Belohnung am Arbeitsplatz: Boni vergiften das Arbeitsklima

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Belohnung am Arbeitsplatz: Boni vergiften das Arbeitsklima

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Boni für Vorstände sind immer wieder Diskussionsthema. Die Sonderzahlungen schaden aber nicht nur Managern.

Immer mehr Unternehmen verzichten auf Dienstwagen und Extrageld als Belohnung für die Mitarbeiter. Nicht nur, dass der motivierende Effekt nicht lange anhält – der Kampf um die Incentives schadet der Zusammenarbeit.

Lob und Anerkennung der Mitarbeiter sind wichtig. Wer nie gelobt wird, verliert die Lust am Arbeiten, die Motivation leidet. Das Ergebnis ist eine Belegschaft, die nur noch Dienst nach Vorschrift macht. Also etablierten die Unternehmen einst ein Anreizsystem: Wer besondere Leistungen zeigt, bekam den dicken Dienstwagen, ein großes Büro mit Panoramablick und ein saftiges Plus zum Gehalt.

Mittlerweile rücken immer mehr Betriebe davon ab. Statt materieller Anreize bieten sie nun Gesundheitskurse - Yoga statt Dienstwagen - oder Extra-Urlaub. Denn auch die Einstellung der Mitarbeiter hat sich geändert. Statt viel Geld für tumbe Arbeit wollen sie lieber Jobs, die Spaß machen und Projekte, die sie herausfordern.

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Sich darauf einzustellen, ist ratsam für alle Unternehmen. Nicht nur, weil sich monetäre Anreize auf Dauer negativ auf die Motivation auswirken, wie Arbeits- und Organisationspsychologen mit Dutzenden von Studien und Experimenten belegt haben.

Die sprichwörtliche Möhre vor der Nase der Mitarbeiter sorge auch für Missgunst und könne das Arbeitsklima in einem Unternehmen vergiften. Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls Niels Van Quaquebeke von der Kühne Logistics University, Daniel Gläser von der Universität Hamburg sowie Suzanne van Gils von der Universität Maastricht, die die Effekte von Belohnungssystemen in Organisationen untersucht haben.

Incentives Unternehmen locken mit Yoga statt Dienstwagen

Mein Auto, meine Auszeit, mein Rabatt: Gehalt ist in vielen Unternehmen längst nicht mehr alles. Sie locken mit üppigen Zusatzleistungen und Vergünstigungen. Kritiker sehen darin aber auch eine Gefahr.

Siemens-Mitarbeiter beim Yogakurs im betriebsinternen Fitnessstudio in Berlin. Quelle: dpa

Mitarbeiter sabotieren sich gegenseitig

Demnach könnten die sogenannten Pay-for-Performance-Systeme sogar dazu führen, dass sich Kollegen gegenseitig sabotieren, um sich Vorteile zu verschaffen oder zumindest zu verhindern, dass der andere mehr Geld bekommt als man selbst. "PfP-Systeme können für Organisationen zu einem Problem werden. In einem Unternehmen, dessen Erfolg von Wissensaustausch, Innovation und guter kollegialer Zusammenarbeit seiner Mitarbeiter und Führungskräfte abhängt, vergiftet ein aggressiver Wettbewerb zwischen den Kollegen das Arbeitsklima", fasst Psychologe Gläser die Ergebnisse zusammen.

Wer ohnehin schon zu Konkurrenzdenken neige und sich mit anderen vergleiche, neige eher dazu, auf derartige Anreizsysteme mit aggressivem Wettbewerbsverhalten zu reagieren, so Van Quaquebeke, Professor für Leadership and Organizational Behavior.

Langfristig könne sich überehrgeiziges Gewinnstreben der Mitarbeiter auf das Unternehmen auswirken und dem Image schaden. Je nach Ausmaß der Sabotage können die Auswirkungen auch in der Bilanz spürbar werden. Die Wissenschaftler raten Unternehmen deshalb, genau zu überlegen, ob es nicht noch andere Möglichkeiten gibt, die Mitarbeiter zu motivvieren.

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