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Knigge: Stilblüten und Fettnäpfchen in England

von Yvonne Esterhazy

Auf welche Regeln Sie im Büro, beim Geschäftsessen, im Alltag und beim Dresscode in England achten sollten.

Manieren England
Händeschütteln will in England gelernt sein

Abendessen Einladungen zu einer Dinnerparty nach Hause sind im Geschäftsleben unüblich. Wer dennoch in den Genuss kommt, sollte ein Mitbringsel dabeihaben. Blumen sind weniger populär als hochwertige Pralinen, Wein oder Champagner. Wichtig: nach der Party schriftlich per Karte beim Gastgeber bedanken!

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Begrüßung Nur noch Traditionalisten grüßen Fremde mit „How do you do?“. Richtig ist dann allein mit „How do you do?“ zu antworten. Moderner ist die Floskel „How are you?“. Die Antwort: „Fine, thank you!“ Oder „Very well, thank you!“ Bloß keine Ausführungen! Das tatsächliche Befinden interessiert nicht.

Dresscodes In der City kleidet man sich konservativ: Herren dunkle Anzüge, Seidenkrawatten und schwarze Schuhe, Kombinationen sind im Finanzbereich unüblich. Damen: dunkler Hosenanzug oder Kostüm. Aufdringliches Schminken und zu viel Schmuck hinterlassen einen schlechten Eindruck. Und im Sommer: nie offene Schuhe oder Sandalen und im Büro stets Strümpfe oder Strumpfhosen tragen!

Geschäftsessen Eine Einladung sollte spätestens drei bis vier Wochen vor dem Termin telefonisch, per E-Mail – bei formelleren Anlässen per Karte – erfolgen. Der Brite kalkuliert für ein Lunch 90 Minuten ein, meist wird auf Nachspeisen verzichtet. Wer eingeladen hat, bezahlt. Tritt vorab keiner als Gastgeber in Erscheinung und fühlt sich keiner verpflichtet, die Rechnung zu übernehmen, wird geteilt („to go Dutch“). Heißt: Der Betrag wird gleichmäßig auf alle aufgeteilt. Pfennigfuchserei à la „Ich hatte das Steak für 13,50 und Sie den Fisch für 19 Pfund“ ist ein Affront.

Handy Bitte nie während des Lunch oder einer Konferenz benutzen. Geräte sollten vorher ausgeschaltet werden.

Händeschütteln Nur beim ersten Treffen per Handschlag, danach nicht wieder, auch nicht zum Abschied. Ein paar freundliche Worte reichen. Erlaubt ist das Händeschütteln erst wieder, wenn man sich längere Zeit nicht gesehen hat.

Höflichkeit Der Brite entschuldigt sich andauernd, auch wenn ihm ein anderer auf den Fuß tritt. Diese Höflichkeit erwartet er auch von anderen. Dazu gehört, nicht deutlich zu widersprechen. Ablehnung wird gerne in eine Frage verpackt: „Are you sure this is the best way?“ oder „Wouldn’t it possibly be better to...?“ Achtung: „very interesting“ ist Ausdruck starker Missbilligung.

Ladys first In England geht der Mann im Restaurant voraus. Das ist aber die einzige Gelegenheit, wo Männer Frauen nicht den Vortritt lassen. Ansonsten gilt: Frauen und Höhergestellte stets zuerst!

Pünktlichkeit Bei Geschäftsessen sollte man sich nicht verspäten. Bei privaten Einladungen ist es dagegen erwünscht, rund eine Viertelstunde zu spät zu kommen.

Small Talk Geschäftliche und private Treffen sollten unbedingt mit Small Talk eingeleitet werden. Über das Wetter können Briten stundenlang reden. Auch Sport eignet sich. Allerdings nicht im Vorfeld eines englisch-deutschen Fußballspiels. Tabu sind Politik, Religion, Sex, das Königshaus oder Prominente. Ebenso Persönliches.

Trinkgeld Mindestens 15 Prozent der Rechnungssumme. Manchmal wird es automatisch dazugerechnet. Also darauf achten, was auf der Rechnung steht: „Service included“ oder „Service not included“.

Verhandeln Besserwisserei ist absolut verpönt, ebenso Angeberei – schließlich ist Großbritannien das Land des Understatements. Geschätzt wird, wer Kompromisse schließen kann. Dazu gehört auch, gelegentlich nachzugeben. Das wird sogar erwartet.

Vorstellen Der Gastgeber stellt dem wichtigsten Gast die anderen mit einem erläuternden Satz vor: „This is Peter Smith, he is our expert for contemporary art“ oder „Can I introduce Maggie Brown to you, she spent many years as our manager in Munich“.

Die wichtigsten Benimm-Regeln im Überblick

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