Berühmte letzte Worte: Microsoft, Bahn: Visionen? Ab zum Arzt!

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Größenwahn statt großen Visionen. Die deutsche Bahn tritt uninspirierend und leidenschaftslos auf

Kolumne von Ralf Schwartz

Managementgeführte Konzerne wie Microsoft oder die Deutsche Bahn schicken Visionäre lieber zum Arzt, als sich den Horizont erweitern zu lassen. Ein gefährlicher Irrweg.

Den Marktanteil einer Zahncreme um drei Prozent zu steigern, oder den Profit eines Energiekonzerns, ist keine Vision.
Wie aber soll man das einem Management klarmachen, das nichts anderes gelernt hat? Und sich auch für nichts anderes interessiert?

Vision in ihrer einfachsten Form bedeutet: 'Ich sehe'. 'Ich sehe eine bessere Zukunft, eine sauberere, gesündere, effektivere Energie, Mobilität, Ernährung, Medizin, Kommunikation'. Oder so ähnlich. 'Diese Vision will ich gemeinsam mit anderen verwirklichen. Deshalb wurde das Unternehmen gegründet'.

Menschen gehören in den Mittelpunkt des Unternehmens, nicht Profit oder Marktanteil. Letztere sind nur Mittel zum Zweck, den Menschen inspirierend voranzugehen und ihnen damit wahrhaft zu nutzen.


Bahn: Größenwahn statt Vision
Nach dem Mainzer Bahnchaos dachte ich, dies rühre daher, dass weder Grube noch Vorgänger Mehdorn den Auftrag der Bahn wirklich verstanden haben.

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Das Leitbild der Bahn bestätigt nun meinen Eindruck. Es "beschreibt die Mission, die Vision und die Werte des DB-Konzerns und gibt Antworten auf die zentralen Leitfragen":
"Wer sind wir?
Wir sind ein weltweit führendes Mobilitäts- und Logistikunternehmen.
Was ist unser Ziel?
Wir werden das weltweit führende Mobilitäts- und Logistikunternehmen."

Profane Größe als Identifikation? No way. Schlimmer noch: Profane Größe als Vision. Wie uninspirierend. Emotions- und leidenschaftslos.

Hätten Mehdorn und Grube visionäres Potential, hätten sie den Menschen in den Mittelpunkt gestellt. Hätten sie verstanden, das Personentransport eine individuelle Dienstleistung ist. Dann wären sie kein abgehobenes "weltweit führendes Mobilitäts- und Logistikunternehmen", sondern ein Dienstleister nah am Menschen. Dadurch würde sich alles ändern.

Der ganze Laden wäre auf den Kopf gestellt, hätte man Mittel und Zweck nicht verdreht. Denn heute sind die Menschen Mittel zum Zwecke der Bahn, die Größten zu werden: "Wie machen wir das?
... Wir stellen unsere Kunden und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt des Handelns, ..."

Umgekehrt wird ein Schuh draus. In einer relevanten Vision wäre die Problemlösung des Einzelnen das Ziel, nicht der Größenwahn des Vorstandes. Züge wären pünktlich. Die Preise unter denen der Airlines. Toiletten und Klimaanlagen funktionierten. Die Bahnhöfe wären sicher und sauber. Die Mitarbeiter zuvorkommend.


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