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Karriere trotz Krise: Kein Grund zur Panik

von Jochen Mai

Die Wirtschaftskrise macht manche Karrierepläne zunichte. Aufstiegschancen gibt es kaum noch. Oder doch? 10 Experten beantworten die zehn brennendsten Fragen dazu, wie man sich in der Krise verhält und positioniert.

Experten geben exklusive Ratschläge für Wege aus der Krise
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Kurzarbeit, Entlassungen, Einstellungsstopp. Selten war der Markt für Fach- und Führungskräfte härter als heute. Selbst Uni-Absolventen fragen sich inzwischen, ob sie nach dem Studium überhaupt noch einen Arbeitsplatz finden; junge Berufstätige zweifeln, ob ihre Traumkarriere noch möglich ist. Und wer noch einen Job hat, ist froh, wenn er ihn behalten darf.

Gleichzeitig sind viele Aufstiegschancen durch den Stellenabbau verschwunden. Hierarchien? Werden verflacht. Beförderungen? Sind vertagt. Prämien und Boni? Liegen wegen schlechter Umsatzzahlen ohnehin bei null – oder wurden ganz gestrichen. Sogar unter den Talentiertesten grassiert die Angst, das Berufsleben in den kommenden Jahren im immer gleichen Büro und unter ihren Möglichkeiten fristen zu müssen. Bei geringerer Bezahlung natürlich. „Quarterlife Crisis“ heißt das Phänomen im Fachjargon.

Aber ist das Szenario auch realistisch? Die WirtschaftsWoche hat zehn Experten aus verschiedenen Branchen und Unternehmen gefragt, was derzeit noch möglich ist und wie sich die augenblickliche Situation meistern lässt.

Ihre mehrheitliche Meinung: Es gibt keinen Grund zur Panik. Karriere ist noch immer möglich, man muss sich nur geschickter verhalten und sich durch Top-Leistungen abheben. Das sind ihre Empfehlungen zu den brennendsten Fragen, die Leistungsträger und Berufsanfänger derzeit plagen:

1. Die Wirtschaft steckt in der Krise und eine Besserung wird frühestens 2010 erwartet. Muss ich meine Aufstiegspläne für dieses Jahr beerdigen?

Marcus Schmidt: Nein. Die Krise ist selektiv. Es wird genauer ausgewählt bei der Stellenbesetzung, und es gibt noch weniger Fehlertoleranz – auch bei Führungskräften. Jetzt setzen sich die wirklich guten Leute durch. Derzeit werden Manager gesucht, die bestehende Jobs noch besser erledigen als die Amtsinhaber. Ebenso bietet sich die Chance, Restrukturierungsjobs zu übernehmen. Dafür taugen weniger die Gutwetterpiloten, die im Aufschwung erfolgreich waren. Chancen bekommen nun auch Leute aus der zweiten Reihe, die sich erst beweisen, bevor sie Spitzengagen fordern. Gerade jetzt gilt: nicht aufgeben!

Heike Cohausz: Nein. Auch in schwierigen Zeiten gibt es Bedarf an neuen oder anderen Mitarbeitern. Unabhängig davon, wie stark ein Unternehmen von der Krise betroffen ist, müssen Schlüsselpositionen bei Fluktuation neu besetzt werden. Dies betrifft vor allem Führungs- und Spezialistenfunktionen. Und nicht zuletzt ist vielen Unternehmen bewusst, dass es die demografische Entwicklung erforderlich macht, auch in schwierigen Zeiten Mitarbeiter zu fördern und aufzubauen. Jeder sollte sich jetzt darüber klar werden, wo er dem Unternehmen einen echten Nutzen bietet. Reflektieren Sie Ihre Stärken, Ihre Erfolge und übertragen Sie diese auf die Herausforderungen der Krise.

Tiemo Kracht: Im Gegenteil, Aufstiegspläne sollten Sie nie beerdigen. Personelle Veränderungen unterliegen keinen Gesetzmäßigkeiten, sie kommen meist unverhofft. Krisen erzeugen Bewegung, wodurch ungeahnte Aufstiegschancen entstehen. Die Jahre 2009 und 2010 werden mehr Karrieren befördern, als es im Jammertal Deutschland erwartet wird. Bestes Beispiel: die Berufung des 37-jährigen Karl-Theodor zu Guttenberg zum Bundesminister für Wirtschaft.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, ob Zusagen aus der Vergangenheit in der Krise Bestand haben.

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3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.06.2009, 15:45 UhrAnonymer Benutzer: Jochen Mai

    @Diether: Der Artikel ist vom März! Da sah der Arbeitsmarkt noch nicht so aus wie heute. Siehe Wiwo von dieser Woche. Aber einige der dort geschilderten Tipps gelten auch noch weiterhin.

  • 22.06.2009, 15:43 UhrAnonymer Benutzer: Diether

    Schwachsinn, dass dieses Jahr noch was geht!

    Kenne hochausgebildete Studierte, Fachkräfte in Unternehmen, denen man vor ein paar Jahren nachgesagt hat, sie seien sicher. Meine gesamten Kollegen, Freunde und Kreis darum berichten von Kündigungen, Kurzarbeit, nicht zu bewältigendem sich entwickelndem Stress auf der Arbeit von wegen Arbeitsplatzsicherheit und so weiter, vor allem in der industrie. Vor einem halben Jahr war davon noch nichts zu hören, dass man bei jedem Telefonat mit bekannten nur schlechte infos über das Unternehmen zu hören bekam. ich selber wurde bei einem Oberklasse-Hersteller in der Autoentwicklung gefeuert, danach 5 Gespräche in der gesamten bundesrepublik verteilt bekommen, alle meinten dasselbe: Wir können jetzt nicht einstellen, weil wir nicht wissen, wieviele von uns am Ende noch da sind.
    Hier geht´s dies Jahr ab, liebe Leute, und was nächstes Jahr bringt, können wir uns jetzt noch gar nicht vorstellen. Da helfen auch keine Maßnahmen mehr, wie sie Rot-Grün 2003 angeschoben haben...

  • 06.06.2009, 22:44 UhrAnonymer Benutzer: Hunter

    Man fragt sich, wie Tiemo Kracht auf den Vergleich mit dem jetzigen Wirtschaftsminister kommt. Das sind doch zweierlei paar Schuhe, was hat denn eine politisch motivierte Ernennung mit der Personalauswahl in der Wirtschaft zu tun. Krisen erzeugen konservative Reflexe, man sucht mehr denn je den angepassten Ja-Sager und den kritiklosen Anwender, der Angst vor der Arbeitslosigkeit hat und sich abschuftet. Die Personalpolitik-und Technik in vielen deutschen Firmen ist verstaubt, den Anforderungen unserer Zeit nicht angepasst.

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