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Knigge: Stilblüten und Fettnäpfchen in Deutschland

von Jochen Mai

Auf welche Regeln Sie im Büro, beim Geschäftsessen, im Alltag und beim Dresscode in Deutschland achten sollten.

Deutschland: Regeln fürs Büro

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Manieren Deutschland
Als Einstiegsthema beim Small Talk eignet sich der Ort oder das Essen

Anrede Akademische Grade von Doktor an aufwärts werden bei der Anrede dem Namen vorangestellt („Herr Dr. Müller“), Diplome, Master und Bachelor-Titel bleiben unerwähnt. Doppelnamen (Müller-Lüdenscheidt) immer vollständig nennen, Ehrentitel und öffentliche Mandate ebenfalls (Herr Bürgermeister, Frau Ministerin), aber nicht auf die Ehepartner übertragen! Komplizierter sind Adelstitel. „Graf“, „Baron“ oder „von“ sind Namensbestandteile, werden also genannt. Dafür fallen „Herr“ oder „Frau“ sowie „von“ und „zu“ weg. Richtig bei Baron zu Lippe: „Guten Tag, Baron Lippe!“ Hat der Baron auch noch promoviert: „Guten Tag, Dr. Baron Lippe!“

Begrüßen Privat grüßt immer, wer dazukommt oder den anderen zuerst sieht. Geschäftlich zählt allein die Hierarchie. Bei Meetings begrüßen sich aber immer jene zuerst, die sich schon kennen. Danach stellt der Rangniedrigere seine Begleitung vor, ebenso der Ranghöhere danach. Jetzt sind alle miteinander bekannt und können sich die Hand geben. Ein kurzer, sanfter Händedruck reicht – mit Blickkontakt.

Duzen Das „Du“ darf nur der Ranghöhere anbieten, nicht zwingend der Ältere. Wird es vom Chef etwa auf einer Feier und unter Alkoholeinfluss angeboten, sollte man nur dabei bleiben, wenn er sich am nächsten Morgen daran erinnern mag.

Komplimente Schmeicheleien hört jeder gerne, es sei denn, sie rutschen ins Anzügliche ab. Vorsicht: Abmahnungsgefahr! Als Kollege können Sie der Kollegin (die sie gut kennen!) noch sagen: „Sie sehen heute bezaubernd aus.“ Als Chef besser nicht. Je detaillierter („Dieses Dekolleté, Ihre Figur...  Wahnsinn!“), desto justiziabler. Das gilt auch für betriebliche Feiern, Ein- und Ausstände. Wer schmeicheln will, lobt besser – und unverfänglicher! – Leistungen, Charakterstärken, Teamspiel.

Ladies first Die Dame zuerst, gilt nur privat. Im Geschäftsleben heißt es: Untergebener hofiert Chef. „Wer hält wem die Tür auf?“ oder „Wer hilft wem in den Mantel?“ bei diesen Fragen gilt heute: Er kann helfen, sie aber auch. Falsch wäre nur, solche Gesten barsch abzulehnen.

Mitfahrgelegenheit Ihr Geschäftspartner bietet an, Sie im Auto mitzunehmen: Bloß nicht auf die Hinterbank setzen! Der Typ ist kein Chauffeur. Werden Sie im Taxi chauffiert, sitzt der Ehrengast hinten rechts – optimal zum Ein- und Aussteigen. Wer zahlt, sitzt hinter dem Fahrer oder daneben.

Privatsphäre Auch im Büro gibt es Schutzund Distanzzonen. Beim Plausch auf dem Flur oder im Meeting empfinden Menschen eine Distanz von 60 Zentimetern als Intimzone – sie bleibt guten Freunden vorbehalten. Ein Meter ist nahe genug für Geschäftsdialoge, ein bis zwei Meter in Gruppen. Wer Vertrauen herstellen will, erreicht das besser, indem er Körperhaltung, Sprechweise und Wortwahl angleicht.

Pünktlichkeit Höfliche Menschen sind pünktlich. Das gilt auch für Chefs, die ihren Rang gerne dokumentieren, indem alle auf sie warten müssen. Stillos!

Small Talk Beim lockeren Parlieren geht‘s darum, sich gegenseitig kennenzulernen, Gemeinsamkeiten zu betonen, eine gute Atmosphäre zu schaffen. Als Einstieg eignen sich Bemerkungen über das Ambiente, in dem man sich gerade trifft – oder über das Essen, den Wein, das Wetter. Alle Bemerkungen sollten positiv sein, Kritik ist ebenso tabu wie politische, religiöse oder weltanschauliche Diskussionen.

Telefon Wer anruft, grüßt und stellt sich vor; wer angerufen wird, nennt mindestens seinen Namen, nie aber in der dritten Person („Hier ist Herr Müller“). Peinlich sind zu laute Klingeltöne. Diskreter ist der Vibrationsalarm – erst recht in Sitzungen. Wer an öffentlichen Orten telefoniert, nennt keine Namen! Man weiß nie, wer mithört.

Visitenkarten Im Meeting übergibt der Besucher als Erster seine Karte – in Gruppen erhält sie zuerst der Ranghöchste. Ist die Hierarchie nicht erkennbar, werden die Karten reihum verteilt, beginnend mit der nächsten Person. Karten nie ungelesen wegstecken!

Die wichtigsten Benimm-Regeln im Überblick

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9 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.10.2011, 21:34 UhrAnonymer Benutzer: marco

    sehr interresant
    besonders china

    super übrigens das man sich für einen kommentar nicht anmelden muss

  • 19.10.2009, 19:44 UhrAnonymer Benutzer: Georg Hilgenfeldt

    Dieser ganze Adelsquatsch funktioniert bei einem Volk von Untertanen. bitte baron, peitsch mich aus, weil Du schon meinen Opa und dessen Opa und dessen Opa gepeitscht hast. Eine Wiedergeburt erlebt diese Untertänigkeit angesichts des feinen Wirtschaftsministers. Dessen Sprache ist nichtssagend aber - nach Vorstellungen des niederen Volkes - irgendwie vornehm. Trotzdem hatte ein blaublüter wirklich Recht: Macht doch Euren Sch... alleine.

  • 29.05.2009, 16:50 UhrAnonymer Benutzer: Niederes Volk

    ... und kein Komma hinter "intellekt", baron Hahn!
    Woher nehmen Sie bloß ihr grammatikalisches Halbwissen?!?

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