Umzug für den Traumjob: Deutsche sind wechselwillig wie nie

Umzug für den Traumjob: Deutsche sind wechselwillig wie nie

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69 Prozent würden für einen besseren Job umziehen.

Die deutschen Fach- und Führungskräfte sitzen auf gepackten Koffern: Die Mehrheit will den Job wechseln und würde dafür sogar umziehen - auch ins Ausland würden viele gehen. Die Chance sollten Unternehmen nutzen.

"Tschüß Chef, ich bin dann mal weg": Deutschlands Arbeitnehmer sind derzeit wechselwillig wie selten zuvor. Doch dieses Mal liegt es nicht daran, dass die Arbeitnehmer mit dem alten Job unzufrieden sind. Sie rechnen sich wegen der guten Arbeitsmarktsituation schlicht gute Chancen aus, woanders einen besser bezahlten oder angenehmeren Job zu zu finden. 78 Prozent schätzen die Lage auf dem Arbeitsmarkt gut oder sehr gut ein. Das zeigt die Umfrage „Career Insights“ der Personalberatung Michael Page unter Fach- und Führungskräften.

Rund 69 Prozent der Befragten planen, in den nächsten 12 Monaten ihren Job zu wechseln. Vom neuen Job versprechen sie sich vor allem neue Herausforderungen (48 Prozent) und bessere Entwicklungsmöglichkeiten (44 Prozent), aber auch ein höheres Gehalt (30 Prozent). Um das zu bekommen, würden rund 63 Prozent beim richtigen Jobangebot sogar umziehen.

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Wofür die Deutschen berufsbedingt umziehen würden

  • 16 Prozent

    Laut des aktuellen Fachkräfte-Atlas der Jobbörse Stepstone würden 16 Prozent den Wohnort wechseln, wenn woanders eine bessere Arbeitsmarktsituation herrscht.

  • 22 Prozent

    Jeweils 22 Prozent würden die Koffer packen, wenn sie durch einen Umzug zusätzliche berufliche Erfahrungen gewinnen könnten oder der Unternehmensstandort besser ist.

  • 34 Prozent

    Mehr als ein Drittel würde für eine bessere Jobsicherhiet umziehen.

  • 40 Prozent

    Für eine bessere Unternehmenskultur brechen 40 Prozent die Zelte ab.

  • 47 Prozent

    47 Prozent würden umziehen, wenn sich dadurch bessere Aufstiegschancen ergeben.

  • 55 Prozent

    Mehr als die Hälfte ist bereit, für bessere Weiterentwicklungsmöglichkeiten die Zelte abzubrechen.

  • 79 Prozent

    Wenn der Job interessanter ist, als der alte, ziehen 79 Prozent um.

  • 85 Prozent

    Hauptanreiz für einen berufsbedingten Umzug ist jedoch das liebe Geld: 85 Prozent würden umziehen, wenn sie dadurch mehr verdienen.

Rund 35 Prozent der Befragten würden für einen neuen Job nicht nur innerhalb Deutschlands umziehen, sondern auch den Schritt über die Landesgrenzen wagen. 20 Prozent beschränken sich auf den deutschen Arbeitsmarkt. Auf ihr bisheriges Bundesland legen sich 8 Prozent fest. „Es ist eine sehr wichtige Erkenntnis für Unternehmen auf Personalsuche: Recruiting muss sich heute nicht mehr auf den lokalen Arbeitsmarkt beschränken“, sagt Goran Barić, Geschäftsführer PageGroup Deutschland. "Viele Kandidaten suchen besonders am Karriereanfang den Tapetenwechsel. Wer sie richtig unterstützt, kann sie gewinnen."

Generation Y bleibt lieber zuhause

Jobmobilität ist auch eine Frage des Geschlechts: Rund 67 Prozent der befragten Männer geben an, ihren Wohnort zu Gunsten eines neuen Jobs aufgeben zu wollen. Bei den Frauen hingegen sind es etwa 53 Prozent. Schwierig wird es allerdings bei den jungen Fachkräften bis 30: Sie bleiben lieber in Deutschland, als in der Ferne zu arbeiten. Der Trend lässt sich auch an regelmäßigen Studierenden- und Mitarbeiter-Befragungen des Autozulieferers Continental ablesen. Im vergangenen Jahr etwa antwortete die Hälfte der befragten jungen Leute auf die Frage, wo sie sich einen Arbeitsplatz suchen wollen: „In der Region, in der ich jetzt lebe.“

Junge Conti-Mitarbeiter, die bereits über den Tellerrand hinausgeschaut hatten, zeigten sich zwar deutlich offener für einen internationalen Job. Weder Studenten noch Fachkräfte wären aber der Befragung zufolge zu größeren Abstrichen bei Familie und Partnerschaft zugunsten von Beruf und Karriere bereit.

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Dabei fehlt es durchaus nicht an der Reiselust, sagt Jutta Boenig, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung. Viele junge Leute seien aber schon vor ihrem Berufsleben weit herumgekommen und deshalb mit Jobs in Übersee nur noch schwer zu locken. Wer als Kleinkind schon von den Eltern gefragt werde, wohin die Urlaubsreise gehen soll, sei halt verwöhnt. Nur ganz am Anfang ihrer Laufbahn nähmen die Hochqualifizierten eine Auslandsstation noch gerne mit - aber dann schon bitteschön in China, und nicht in den USA, wo sie schon ihr Auslandssemester verbracht haben.

Nicht nur vor der eigenen Haustür suchen

Unternehmen können dennoch von der Mobilität profitieren, denn grundsätzlich ist die große Bereitschaft für den Job umzuziehen, eine Chance. Um diese zu nutzen, müssen die Betriebe jedoch bundesweit rekrutieren. Aber gerade wer nicht nur im heimischen Revier jagt, sollte seine Taktik überprüfen. „Die Kandidaten sind manchmal skeptischer gegenüber Unternehmen, die sie nicht kennen. Hier lohnt es sich besonders, aktiv auf Mitarbeiter zuzugehen“, betont Barić. Dieses „Active Sourcing“, also die proaktive Ansprache von Kandidaten, die vielleicht gar nicht aktiv auf der Suche sind, sei angesichts der hohen Wechselwilligkeit durchaus erfolgversprechend.

Allerdings müssten die Unternehmen dann auch ein attraktives Paket für die Mitarbeiter schnüren. Von der Hilfe bei der Wohnungssuche bis zur Übernahme der Umzugskosten stehen Unternehmen eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, die den Wechsel attraktiver machen.

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