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Karriere: Erfolg im Job durch richtige Gene

von Daniel Rettig und Susanne Kutter

Manche Menschen sind erfolgreich, andere nicht. Wie sehr unsere DNA Intelligenz und Persönlichkeit beeinflusst - und damit auch die Karriere.

Illustration Gene Erfolg
Illustration Gene Erfolg

Was tun manche Eltern nicht alles für ihre Kinder: Sie schicken sie im Kindergartenalter zur musikalischen Früherziehung und lassen sie als Grundschüler Instrumente lernen. Sie melden sie auf teuren Privatschulen an, und wenn es mit den Noten nicht klappt, geht es nachmittags zum Nachhilfelehrer. Bei psychischen Problemen hilft der Therapeut, bei Übergewicht der Sportverein. All das soll helfen, um aus dem Nachwuchs das Beste herauszuholen und den Weg in ein erfolgreiches Berufs- und Privatleben zu ebnen. Alles nicht verkehrt. Manchmal hilft es ja auch. Manchmal aber eben auch nicht.

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Warum – das beschäftigt Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten. Erst die Genforschung bringt nun mehr Licht ins akademische Dunkel: Wie es aussieht, sind Vorlieben, Charakterzüge, körperliche und geistige Stärken wie Schwächen zu einem nicht geringen Maß in unserem Erbgut verankert, und sie lassen sich nur in begrenztem Umfang durch Erziehung und Training formen. Von Geburt an kommen Menschen mit einem genetischen Programm auf die Welt, das ihr Leben und den Karriereweg mindestens genauso stark beeinflusst wie der finanzielle und soziale Hintergrund der Eltern, so das Credo vieler Forscher.

Allein im vergangenen Jahr sind Dutzende von Studien zu dem Thema erschienen, auch Verlage publizieren erfolgreich die neuesten Erkenntnisse von Molekularbiologen, Neurowissenschaftlern, Genforschern und Psychologen. In Büchern wie „Zum Entscheiden geboren“, „Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten“ oder „Tatort Gehirn“ reflektieren die Autoren das Unvermögen der Menschen, sich zu verändern. Das Motto pubertierender Jugendlicher und entnervter Mitarbeiter „Ich bin, wie ich bin“ sei kein Ausdruck freier Rebellion, sondern vielmehr der eigenen Unfähigkeit: Ich kann gar nicht anders. Es ist in unseren Genen festgelegt, so der gemeinsame Nenner der Thesen.

Ist Erfolg erblich?

Was genau den Erfolg eines Individuums ausmacht – die Diskussion darüber ist vor wenigen Wochen in den USA wieder neu entfacht. Anlass ist das neue Werk des Star-Journalisten Malcolm Gladwell, das bereits die dortigen Bestsellerlisten anführt. „Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht“ erscheint am kommenden Donnerstag auch in Deutschland. Letztlich geht Gladwell der Frage nach: Ist Erfolg erblich? Und ist damit auch unser Leben in gewisser Weise vorbestimmt?

Unabhängig davon, was die Wissenschaft heute über die Einflüsse von Anlage oder Umwelt weiß, erlebt jeder die Auswirkungen im Alltag. Mal ehrlich: Wie oft haben Sie schon versucht, sich zu ändern, haben Vorsätze formuliert oder erste kühne Schritte gewagt – um nach wenigen Wochen doch nur festzustellen, dass Sie zu den alten Mustern zurückfinden?

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.06.2010, 23:16 Uhrbringtheheat

    Das Thema ist zu interessant, als das man es in solch einem widersprüchlichen Artikel packen sollte. Natürlich widerspricht sich die Wissenschaft regelmäßig, dann sollte der Autor aber auch auf diese Widersprüche aufmerksam machen. (vgl. 10000 Stunden Regel mit dem 100m Sprinter)

    übrigens:

    "Das Erstaunliche daran ist allerdings: Unser Erbgut ist zu 99 Prozent identisch. Nur in einem einzigen Prozent liegt die gesamte bandbreite menschlicher individualität: Von der Hautfarbe über die Neigung zu bestimmten Erkrankungen – bis hin zur Veranlagung für intelligenz, Aufgeschlossenheit und Neugier."

    Noch nen halbes % weniger und einige von uns wären Affen. Erstaunlich oder?!...interessant vor allem auch für Tierversuche in der Pharmazie...ich alter Öko-Gutmensch...oder gleich Kommunist..lach

  • 20.01.2009, 11:11 Uhrrobi

    Erfolgsgene können auch durch mangelnde Unterstützung unterdrückt werden. Der Erfolgsdruck durch die Eltern und deren große Erwartungen führen durch mangeldes Selbstvertrauen dann
    in den Misserfolg der Karriere. Schade!

  • 13.01.2009, 20:50 Uhrschwarze Feder

    Deutschland war vor dem 1. WK die größte und erfolgreichste Wirtschaftsmacht der Welt. Danach wurde dies nie wieder erreicht. Also muss sich der Genpool der Deutschen seit dem gewaltig verschlechtert haben. Falls die oben an den Haaren herbeigezogene Theorie stimmen sollte.

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