Berühmte letzte Worte: Der Krebs als Lebenscoach

ThemaManagement

kolumneBerühmte letzte Worte: Der Krebs als Lebenscoach

Kolumne von Ralf Schwartz

Spätestens im Angesicht des Todes ist "Business as usual" sinnlos - das wusste schon Steve Jobs. Unser Autor hat ähnliche Erfahrungen gemacht. Seine besten Tipps für Priorisierung, Produktivität und Erfolg.

Wagen wir ein Gedankenspiel, das ich gerade am eigenen Körper erlebte: Sie haben Krebs. Der Tod steht sozusagen vor der Tür. Ihnen bleiben keine sechs Monate, um mit sich, Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Job ins Reine zu kommen. Lauschen wir an dieser Stelle der Lektion des Krebses.

Sie haben vielleicht nur einen durchschnittlichen Job mit durchschnittlichem Gehalt. Niemals jedoch würden Sie sich fragen, ob das schon alles war. Das können Sie ja in der Midlife-Crisis immer noch nachholen. Oder auf dem Sterbebett. Ihnen geht's doch bestens.

Anzeige

Vier Erfolgsmuster für Unternehmen im digitalen Wandel

  • Agilität

    Niemand kann zuverlässig voraussagen, welche Entwicklung sich wie auswirkt. Wer schnell auf Unvorhergesehenes reagieren kann, ist erfolgreicher als andere.

    Quelle: Studie "Produktive Disruptoren" der Personalberatung Russell Reynolds Associates

  • Offenheit

    Information kann schnell und einfach geteilt werden. Etwas geheim zu halten ist dagegen schwierig.

  • Vernetzung

    Mit anderen im Dialog zu stehen, Kontakte bewusst auszubauen, auch ohne dass man immer weiß, welchen konkreten Nutzen sie bringen, schafft die Grundlage für Schneeballeffekte.

  • Partizipation

    Mithilfe des Internets können Menschen ihr Wissen teilen und mehren – und somit altgediente Hierarchien und Systeme ergänzen oder gar überwinden.

Zwar tragen Sie nicht so richtig zum Erfolg des Unternehmens bei, und so richtig erfolgreich ist dieses Unternehmen ohnehin nicht mehr. Aber, hey, es läuft, irgendwie.

Plötzlich aber bleiben Ihnen wegen der Krebserkrankung nur noch wenige Monate. Und dann fragen Sie sich: Soll das bereits alles gewesen sein? Ein Job, der Sie nicht fordert. Ein Leben, das Sie nicht fasziniert? Ein ewiger, langweiliger Lauf in diesem Hamsterrad? Welches Vermächtnis hinterlassen Sie der Welt, Ihren Liebsten? Wird man Sie vermissen? Und wenn ja, warum?

Verdammt, denken Sie, anscheinend machen Sie nichts richtig. Jetzt, im Angesicht des Krebses, erscheint Ihnen alles in einem anderen Licht: Prioritäten verschieben sich, Sie zweifeln an Ihrem Lebenswandel, gar am Sinn des gesamten Lebens. Sie stellen alles infrage.

Und genau hier setzt der Krebs als eine beispielhafte Grenzerfahrung an, die Sie nachdenklich stimmt. Wenn Sie im Tagesgeschäft zuviel zu tun haben, die Kollegen Sie nicht verstehen, das Unternehmen weniger Sinn stiftet als gedacht - dann läuft etwas grundlegend falsch. Dann wird es Zeit, etwas zu ändern. Nämlich sich selbst!

Dazu stellt uns der Krebs als ultimativer Coach die alles entscheidende Frage: "Wie kannst Du in Deinem Leben, wie können Dein Team, Dein Unternehmen einen Unterschied machen, Wert(e) kreieren, von Herzen vermisst werden?"
Und meine Antworten an das Management lauten: Setzen Sie Prioritäten, um produktiver zu werden. Denken Sie positiver, um gesünder zu bleiben. Und schaffen Sie relevante, zukunftsfähige Unternehmen.

1. Prioritäten setzen
Von den Besten zu lernen war schon immer der effektivste Weg, über sich hinauszuwachsen: Steve Jobs empfiehlt, sich täglich zu fragen: "Wäre dies der letzte Tag meines Lebens, würde ich tun wollen, was ich heute tun muss?" Ein Nein an zu vielen aufeinanderfolgenden Tagen spräche für eine Veränderung. Warren Buffett empfiehlt eine Liste mit fünf Prioritäten für die nächsten (fünf) Jahre. Alles weitere würde nur ablenken.

Die Ratschläge klingen seltsam? Aber wie lange steht man im Bad, in der Warteschlange, im Stau? Wie lange sitzt man vor einem Bildschirm oder lässt sich sonstwie ablenken? Erfolg ist konsequente Kompromisslosigkeit.

Anzeige

3 Kommentare zu Berühmte letzte Worte: Der Krebs als Lebenscoach

  • Buffett und Jobs sind für mich arme Würstchen - Sklave ihrer Arbeit, die darin besteht/bestand Kohle zu scheffeln. Speziell Herr Jobs war bekannt dafür, Gegenstände zu perfektionieren und gleichzeitig seine Kommunikation zu Mitmenschen zu vernachlässigen. So wurde er am Ende von Mitarbeitern gemieden.
    Durch die Erwähnung von Jobs und Buffett, und der eher abstrakten Beschreibung zur Lebenshilfe ist der Artikel in meinen Augen unbrauchbar.

    Es gibt einen ganz einfachen Nenner: Tue etwas für die Menschen in deiner Umgebung, deine Familie, Freunde, Nachbarn. Das macht zufrieden und glücklich. Das hat Priorität.

  • Hm, der erste Absatz Ihres Kommentars, Herr Paul M?, klingt nicht als würde er von einem zufriedenen, glücklichen, in sich ruhenden Menschen kommen.
    Wollen Sie darüber sprechen?

  • Auf der facebook-Page der Wirtschaftswoche hat sich ein guter Thread entwickelt: https://www.facebook.com/Wirtschaftswoche/posts/10152479630580819

Alle Kommentare lesen
Jobletter:Der exklusive Jobservice für Juristen
Jobletter-Bild

Der WirtschaftsWoche-Jobletter schickt Ihnen wöchentlich alle Stellenangebote zu, die Ihrem Profil entsprechen. Mehr...

STELLENMARKT


Mit dem Jobturbo durchsuchen Sie mehr als 215.000 Stellenanzeigen  in 36 deutschen Stellenbörsen.
Diese Jobs suchen die wiwo-Leser:
1. Ingenieur   6. Bauingenieur
2. Geschäftsführer   7. Marketing
3. Financial Analyst   8. Jurist
4. Controller   9. Volkswirt
5. Steuerberater   10. Designer
My Best Company:Den passenden Arbeitgeber finden

Werden Sie initiativ! Hier finden Sie die Firmen, bei denen Sie sich initiativ bewerben können. Mehr...

Siedler Online
Anno Online
Eine neue Welt: Länder entdecken, Grenzen erweitern, Wirtschaft optimieren.

Testen Sie jetzt Ihr Handelsgeschick in der Welt von Anno Online.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%