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Karriere: Persönliche Infos im Netz: Alles kommt raus

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In der Fachsprache heißt das Suchmaschinen-Optimierung. Die Mittel dazu sind vielfältig, legitim und oft sogar kostenlos. Dazu gehören: Der Eintrag in virtuellen Businessnetzwerken, wie Open-BC oder LinkedIn. Dort gilt es vor allem, Kontakte zu Leuten mit hoher Strahlkraft und Renommee aufzubauen. Der hinterlegte Lebenslauf sollte lückenlos und eindrucksvoll sein, das Foto professionell und sympathisch – genau wie bei einer Bewerbung. Ein paar verlinkte Einträge in Fachforen unterstreichen das Bild. Wichtig ist dabei, stets Qualität vor Quantität zu setzen. Mehr als 100 enge Businesskontakte braucht kein Mensch – wenn es die richtigen sind. Eine eigene Web-Seite oder besser ein eigenes Blog erhöht den Verlinkungsgrad. Beides kostet kaum Geld noch viel Zeit, wird aber von Suchmaschinen bevorzugt. Auf dem Blog können solide recherchierte Fachartikel veröffentlicht oder Branchennachrichten kommentiert sowie der eigene Lebenslauf (eventuell passwortgeschützt) hinterlegt werden. Links zu anderen seriösen Seiten zeigen subtil, was der Seitenbetreiber sonst noch liest und wofür er sich interessiert. Effekt: Man positioniert sich als belesener Experte, der moderne Kommunikationsmittel zu handhaben weiß. Dasselbe gilt für Diskussionsbeiträge in öffentlichen Fachforen. Hier beweist man nicht nur Kompetenz, sondern auch Streitkultur. Nur eines ist dabei tabu: labern. Auf der Seite Del.icio.us lässt sich kostenlos die persönliche Favoritensammlung veröffentlichen, also die Web-Seiten, die man gerne und häufig besucht. Das mag trivial aussehen. Tatsächlich aber genießen solche Linklisten bei den Suchdiensten einen hohen Stellenwert. Auch hierbei sagt der Autor indirekt, wofür er sich interessiert. Nach dem gleichen Prinzip lassen sich noch mehr Treffer generieren: Wer zeigen will, wen er kennt und auf welch wichtigen Treffen er verkehrt, kann zum Beispiel Fotos von sich mit anderen Gästen kostenlos bei Flickr.com einstellen (Achtung: Vorher mit den Betroffenen klären, ob man die Bilder veröffentlichen darf, sonst verletzt man Persönlichkeitsrechte!). Beim Online-Buchhändler Amazon wiederum kann kostenlos eine Produkt-Wunschliste publiziert werden. Nebeneffekt: Wer sie findet, lernt etwas über den Musik- und Literaturgeschmack der Person. Darüber hinaus hilft es auch, seine Freunde und Mentoren zu bitten, gegebenenfalls auf deren Web-Seiten subtil Lobendes zu veröffentlichen und Links zu setzen. Hauptsache, alle diese Seiten werden am Ende untereinander verknüpft, denn das bringt den sogenannten Google-Juice – den Saft, der Einträge in Trefferlisten nach oben katapultiert.

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Dabei gilt die Devise: nicht übertreiben! Es geht nicht darum, eine Scheinidentität zu inszenieren, sondern seine positiven Eigenschaften wahrheitsgemäß herauszustreichen, einen professionellen Eindruck zu hinterlassen – und diesem zu deutlich mehr Prominenz zu verhelfen. Wer lügt, geht ein hohes Risiko ein, wie erst kürzlich Aleksey Vayner feststellen musste. Der 23-jährige Yale-Student wollte sich in moderner Form für einen Job an der Wall Street bewerben – mit einem knapp 7-minütigen Video, das er samt Lebenslauf an mehrere Unternehmen verschickte. In dem Bewerbungsfilmchen redet er über den Sinn des Erfolgs, seine Stärken, seine Aktivitäten. Während der Ton weiterläuft, werden Aufnahmen gezeigt, bei denen er Sport treibt: Vayner stemmt Gewichte, tanzt Salsa, spielt Tennis, am Ende haut der Karateka noch sieben Ziegelsteine kaputt. Das wirkt dynamisch und willensstark. Dachte er. Der Film gelangte an YouTube. Dort machten sich erst diverse Kommentatoren über das Video lustig, dann überprüften Blogger seine Angaben. Heraus kam: alles gelogen. Vayner hatte die Story über eine eigene Investmentfirma, deren CEO er angeblich ist, aufgeblasen; sein Buch über den Holocaust ist größtenteils ein Plagiat. Selbst die Ziegelsteine für den Karatetrick, vermuteten Filmprofis, waren frisiert. Zahlreiche auflagenstarke Medien, darunter die „New York Times“, „The New Yorker“ und „USA Today“, griffen die Story auf. Vayner war auf einmal der berühmteste Bluff-Bewerber der Wall Street und ein Gespött für Millionen. Öffentlichkeit 2.0 ist ein Drahtseilakt. Und Imagepflege ein fortlaufender Prozess, dem man sich mindestens einmal pro Monat widmen sollte. Es lässt sich kaum vorhersehen, welche Kontakte, welche Einträge einem später schaden. Ein Restrisiko bleibt und damit der Zwang zur Fürsorge. Bevor Sie also etwas im Netz veröffentlichen, stellen Sie sich die Frage: Würde ich neben diesem Text mit meinem Namen und Bild auch in der Zeitung stehen wollen? Ist die Antwort Nein – löschen Sie es! Lesen Sie mehr dazu:

Blog: Jo's Jobwelt: Googlability Wer am konkreten Beispiel sehen möchte, wie ein eigenes Online-Profil gestaltet und verlinkt werden kann, sucht einfach nach "Reiner Fakeman". Die eigens für diesen Beitrag angelegte virtuelle Kunstfigur verfügt über die hier aufgezählten Internet-Einträge.

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