdings auch niemand in eine Bewerbung oder eine Jobprofil schreiben. Im Bewerbungsfloskel-Ranking des Karriereportals LinkedIn landet das Adjektiv auf Platz zehn. Erstaunlich: In internationalen Stellenanzeigen und Profilen taucht das Wort unter den Top Ten gar nicht auf.

    Quelle: LinkedIn

  • Platz 9: Kreativität

    Kreativ ist man dagegen sowohl in Deutschland als auch international gleichermaßen: Bei den Bewerbungen nimmt „kreativ“ im Floskel-Ranking den neunten Platz ein.

  • Platz 8: Innovation

    Egal wie rückwärtsgewandt und veränderungsresistent jemand sein mag - online und in Bewerbungen bezeichnen sich eigentlich alle als innovativ. Entsprechend landet das Wörtchen auf Rang acht im deutschsprachigen Raum. International brüstet man sich nicht mit seiner Innovationsfähigkeit.

  • Platz 7: Leidenschaft

    Ohne Leidenschaft geht nichts, glauben die deutschen Bewerber – und schreiben das Wort fleißig in ihre Bewerbungen.

  • Platz 6: Erfahrung

    Bevor Sie auf die Idee kommen, Ihr Alter zu verraten, schreiben Sie lieber, dass Sie erfahren sind. Das machen die anderen auch so. Im Bullshit-Bingo belegt "erfahren" im deutschsprachigen Raum entsprechend Platz sechs.

  • Platz 5: Experte

    Und damit der Personaler nicht glaubt, hier bewirbt sich ein Idiot, heben die Bewerber fleißig ihr „Expertenwissen“ hervor. International belegt diese Phrase Platz sieben.

  • Platz 4: Fokus

    "Guck mal da, en Eichhörnchen!". Damit niemand glaubt, man lasse sich ständig ablenken, beschreiben sich natürlich alle als fokussiert. International belegt "focused" Rang sechs.

  • Platz 3: Strategie

    "Du machst erst das, dann tust du jenes und dann sage ich, dass das meine Idee gewesen ist." Schließlich handelt niemand planlos, deutsche Bewerber sind allesamt „strategisch“.

  • Platz 2: Führungsqualitäten

    Will man in Erinnerung bleiben, sollte man sich von der Masse abheben. Da leider fast jeder Bewerber angibt, "Führungsqualitäten" zu haben, wird das schwierig.


  • Platz 1: Spezialisten

    Ein Königreich den Fachidioten: Sowohl im deutschsprachigen Raum als auch international geht die Goldmedaille für die meistgenutzte Phrase an "spezialisiert."

Am häufigsten werden diese Jobtitel in Großbritannien und Frankreich verwendet und vor allem für IT oder Marketing Jobs. Zugegeben: Mit der klassischen Stellenanzeige "wir suchen flexible, einsatzbereite, engagierte und freudige Mitarbeiter" lockt man niemanden mehr vor dem Ofen hervor. Da muss schon ein bisschen mehr Kreativität her. Schließlich soll der Bewerber beim Lesen denken: Mensch, das ist es, das wollte ich schon immer machen!

Leidenschaft wecken ist also angebracht.

Aber: Allzu kreative Jobbezeichnungen verwirren nur. Im schlimmsten Fall kommt sich der Bewerber verschaukelt vor, wenn der gesuchte Landschaftsgärtner als "Hecken-Guru" oder "Rasen-Papst" umschrieben wird. Im schlechtesten Fall finden sich Unternehmen und Bewerber überhaupt nicht, weil Angebot und Nachfrage zumindest sprachlich nicht übereinstimmen. Denn Data Scientist oder Maschinenbauingenieure suchen online in der Regel nach Jobs für Maschinenbauingenieure und Data Scientists - und googeln nicht "Daten-Rockstar" oder "Antriebstechnik-Hengst".

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