Carlos Slim Helú, Mexikanischer Unternehmer und reichster Mensch
Hinter seinem voluminösen Schreibtisch wirkt Carlos Slim Helú, 73, fast verloren. Er mag "keine großen Auftritte", sagt er, "und schon gar nicht das Gerede über das große Geld". Er muss damit nicht prahlen, er hat es. Slim, Sohn libanesischer Einwanderer und Vater dreier Töchter und dreier Söhne, hat ein Vermögen von rund 73 Milliarden Dollar, schätzt das amerikanische Magazin "Forbes". Damit ist er der reichste Mensch der Welt. Zu seinem Imperium von mehr als 200 Unternehmen zählen neben dem mexikanischen Telefonkonzern América Movil, Banken, Versicherungen, Kupferminen, Baufirmen, Fluggesellschaften, Supermärkte, Krankenhäuser, Hotels sowie Restaurants. In der Unternehmenszentrale der Grupo Financiero Inbursa in Mexico City laufen die Fäden des mächtigen Industriemagnaten zusammen. Schlicht, nicht luxuriös ist dort sein 80 Quadratmeter großes Büro eingerichtet: grüne Ledersofas, schwarze, genoppte Sessel, ein ovaler Konferenztisch, auf dem verstreut Notizzettel liegen, und einige Grünpflanzen vor der Fensterfront – das ist alles. Luxuriös ist allerdings seine Kunstsammlung. Das Ölgemälde "Valle de México" des amerikanischen Landschaftsmalers Conrad Wise Chapman beansprucht fast die gesamte Wand hinter dem Schreibtisch. Erst dann fallen auch die anderen Werke auf - Bilder von Vincent van Gogh, Pierre-Auguste Renoir und Diego Rivera sowie Plastiken des französischen Bildhauers August Rodin. "Rodin ist einer der Größten", schwärmt der Multimilliardär mit Blick auf die Bronzestatue "Der ewige Frühling". Carlos Slim besitzt nach dem Rodin-Museum in Paris die zweitgrößte Rodin-Sammlung weltweit. Eine andere Vorliebe Helús neben der Kunst verrät der Kristallaschenbecher auf dem Schreibtisch – kubanische Cohiba-Zigarren. Sie dienen ihm zur Entspannung. "Reichtum", verrät der Unternehmer, "muss mit Effizienz, aber auch mit Ehrlichkeit verwaltet werden."
(Text: Ulrich Groothuis)