Burnout: Wenn Manager innerlich zerbrechen

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Burnout: Wenn Manager innerlich zerbrechen

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Top-Manager sind täglich enormen psychischen Belastungen ausgesetzt.

Sie haben Karriere gemacht, tragen Verantwortung für Unternehmen und Angestellte. Finanziell geht es ihnen meistens sehr gut. Dennoch leiden viele Top-Manager unter starkem psychischem Druck.

„Ich habe zwar eine 70-Stunden-Woche, aber die wird mir auch fast schon unverschämt gut bezahlt. Und mich hat ja keiner dazu gezwungen, den Posten eines Vorstandsvorsitzenden zu übernehmen.“ Hessens Ministerpräsident a.D. Roland Koch sprach vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung (WPV) in Düsseldorf über seinen Job als Vorstandsvorsitzender bei Bilfinger.

Seiner subjektiven Wahrnehmung folgen auch weite Teile der Öffentlichkeit: Die Zufriedenheit mit dem eigenen Job müsse maßgeblich von seiner Bezahlung abhängen, denn Letztere entschädige doch schließlich für alle arbeitsbedingten Unannehmlichkeiten. Dass diese Rechnung nicht ohne weiteres aufgeht, wurde zuletzt am traurigen Beispiel von Carsten Schloter deutlich: Der Swisscom-Chef hatte sich im Juli das Leben genommen, zuvor mehrfach über seine enormen Belastungen gesprochen. Berater Reinhard Sprenger erklärte dazu im Züricher Tagesanzeiger: „Manager tauschen Lebenszeit gegen Geld.“ Wenn die Aufgabe, der sie nachgehen, nicht extrem sinnstiftend sei und im Privaten kein starker Rückhalt vorhanden, dann halte das keiner schadlos lange durch.

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Gefordert und überfordert Was treibt Manager in die Ausweglosigkeit?

„Ich war noch nie wirklich relaxed“: Der verstorbene Swisscom-Chef Carsten Schloter war ein Getriebener. Sein Suizid bewegt die Öffentlichkeit. Über die psychische Belastung von Managern – und Wege aus der Sackgasse.

Dauernd gefordert und am Ende überfordert? Topmanager tauschen Lebenszeit gegen Geld. Quelle: © Creasource/Corbis

Geld allein kann die enorme psychische Belastung also nicht kompensieren, der Spitzenkräfte in der Wirtschaft tagtäglich ausgesetzt sind. Wichtig sei daher vor allem das private, persönliche Umfeld, heißt es im Gesundheitsreport 2013 der DAK. Familie und Freundeskreis gestalten sich jobbedingt aber nicht immer problemlos. Das liegt auch daran, dass viele Manager „gar keine Freizeit haben und keine sozialen Kontakte“. So könne viel weniger rundum aufgefangen werden. Darüber hinaus spricht der Gesundheitsreport von „Broken-Home-Situationen“, die die Betroffenen anfälliger für psychische Erkrankungen machen.

Fallen Familie, Freunde und Bekannte als Bezugs- und Ansprechpersonen aus, so bleibt noch die Alternative einer psychotherapeutischen Behandlung. Nicht selten aber wird die Inanspruchnahme professioneller Hilfe von Führungspersonen als Schwäche angesehen, die sie sich einzugestehen nicht bereit sind – mit fatalen Folgen. Lässt sich kein Ausgleich zur alltäglich hohen Arbeitsbelastung herstellen, schlägt sich die Anspannung auf Geist und Körper nieder, die Folge: Burnout. Ärzte, Therapeuten und nicht zuletzt die Medien bemühen sich daher seit Jahren um Aufklärung. Der Fall Carsten Schloters aber zeigt: Psychische Erkrankungen werden, allzumal im Management, nach wie vor stigmatisiert oder verdrängt.

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