Arbeitsrecht: In Arbeitsverträgen lauern Fallen für Manager

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Arbeitsrecht: In Arbeitsverträgen lauern Fallen für Manager

von Claudia Tödtmann

Laufzeit, Wettbewerbsverbot, Verschwiegenheitspflichten: Bei Vertragsverhandlungen mit neuen Führungskräften kämpfen beide Seiten mit immer härteren Bandagen um wasserdichte Vereinbarungen. Wie Manager Fallen umgehen und Unternehmen ihre Interessen schützen können.

Zwei Jahre war er im Amt. Maßgeblich hatte er zur Sanierung des Unternehmens beigetragen. Und wurde dann sang- und klanglos durch seinen Vorstandskollegen Samih Elhage ersetzt: Als „normalen Vorgang“ bezeichnet Nokia Siemens Networks (NSN) die Trennung von Finanzvorstand Marco Schröter. Der war im März 2011 von Infineon zum Joint Venture mit dem finnischen Telekommunikationskonzern gewechselt und Ende Februar von den Finnen wieder vor die Tür gesetzt worden. „Ihm gebührt mein Dank für seine Unterstützung“, lässt sich NSN-Vorstandschef Rajeev Suri in der Pressemitteilung zu Schröters Rauswurf zitieren. „Ich wünsche ihm alles Gute für seine weitere Karriere.“

Doch Schröter will sich nicht mit ein paar dürren Worten abspeisen lassen: Der geschasste Vorstand setzte beim Arbeitsgericht München eine einstweilige Verfügung durch. Und hat nun das Recht, ins Unternehmen zurückzukehren. Zwar nicht als Finanzvorstand mit Sitz in München, so doch als Finanz-Manager in der Niederlassung in Düsseldorf. Die Begründung des Gerichts: Weil in Schröters unbefristetem Arbeitsvertrag keine Freistellungsklausel steht, darf er nicht einfach vom Hof gejagt werden. Der Anspruch auf Weiterbeschäftigung sei juristisch unstreitig, sagt Schröters Anwalt Ivo Posluschny von der Kanzlei Jones Day. Auch als globaler Finanzvorstand. Aber man müsse auch den Atem haben, seinen Anspruch durchzusetzen.

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Wie viele Geschäftsführer/Führungskräfte ein Wettbewerbsverbot im Vertrag haben

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Fristlose Kündigungen, Gerichtsstreitigkeiten, öffentliche Schlammschlachten: Wenn Unternehmen hochrangige Manager loswerden und neue Spitzenkräfte anheuern wollen, wenn Top-Manager zur Konkurrenz wechseln möchten oder sich vom Ex-Arbeitgeber abserviert fühlen, kämpfen beide Seiten heute meist mit harten Bandagen. Wo gerade noch um Wachstumsstrategien gerungen und Karrieren geschmiedet wurden, stehen die Zeichen plötzlich auf Trennung. Nicht selten treffen sich hoch bezahlte Anwälte beider Parteien vor Gericht, um Vertragsansprüche durchzusetzen.

„Mit der Aushandlung des Gehalts, von Boni und Pensionszusagen oder der Übernahme etwaiger Umzugskosten, Schulgeld oder Mietzuschüsse ist es nicht mehr getan“, sagt Arbeitsrechtler Boris Dzida von der Kanzlei Freshfields. „Heute geht es bei Vertragsverhandlungen um die präzise Formulierung juristisch hochkomplexer Klauseln, die je nach Ausgestaltung Karrieren Knall auf Fall beenden können oder einem Unternehmen ungeplante Personalkosten in Millionenhöhe bescheren.“

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