Karriere: Coaching: Was kann der Trainer überhaupt leisten?

Karriere: Coaching: Was kann der Trainer überhaupt leisten?

Wohl kaum ein Thema wird in den kommenden Jahren so boomen wie die Optimierung des Selbst.

Der Wunsch, aber auch der Druck, sich stetig zu verbessern, spiegeln sich nicht nur in dem Verlangen technisch auf Zack, optisch attraktiv und modisch anerkannt zu sein, sondern auch in Megathemen wie Fitness, Ernährung, schöner Wohnen, Finanzoptimierung, Zeitmanagement oder Work-Life-Balance. So verwundert es nicht, dass das persönliche Coaching bereits heute einen Boom erlebt: „Coaching als Unterstützung des Einzelnen auf den Pfaden durch die entgrenzten Marktplätze ist selbst ein Markt geworden. Es gibt Coachs für Fitness, Ernährung, Partnerschaft, Dating, Benimm-Regeln, Sex, Zeit, Hunde, Geldfragen, Kreativität, Kommunikation, Image, Stil, für Führungskräfte, Freiberufler, für Teams und Einzelpersonen, für jedefrau, jedermann“, schreibt zum Beispiel Christian Schüle in einem Zeit-Dossier, das den bezeichnenden Titel trägt: „Das gecoachte Ich“.

Wer sich heute coachen lässt, wird nicht wie früher als Verlierer verachtet oder als Mensch mit Defiziten denunziert. Letztlich sind wir alle so: „Die neue ökonomische Realität hat eine neue Figur hervorgebracht, die [der US-Soziologe] Richard Sennett den 'getriebenen Menschen' nennt. Für den französischen Soziologen Alain Ehrenberg ist die psychologische Befindlichkeit diese Menschen das ‚erschöpfte Selbst’“, schreibt Schüle weiter. Weil die Wirtschaftswelt schneller und rauer geworden ist, ist auch die sogenannte Halbwertzeit von Können und Wissen bei vielen längst ins Bewusstsein gerückt. Und dort mutiert sie meist zur Bedrohung, denn sie nötigt den Einzelnen zu zunehmender Eigenverantwortung: Wer sich nicht kümmert, ist an seinem Scheitern selber schuld. Das Tragische daran: Beseelt vom ständigen Bedürfnis ein besserer Mensch zu werden, bleiben wir zugleich behaftet als Menschen in permanenter Not - halbwertig und mangelhaft.

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Wer zum Coach geht, tut immerhin etwas dagegen, wird aktiv und schmiedet – unterstützt – sein eigenes Glück. Er drückt damit aus, dass er sich selbst optimieren möchte und dafür bereit ist, entsprechende Kraft und Mittel zu investieren. Und falls der Arbeitgeber gar den Coach bezahlt, dann heißt das nichts weniger als: „Wir wertschätzen dich! Aber wir glauben, das kannst du noch besser!“ Worin freilich auch eine subtile Kritik liegt. Denn wirklich perfekt wird man ja nie.

Was aber kann Coaching überhaupt leisten?

Ein sinnvolles Coaching ist ein Dialog auf Augenhöhe, bei dem der Coach, fragt, nachhakt und genau hinhört. Der Trainer gibt dabei weniger eigene Lösungs-Ratschläge vor, sondern lässt sie seinen Coachee selber finden. Kurzum: Es geht ihm darum, herauszufinden, was der Coachee wirklich will.

Die Gefahr, an einen falschen Fragensteller zu geraten, ist allerdings groß. Der Coaching-Markt ist atomisiert und ein Biotop für Scharlatane und Trittbrettfahrer. „Coach“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Von den rund 40.000 hierzulande firmierenden Coaches haben nach Einschätzung von Marktbeobachtern gerade einmal 3500 eine qualifizierte Ausbildung. Bevor Sie sich jemandem anvertrauen, sollten Sie also mindestens seine Kompetenzen wie bisherigen Auftraggeber genau prüfen, notfalls sogar ein paar davon anrufen und deren Erfahrung mit dem Trainer erfragen.

Apropos: Mich würde interessieren wie Sie das sehen. Lassen auch Sie sich coachen? Und falls ja, wonach wählen Trainer ihre Trainer aus? Welche Erfahrungen haben Sie mit Coaching gemacht? Ich würde mich über eine angeregte Diskussion in den Kommentaren freuen – gerne auch unter Teilnahme einiger Coaches.

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