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kolumneBerühmte letzte Worte: "Ich bin eine Marke!"

Kolumne von Ralf Schwartz

Gerade lockt nicht nur der Huffington-Post-Launch die Selbstdarsteller aus ihren Löchern. Anlass genug, den Schlaueren grundsätzlich davon abzuraten, plötzlich Marke sein zu wollen.

Tennis-Legende Boris Becker stellt auf der Buchmesse in Frankfurt am Main sein Buch "Das Leben ist kein Spiel" vor Quelle: dpa
Potentiell Prominente versuchen sich selbst als Marke zu etablieren. Im Zentrum steht dabei das Erlangen von Aufmerksamkeit, um jeden Preis Quelle: dpa

Jetzt wittern all die potentiell Prominenten ihre Chance, mit ein wenig Aufmerksamkeit und Reichweite zu ihrer eigenen Marke werden zu können. Sie müssen nur einen Artikel in der vor kurzem gestarteten Huffington Post veröffentlichen, denken sie. Eindrucksvoll belegen sie damit, wie wenig sie vom eigenen Geschäft, der eigenen Persönlichkeit und dem Marketing an sich verstehen.

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Selbst Claudia Schiffer und Wolfgang Joop sind sich nicht mehr zu schade, in zweifelhaften Mode- und Model-Formaten die Protagonisten zu geben. Boris Becker muss auf Teufel komm raus Geld mit Enthüllungen und sonstigen Peinlichkeiten machen. Obermann, der Telekom-Chef veröffentlicht durchsichtige PR-Texte auf dem oben genannten Portal. Hier wird das quantitative Heischen um Aufmerksamkeit als Ziel an sich verstanden. Kein Wunder, denn es funktioniert: YouTube, die TV-Sender, ja auch ARD und ZDF, sind inzwischen bis zum Rande gefüllt mit unbekannten, unbedarften, hm, 'Prominenten'.

Aber funktioniert es wirklich? Manchmal fragt man sich, ob es überhaupt noch andere Menschen gibt. Menschen, die etwas leisten. Menschen, die nicht nur für ihre Bekanntheit bekannt sind, sondern für ihren qualitativen Kern - idealerweise Sinn, Bedeutung, Relevanz bieten. Menschen, die eine Botschaft haben. Idealerweise eine Vision bieten - über das eigene kleine Leben und den schnöden Mammon hinaus. Langfristig. Menschen, die etwas zu geben haben, einen Nutzen, einen Mehrwert. Profund. Die nicht nur Zeitvertreib und Zeitverschwendung für die Massen sind.

Warum aber will man überhaupt Marke werden? Bedenkt, die Marke ahmt das Menschsein, ahmt Nähe, Emotionen, Empathie nach. Die allerbesten Marken kommen nah heran, werden jedoch nie wahrhaft Mensch. Warum also als Mensch sich umgekehrt zur Marke machen!? Das ist mir vollkommen unverständlich.

Eine Marke - oder ein Unternehmen - ist heute ein opportunistisches Gebilde, weil die Menschen dahinter Opportunisten sind. Sie wollen den Bonus, die Beförderung, die Karriere. Den egoistischen Vorteil.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 17.11.2013, 14:02 Uhrralfschwartz

    Gerade gesehen: Focus-Titelgeschichte im Oktober, "Boris Becker: Legende am Ende?"
    http://www.focus.de/magazin/archiv/titel-legende-am-ende_aid_1134155.html

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