Hans-Joachim Boekstegers, Geschäftsführer des Maschinenbauers Multivac
Mit dem amerikanischen Softwarekonzern Microsoft hat der bayrische Maschinenbauer zumindest eines gemeinsam: Auch Multivac fing klein an – in einer Garage. Das war 1961. Seit 2001 steht Hans-Joachim Boekstegers, 57, an der Spitze des Unternehmens in Wolfertschwenden, das Verpackungs-maschinen herstellt. Er setzt das fort, was Unternehmensgründer Sepp Haggenmüller immer vorschwebte: einmal ganz oben mitmischen. Die einst fast unbekannte Firma entwickelte sich zum Weltmarktführer, der 65 eigene Vertriebsgesellschaften und Verkaufsbüros in mehr als 140 Ländern unterhält und weltweit 3450 Mitarbeiter beschäftigt. Knapp 700 Millionen Euro setzt Multivac in diesem Jahr voraussichtlich um, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Maschinen von Multivac verpacken alles: Fisch, Fleisch und Gemüse ebenso wie Pharmazeutika. Boekstegers Büro wirkt puristisch. Nur zwei abstrakte Bilder der deutschen Künstlerin Lore Doerr Niessner hängen an den weiß getünchten Wänden. "Ich will nicht lange suchen", begründet der Wirtschaftsingenieur die Ordnung auf seinem Schreibtisch.
Neben einer Aktenmappe und der Tasse Kaffee mit Süßstoff stehen die Fotografien seiner Frau Birgit und der drei Kinder Felix, Ann und Beatrice. Oft ist der Chef allerdings nicht in seinem Arbeitszimmer, das er mit Möbeln von Vitra und USM-Haller ausstaffiert hat. Meist ist der gebürtige Kapstädter unterwegs. "Mindestens zweimal im Jahr auf jeden Kontinent", sagt er. Dann reist der Multivac-Chef nicht nur in eigener Sache, sondern auch als Vorsitzender des Ausstellungs- und Messeausschusses der deutschen Wirtschaft (AUMA). "Der Sport kommt deshalb oft zu kurz", sagt der Hobby-Schwimmer und Tennisspieler. "Und wenn ich wirklich mal Zeit habe", gesteht er, "dann siegt meist der innere Schweinehund."
(Text: Ulrich Groothuis für WirtschaftsWoche)