Bettina Röhl direkt : Ja, Managergehälter sind zu hoch!

kolumneBettina Röhl direkt : Ja, Managergehälter sind zu hoch!

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Manager verdienen zu viel.

Kolumne von Bettina Röhl

Es herrscht das System der Managerführung, und dies herrscht relativ brutal. Wie aber ist die Leistung der Manager tatsächlich zu bewerten?

Auf Bundeskanzler kann man nicht studieren. Auf Deutsche Bank- oder Daimler Benz-Chef kann man auch nicht studieren. "Macho Macho kannst net lernen, Macho Macho musst halt sein". Top-Manager muss man halt sein. So wie es für die Weltklassegouvernante Eliteausbildungsveranstaltungen gibt, gibt es zwar auch für Manager alle möglichen Kaderschmieden, aber deren Bedeutung hält sich durchaus in Grenzen. Die Dauerfrage der Gesellschaft, ob Top-Manager zu viel verdienen, gemeint ist, zu viel im Vergleich zu jenen, die sie "bemanagen", ist naturgemäß nicht leicht zu beantworten. Und es ist auch eine Frage des persönlichen sozialen Standortes wie man an die Bewertung der Angemessenheit von Managergehältern heran geht.

Früher war die Welt bekanntlich noch in Ordnung. Da gab es noch den berühmten Antagonismus zwischen Kapital und Arbeit. Heute sind die Bedeutung des Kapitals und der Arbeit zwar nicht geringer geworden, aber sowohl das Kapital als auch die Seite der Arbeit werden immer mehr und immer häufiger durch gedungene Manager vertreten. Unter dem Stichwort "Professionalisierung" findet eine Vermanagerung der Wirtschaft und der Gesellschaft statt. Ähnlich wie die Kaste der Juristen eine Inflationierung ihrer Gattung in der Wirtschaft ausgelöst hat, gilt dies auch für die Manager.  

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Wenn sich früher zwei Kaufleute, die in ihren Betrieben das Kapital, das Management und der erste Arbeitnehmer in einer Person waren, stritten, dann haben sie im Idealfall Streitigkeiten besprochen und diese irgendwie beigelegt. Als der erste Kaufmann zum Anwalt ging und sich beraten ließ, konnte der andere Kaufmann nicht mehr lange zögern. Auch er musste zum Anwalt gehen. Bald stellten die Kaufleute eigene Juristen ein, eigens zum Zwecke der Aufrüstung für den Fall streitiger Auseinandersetzungen mit Geschäftspartnern, die ihrerseits nachrüsteten. Heute ist eine Verrechtlichung und eine aufgeblasene Streitunkultur in der Wirtschaft Normal Null. Dies ist kein Plädoyer gegen Juristen, aber die kritische Feststellung, dass die Realität in der Wirtschaft so aussieht, dass neben dem operativen Geschäft längst eigentlich artfremde Produktionsbereiche in den Betrieben entstanden sind, die unerlässlich geworden sind, ohne dass es eigentlich eine Effizienzsteigerung gegeben hätte.

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