Arbeitsmarktstudie: Ohne Innovationen keine Fachkräfte

Arbeitsmarktstudie: Ohne Innovationen keine Fachkräfte

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Wer qualifizierte Mitarbeiter an sihc binden will, muss modern sein.

Ob Start-up- oder etabliertes Unternehmen – Erfolg hängt maßgeblich von frischen Ideen, effizienter Zusammenarbeit und den Mitarbeitern ab. Oder kurz: von Innovationen. Ohne die sind Arbeitgeber uninteressant.

Möchte Sie in einem Unternehmen arbeiten, in dem es anstatt Computern Schreibmaschinen und Rechenschieber gibt? Oder können Sie sich einen Koch vorstellen, der das bestellte Essen auf dem selbstgeschürten Feuer im Kupferkessel rührt? Wer Erfolg haben will, muss entweder genauso gut und dafür billiger sein, als die Konkurrenz - oder bessere Arbeit abliefern. Dass das ohne die entsprechende Technik beziehungsweise Innovationen nicht funktioniert, ist klar. Wer sich Neuerungen verschließt, wird irgendwann von der Konkurrenz abgehängt.

In fünf Schritten zum Innovationsführer

  • Eine strategische Basis schaffen

    Ungewöhnliche Ideen führen langfristig nur zu Innovationen, wenn sie kontinuierlich erfasst und hinterfragt werden. Das kann nur gelingen, wenn die Strategie des Unternehmens klar definiert und jedem bekannt ist.

  • Die Führungskräfte mit einbinden

    Führungskräfte fördern eine Kultur, die neue Ideen unterstützt. Dazu zählt die Entwicklung klarer Strukturen und Prozesse, um Innovation zu erkennen und umzusetzen.

  • Mitarbeiter zu Mitdenkern machen

    Zu einem innovationsfreundlichen Klima gehört auch die Personalentwicklung. Sie fördert die für Innovation wichtigen Kompetenzen der Mitarbeiter, etwa eigenverantwortliches Handeln, ein Verständnis für Fehler oder visionäres Denken.

  • Infrastruktur ausbauen

    Die Grundlagen für Innovationen sind sowohl finanzielle als auch technologische Möglichkeiten. So kann die IT mit modernen Technologien wie Big Data oder Cloud Computing Innovationen unterstützen – und gleichzeitig attraktiv für Fachkräfte werden.

  • Auf externe Unterstützung setzen

    Neue Ideen entstehen nicht immer ausschließlich aus den eigenen Reihen heraus. Deshalb sollten sich Unternehmen auch für Innovationen von außen öffnen und Partner, Dienstleister und Kunden in eine Problemstellung miteinbeziehen. Oder sie lassen Mitarbeiter aus anderen Abteilungen Ideen einreichen.

Und: Fachkräfte haben kein Interesse an rückständigen Unternehmen. Denn Innovationen sorgen nicht nur für kommerziellen Erfolg am Markt, sondern auch für schlankere Prozesse im Unternehmen - oder eine ungewöhnliche Herangehensweise an bekannte Herausforderungen. Und das ist es, was sich Mitarbeiter von ihrem Arbeitgeber wünschen, wie die aktuelle Arbeitsmarktstudie des Personaldienstleisters Robert Half zeigt: Je innovativer ein Unternehmen sich präsentiert und je aktiver die Mitarbeiter daran beteiligt sind, desto attraktiver ist eine Firma auch für qualifizierte Mitarbeiter, die sich weiter entwickeln und sich in einem erfolgreichen Unternehmen einbringen wollen. Das gilt ganz besonders in der IT-Branche. 79 Prozent der befragten CIOs und CTOs glauben, dass technologische Innovationen einen positiven Effekt auf die Gewinnung von qualifizierten IT-Fachkräften haben.

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Die besten Erfindungen beim Deutschen Innovationspreis 2015

  • Adidas/BASF: Sohle mit Extraenergie

    Gelenkschonend und leistungsfördernd. Das sind die herausragenden Eigenschaften einer Mittelsohle, die der Sportartikelhersteller Adidas in eine neue Sportschuhgeneration einklebt. Winzige Kügelchen aus elastischem Polyurethan dämpfen den Schlag beim Auftreten; beim Abstoßen gibt die so gepufferte Energie dem Läufer einen Extraschub. Forscher des Ludwigshafener Chemiegiganten BASF haben den dynamischen Kunststoffschaum entwickelt.

  • Airbus/ LZN/ Hofmann-Innovation: Leichter fliegen

    Schon heute verbaut Airbus in seinem Jet A350 rund 1000 Bauteile, die der deutsch-französische Konzern in 3-D-Druckern produziert. Noch bestehen die aus Kunststoff, doch künftig sollen es immer häufiger auch solche aus Metall sein – da sie leichter und belastbarer als herkömmliche Komponenten sind. Gemeinsam mit Partnern entwickelte Fußboden-Träger aus Titan testet der Flugzeugbauer bereits in Maschinen. Der Serieneinsatz – auch für andere Teile – soll bis 2017 starten. Auf die kommenden 20 Jahre gerechnet, sollen Airlines dank 3-D-gedruckter Metallbauteile rund 375 Milliarden Euro weniger für Treibstoff ausgeben müssen, erwartet Airbus.

  • Alacris Theranostics: Patient im Rechner

    Jede Krebserkrankung ist anders. Mal wächst der Tumor schnell, mal langsam, mal lässt er sich besser mit Bestrahlung bekämpfen, mal besser mit Medikamenten. Der Grund: Bei jedem Patienten haben sich ganz verschiedene Gene verändert. Damit die Ärzte die Behandlung optimal planen können, packen die Experten des Berliner Mittelständlers Alacris alle verfügbaren Erbgut-Informationen in den Rechner und bauen so eine Art virtuellen Patienten. An dem können die Mediziner testen, welche Therapien wie wirken werden.

  • Applied Auxetics: Schutz bei Unfällen

    Den Effekt kennt jeder: Wird an einem Gummiband gezogen, dann wird es dünner. Bei den Materialien des Dortmunder Start-ups Applied Auxetics ist das umgekehrt. Sie werden unter Zug – wie von Zauberhand – dicker. Von diesem besonderen Verhalten sollen, so die Gründer, unter anderem Bauteile für Autos und Flugzeuge profitieren, die bei einem Crash die Wucht des Aufpralls stärker dämpfen als bisher und so die Insassen besser schützen.

  • Cash Payment Solutions: Bar zahlen im Internet

    Online einkaufen, mit Bargeld die Rechnung begleichen: Das ist die Idee des Berliner Start-ups Cash Payment Solutions. 550 Online-Händler bieten dessen Service inzwischen an. Wer ihn nutzt, erhält nach der Bestellung einen Barcode zum Ausdrucken oder einen Code per SMS auf sein Handy. Damit kann er in 6000 Supermärkten, Drogerien oder Kiosken die Order bezahlen. Vorteil: Der Käufer benötigt weder Kreditkarte noch Online-Banking.

  • Dynamic Biosensors: Schneller zum Medikament

    Um neue Wirkstoffe zu finden, testen Pharmaforscher, wie gut verschiedene Substanzen an bestimmte Zielmoleküle aus dem Körper andocken. Dabei müssen sie aus teils Hunderten Verbindungen den besten Kandidaten herausfischen. Um diesen Prozess zu beschleunigen, hat das Start-up Dynamic Biosensors aus Martinsried bei München einen cleveren Biochip entwickelt, auf dem die Messungen parallel stattfinden. Erwünschte Nebenwirkung: Die Wirkstoffsuche wird drastisch günstiger.

  • Eloxalwerk Ludwigsburg: Alu schlägt Stahl

    Aluminium ist als Werkstoff beliebt, da er leicht und gut zu verarbeiten ist. Um das Metall widerstandsfähiger zu machen, beschichten es die Tüftler des schwäbischen Mittelständlers Eloxalwerk Ludwigsburg (ELB) mit einer Keramikschicht. So kann Aluminium den schwereren Stahl ersetzen. ELB tritt dabei als Systemlieferant auf, es beschichtet die Bauteile eines Kunden in dessen Betrieb mit einer eigenen Anlage.

  • Empolis Information Management: Frühwarnsystem für Fabriken

    Schäden erkennen, bevor sie auftreten, Maschinen reparieren, bevor sie ausfallen – das ermöglicht die Software des Mittelständlers Empolis aus Kaiserslautern. Das System kann minütlich Abermillionen von Daten aus Produktionsanlagen auswerten. Es arbeitet wie eine Art Wettervorhersage für die Stabilität der überwachten Maschinen und warnt, wenn Komponenten ausgetauscht werden sollten, damit es nicht zu teuren Produktionsausfällen kommt.

  • IT-Cube Systems: Schutz vor Datendieben

    Es ist ein offenes Geheimnis: An mehr als der Hälfte aller Hackerangriffe auf Unternehmen sind eigene Mitarbeiter beteiligt – aus Frust oder Geldgier. Der Mittelständler IT-Cube Systems aus München hilft, das zu verhindern. Er überwacht SAP-Software, mit der die Kunden sensible Auftrags-, Personal- oder Produktionsdaten verwalten. Und schlägt Alarm, falls sich jemand unerlaubt Zugriff verschaffen will. Das Schutzsystem arbeitet vollautomatisch und mit verschiedenen SAP-Programmversionen.

  • JPM Silicon: Preissturz beim Sonnenstrom

    Was eine Solarzelle kostet, bestimmt vor allem ihr Ausgangsmaterial: hochreines Silizium. Jan-Philipp Mai, Gründer des Braunschweiger Start-ups JPM Silicon, ist überzeugt, die Herstellkosten mindestens halbieren zu können – von 20 auf weniger als 10 Dollar je Kilogramm. Er gewinnt das Silizium mit den elektromagnetischen Wellen eines Mikrowellenofens statt – wie bisher – in Lichtbogenöfen. Das verkürzt den Herstellungsprozess enorm und senkt den Energieverbrauch drastisch.

  • Merck: Mehr Ausdauer fürs Tablet

    Wo ist die nächste Steckdose? Die Frage beschäftigt Besitzer von Smartphones und Tabletts allzu oft – weil der Akku des Geräts schon wieder leer ist. Einer der größten Stromfresser ist der Bildschirm. Um dessen Energiebedarf zu senken, hat der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck besondere effiziente Flüssigkeitskristalle entwickelt, die das Bild auf dem Display erzeugen. Sie lassen mehr Licht der Hintergrundbeleuchtung durch, was den Stromverbrauch um 30 Prozent senkt.

  • Siemens: CT für alle

    „Und jetzt die Luft anhalten!“ Diese Aufforderung hört bisher fast jeder, den Ärzte mit einem Computertomografen (CT) durchleuchten. Denn sonst verwackelt die Aufnahme durch die Atembewegung. Ein neuer, leistungsfähiger Gerätetyp von Siemens macht damit Schluss. Er senkt die Strahlenbelastung, ist schnell, und der Patient benötigt weniger Kontrastmittel. Damit können auch Kinder und ältere Menschen in die CT-Röhre, für die die Untersuchung bisher zu belastend war.

  • Verbavoice: Übersetzer für Gehörlose

    Vorträge, Beratungsgespräche – hörgeschädigten Menschen bleiben sie verschlossen, wenn kein Gebärdendolmetscher die Worte übersetzt. Doch die sind teuer. Daher bietet der Münchner Mittelständler Verbavoice einen Online-Service an: Ein Dolmetscher lässt sich via PC oder Smartphone zuschalten, übersetzt von seinem Büro aus simultan die Sprache und überträgt seine Gebärden per Videostreaming. Das senkt die Kosten, weil der Übersetzer nicht reisen muss und der Dienst stark automatisiert ist.

  • Vorwerk: Kochen in der Community

    Nutzer der Küchenmaschine Thermomix sind meist Überzeugungstäter. Das Gerät schneidet, rührt und kocht und vereinfacht so das Zubereiten selbst komplizierter Gerichte. Jetzt macht der Wuppertaler Konzern Vorwerk aus der Fangemeinde eine Internet-Community, um die Kundenbindung zu stärken. Wichtiges Element sind Rezeptchips für die Maschine, die den Besitzer Schritt für Schritt durch die Zubereitung der Gerichte führen. Die kann der Kunde auf einem Portal aktivieren, dort Rezepte hochladen und die anderer kommentieren. Das Programm erstellt zudem eine Einkaufsliste, die sich der Hobbykoch per App auf sein Smartphone laden kann.

Wer also geeignete Bewerber für sich gewinnen will, muss nicht nur attraktive Arbeitszeitangebote machen und gutes Geld bezahlen. Es braucht außerdem eine entsprechende Innovationskultur, und die ist keineswegs ein Privileg von Google oder Facebook. Dazu gehört auch, den Mitarbeitern zuzuhören - und ihnen zu vertrauen.

Immerhin: Die deutschen IT- und Technologieverantwortlichen halten sich beziehungsweise ihre Arbeitgeber für durchaus innovativ. Auf einer Skala von 1 bis 5 bewerteten sie ihre Arbeitgeber im Durchschnitt mit der Note 3,57. Dabei stufen sich große Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern als innovativer ein (3,84) als kleine (3,38) und mittlere Betriebe (3,53). Dies zeigt das Booklet „IT Insights – Frische Ideen gesucht“.

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