Kündigungen: Fair feuern

Kündigungen: Fair feuern

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Kaum einer ist auf eine Kündigung vorbereitet. Reaktionen sind Tränen, Wut oder Schockstarre

Die Kündigung ist das unangenehmste Mitarbeitergespräch. Für viele Manager ist es oft ein Tabuthema. Doch zu verantwortungsvoller Führung gehört auch die planvolle und faire Trennung. So geht es richtig.

Plötzlich ist es sehr still im Raum. Gleich fällt er, der entscheidende Satz: "...deshalb möchten wir das Arbeitsverhältnis mit Ihnen beenden." Atemlosigkeit. Bedeutungsschwer hallen die Worte nach. Der, der den Satz herausgebracht hat, schluckt. Der, dem dieser Satz gilt, schluckt. Stille, die kaum auszuhalten ist.

Auch wenn beide darauf gefasst waren: Es trifft den Gekündigten mit voller Wucht. "Es kommt vor", sagt Andreas Schwarz, "dass Führungskräfte dabei sogar in Tränen ausbrechen."

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Trennungsgespräche als Selbsterfahrung

Schwarz ist Psychologe und Consultant bei der Personalberatung von Rundstedt HR Partners. Er berät Unternehmen bei der Kündigung. Dutzende Seminare hat er in den vergangenen Jahren geleitet, die Simulation von Trennungsgesprächen gehört dazu. So wie diese. Manager versetzen sich dabei auch in die Rolle des betroffenen Mitarbeiters. "Das ist eine beeindruckende Selbsterfahrung", sagt Schwarz.

Warum ich? Wie sage ich es der Familie? Wie den Freunden? Wie geht es weiter? Wer von seinem Arbeitgeber die Kündigung erhält, dem wird erst einmal der Boden unter den Füßen weggezogen. Denn er verliert mehr als einen Arbeitsplatz und ein geregeltes Einkommen. Privatleben, sozialer Status, Zukunftspläne – all das hängt mit der beruflichen Situation zusammen.

Doch auch an dem, der die Entscheidung getroffen hat, geht sie nicht spurlos vorbei.

Entlassungen an der Tagesordnung

Kündigung – das klingt so schrecklich technisch, bürokratisch, nach Ober und Unter, nach Macht und Ohnmacht. Man liest von Managern als harten Sanierern, Aufräumern, Durchgreifern. Aber kaum von schlaflosen Nächten oder der Angst vor solchen Trennungsgesprächen. Dabei ist "die Kündigung eine ganz emotionale Sache", sagt Trennungsexperte Schwarz, der als Führungskraft selbst schon Mitarbeiter entlassen musste.

Die Zeiten sind turbulent. Täglich melden die Zeitungen neue Schocks, die die Weltwirtschaft erschüttern: Börsen-Crash, Euro-Krise, US-Schuldendebakel. Entsprechend ziehen auch hierzulande dunkle Wolken auf. Die Zeiten kräftiger Gewinne und steigender Beschäftigung dürften bald vorbei sein, so die Prognosen. Und "deutsches Konjunkturwunder" hin oder her – auch aktuell sind Entlassungen an der Tagesordnung.

Am drastischsten bei E.On: Deutschlands größter Energieversorger, im Zuge des Atomausstiegs massiv unter Druck, will weltweit bis zu 11 000 Stellen streichen, davon etwa 6000 in Deutschland.

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